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Rohstoff-Report: Jetzt Heizöl kaufen oder warten?

Energie: Wie zu erwarten war, gab es wieder einmal Produktionsausfälle, nachdem die Raffinerien nun schon seit Monaten mit voller Kapazität laufen. Das halten die veralteten Anlagen eben nicht mehr aus. Jetzt rächt sich, dass sich die großen Ölkonzerne eher gegenseitig aufkaufen, um schnelle Rationalisierungsgewinne zu erzielen, statt in neue Kapazitäten zu investieren. Solange man noch als Amerikaner eine Unocal billiger einkaufen kann als ein Chinese, braucht man auch den mühseligen Weg der Neuinvestition nicht zu gehen. Jede schlechte Nachricht treibt die Preise. Denn wir befinden uns immer noch in der verbrauchsintensiven Sommersaison. Fonds und Spekulanten bauen weiter Ihre Positionen auf und zwingen damit auch die physische Nachfrage, sich zum möglicherweise ungünstigsten Zeitpunkt einzudecken, um nicht dem Vorwurf der „Schlafmützigkeit“ ausgesetzt zu sein, wenn die Preise dann doch weitersteigen. Auf der anderen Seite halten sich die großen Ölgesellschaften mit Terminverkäufen zurück. Sie wollen ihre Gewinnchancen im boomenden Markt nicht durch Absicherungen kappen. Irgendwann wird es natürlich auch wieder nach unten gehen, aber der positive Trend wird bleiben, d. h. das nächste Tief wird wohl wieder über dem vorherigen liegen. Aber auch darauf müssen wir wohl noch ein bisschen warten. Wenn in den USA und China die Klimaanlagen endlich wieder abgeschaltet werden und der Sommerreiseverkehr vorüber ist, wird es auch zu dieser Entlastung kommen. Ob allerdings die Preisrückgänge der letzten beiden Tage bereits erste Anzeichen hierfür sind, erscheint zumindest fraglich. Rohöl ist ganz sicher noch genug vorhanden, wenn der Tod von Königs Fahd nicht zum Problem für die saudische Ölförderung wird. Dagegen fehlt es an effizienten Raffinerien, und auch ein rasanter Neubau von Kapazitäten, den eigentlich nur China vorantreibt, würde keine schnelle Entlastung bringen. Wann und ob schließlich der hohe Ölpreis zu Einbußen beim weltweiten Wirtschaftswachstum führt, was wir nicht hoffen wollen, und damit zu sinkenden Preisen, kann zur Zeit niemand sagen.

Hinweis in eigener Sache: Der Rohstoff-Report ist eine zweiwöchentliche Publikation der BörseGo GmbH. Die erfahrene Redaktion analysiert in dem kostenlos erscheinenden Rohstoff-Report interessante Rohstoffe und Aktien. In einem Wochenrückblick und in aktuellen Nachrichten werden darüber aktuelle Ereignisse beleuchtet und analysiert. Wir analysieren interessante Rohstoffe wie Öl, Platin und Erdgas und stellen Möglichkeiten vor, in diese Rohstoffe zu investieren. Abgerundet wird das Angebot durch charttechnische Analysen der vorgestellten und interessantesten Rohstoffe. Eine kostenlose Anmeldung ist unter diesem Link möglich (Link).

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Über den Experten

Jochen Stanzl
Jochen Stanzl
Chefmarktanalyst CMC Markets

Jochen Stanzl begann seine Karriere in der Finanzdienstleistungsbranche als Mitbegründer der BörseGo AG (jetzt stock3 AG), wo er 18 Jahre lang mit den Marken GodmodeTrader sowie Guidants arbeitete und Marktkommentare und Finanzanalysen erstellte.

Er kam im Jahr 2015 nach Frankfurt zu CMC Markets Deutschland, um seine langjährige Erfahrung einzubringen, mit deren Hilfe er die Finanzmärkte analysiert und aufschlussreiche Stellungnahmen für Medien wie auch für Kunden verfasst. Er ist zu Gast bei TV-Sendern wie Welt, Tagesschau oder n-tv, wird zitiert von Reuters, Handelsblatt oder DPA und sendet seine Einschätzungen über Livestreams auf CMC TV.

Jochen Stanzl verfolgt einen kombinierten Ansatz, der technische und fundamentale Analysen einbezieht. Dabei steht das 123-Muster, Kerzencharts und das Preisverhalten an wichtigen, neuralgischen Punkten im Vordergrund. Jochen Stanzl ist Certified Financial Technician” (CFTe) beim Internationalen Verband der technischen Analysten IFTA.

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