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Kommentar
09:00 Uhr, 02.07.2026

Reformpaket ante portas

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Inflation im Euroraum wieder unter 3 %

Die Teuerung für den gesamten Euroraum lag nach 3,2 % im Mai mit 2,8 % im Juni nicht nur wieder unter der 3%-Marke, sondern fiel zudem auch niedriger aus als im Konsens prognostiziert. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der mit der Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten verbundene, schneller gesunkene Ölpreis, als dies von den meisten Marktbeobachtern erwartet wurde. Gemäß Bundesbankpräsident Joachim Nagel fielen Ausmaß und Tempo des Preisrückgangs dabei sogar höher aus, als dies die EZB selbst in ihren mildesten Szenarien angenommen hatte. Ein Frieden im Nahen Osten ist jedoch alles andere als in trockenen Tüchern. Vom unterzeichneten Memorandum of Understanding bis zu einem "wirklichen" Friedensvertrag ist schließlich noch ein weiter Weg. Bei Themen wie Anreicherung von Uran sowie Kontrolle der Straße von Hormus unterscheiden sich die Positionen der USA und des Iran schließlich diametral voneinander. Wie fragil die Situation zwischen den beiden Kriegsparteien tatsächlich ist, zeigten schließlich die erst kürzlich wieder temporär aufgeflammten gegenseitigen Angriffe. Zudem zeichnet die nun vermeldete Juni-Teuerung ein in gewisser Weise nach unten verzerrtes Bild. Mit dem Monatswechsel entfällt in Deutschland schließlich der Tankrabatt. Und auch in anderen Ländern des Euroraums wurden vergleichbare Entlastungsmaßnahmen inzwischen beendet, oder zumindest deutlich zurückgefahren.

Währungshüter sind sich einig

Darüber, ob die EZB nach der ersten Leitzinsanhebung seit fast drei Jahren, noch einen oder sogar mehrere weitere Anhebungsschritte plant, hielten sich die Währungshüter auf dem zurzeit stattfindenden alljährlichen Notenbank-Treffen im portugiesischen Sintra bedeckt. Stattdessen betonten sie, dass sie sich keine Optionen verbauen, sondern rein datenabhängig entscheiden wollen. Bundesbankchef Nagel und EZB-Chefvolkswirt Philip Lane sind sich jedoch darüber einig, dass der Energiepreisschock, welcher mit dem Konflikt im Nahen Osten aufkam, noch nicht vorbei ist, sondern sich "weiter im System" befindet. Gemäß Lane dürfte es nämlich noch einige Zeit dauern bis mögliche Zweitrundeneffekte sichtbar werden. Zudem sei noch völlig unklar, wie sich die über Monate hinweg deutliche höheren Energiekosten, auf die Preise bei Lebensmitteln und Dienstleistungen auswirken werden.

Gewisse Zeichen der Abkühlung

Die gestern vom privaten Arbeitsmarktdienstleister ADP vermeldeten Zahlen zum US-weiten Stellenaufbau ent-täuschten. Mit 98.000 zusätzlichen Stellen schuf die US-Privatwirtschaft im Juni nicht nur deutlich weniger Stellen als erwartet, sondern bedeutete ggü. Mai (122.000) zudem eine klare Abkühlung. Entscheidend für die Märkte sind jedoch nicht die ADP-Zahlen, sondern der offizielle US-Arbeitsmarktbericht, welcher wegen der am Samstag anstehenden Feier zum 250-jährigen Bestehen der USA um einen Tag von Freitag auf heute vorgezogen wird. Weil die Erwartungen hierfür im Konsens bei 125.000 neuen Stellen liegen, wäre ein ähnliches Niveau wie bei ADP eine herbe Enttäuschung. Enttäuscht hat auch der gestern Nachmittag vermeldete Wert zum Juni-ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, welcher auf dem Mai-Niveau, und damit bei 54,0 Punkten erwartetet wurde, jedoch nur bei 53,3 Punkten lag.

Bundesregierung liefert

Nach stundenlangen Verhandlungen haben sich die Spitzen von Union und SPD auf ein Reformpaket aus Einkommenssteuer, Arbeitsmarktregelungen und Maßnahmen zum Bürokratieabbau geeinigt. Details hierzu werden erst heute früh bekanntgegeben.

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