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12:54 Uhr, 03.11.2026

PFIZER: Covid-Umsatz bricht ein – die Jahresziele steigen

Eliquis, Padcev und Lorbrena legen kräftig zu und gleichen den Einbruch bei Paxlovid und Comirnaty aus: Pfizer hebt deshalb seine Jahresziele an.

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Das Wachstum abseits von Covid trägt Pfizers höhere Jahresprognose, wird aber vom weiter schrumpfenden Covid-Umsatz verdeckt. Beim bereinigten Gewinn je Aktie tritt der Konzern allerdings auf der Stelle, während das Impfgeschäft in den USA an Boden verliert.

✦ Auf einen Blick

• Pfizer meldet für das dritte Quartal einen Umsatz von 16,6 Mrd. USD, auf Vorjahresniveau und rund 4,6 % über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 15,85 Mrd. USD.

• Das bereinigte verwässerte EPS liegt mit 0,87 USD auf Vorjahreshöhe und über dem Konsens von 0,735 USD.

• Ohne Comirnaty und Paxlovid wächst der Umsatz währungsbereinigt um 7 %, die eingeführten und zugekauften Produkte legen um 32 % zu.

• Paxlovid verliert 63 % und Comirnaty 29 % Umsatz, die Prevnar-Familie geht um 10 % zurück.

• Pfizer hebt die Umsatzprognose für 2026 von 60,5 bis 62,5 auf 62,0 bis 64,0 Mrd. USD und die Spanne für das bereinigte EPS von 2,80 bis 3,00 auf 2,95 bis 3,05 USD an.

Pfizer meldet für das dritte Quartal einen Umsatz von 16,6 Mrd. USD, praktisch so viel wie im Vorjahresquartal mit 16,65 Mrd. USD. Damit übertrifft der Konzern die durchschnittliche Analystenschätzung von 15,85 Mrd. USD um rund 4,6 %. Hinter dem Nullwachstum stehen gegenläufige Entwicklungen: Ohne die Covid-Produkte Comirnaty und Paxlovid wächst der Umsatz währungsbereinigt um 7 %, die zuletzt eingeführten und zugekauften Produkte legen um 32 % zu.

Das bereinigte verwässerte EPS (Adjusted diluted EPS) liegt mit 0,87 USD exakt auf Vorjahresniveau, aber deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 0,735 USD. Nach GAAP sinkt das verwässerte EPS von 0,62 auf 0,56 USD, während der Nettogewinn um 8 % auf 3,24 Mrd. USD fällt. Für Bewertung und Prognose ist die bereinigte Größe maßgeblich.

Im Vorjahresvergleich wirkt zudem ein Sondereffekt. Die Aufwendungen für einlizenzierte Forschungsprojekte sinken von 1,39 Mrd. USD im Vorjahresquartal auf 669 Mio. USD und betreffen diesmal vor allem die Kooperation mit Innovent Biologics. Ein um 18 % höheres Forschungsbudget zehrt diese Entlastung jedoch wieder auf, zumal die Steuerquote auf das bereinigte Ergebnis von 7,9 % auf 14,0 % steigt. Die Ertragskraft bleibt damit stabil, wächst aber nicht: Was die neuen Produkte zusätzlich einspielen, fließt derzeit in die Pipeline und an den Fiskus.

Neue Medikamente gleichen den Covid-Schwund aus

Den größten Wachstumsbeitrag liefert Eliquis mit einem Plus von 513 Mio. USD oder 25 %. Der Zuwachs beruht allerdings vor allem auf höheren US-Nettopreisen dank geringerer Rabatte und nur zum Teil auf mehr Nachfrage. Breiter abgestützt wirkt das Wachstum in der Onkologie, wo Padcev um 55 % und Lorbrena um 43 % zulegen, getragen von Marktanteilsgewinnen in der Erstlinientherapie. Dagegen bricht der Umsatz mit Paxlovid um 63 % ein, Comirnaty verliert 29 %.

Bedenklicher als der absehbare Covid-Rückgang ist das Minus von 10 % bei der Prevnar-Familie. Pfizer nennt dafür niedrigere Impfquoten bei Erwachsenen und Kindern in den USA sowie Marktanteilsverluste bei Erwachsenen. Bei Comirnaty kommen engere Impfempfehlungen hinzu. Wenn gleich zwei Impfstoff-Franchises aus denselben Gründen schwächeln, ist das US-Impfumfeld für den Konzern spürbar rauer geworden.

Pfizer: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Die Prognoseanhebung hat Substanz: Beide Zielspannen liegen mit ihren Mittelwerten über dem Analystenkonsens. Pfizer erhöht die Umsatzprognose für 2026 von 60,5 bis 62,5 auf 62,0 bis 64,0 Mrd. USD. Die Mitte liegt damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 62,24 Mrd. USD. Beim bereinigten verwässerten EPS steigt die Spanne von 2,80 bis 3,00 auf 2,95 bis 3,05 USD, verglichen mit einem Konsens von 2,96 USD. Bereits eingerechnet sind die Innovent-Belastung von rund 0,10 USD je Aktie, ein auf 10,8 bis 11,8 Mrd. USD angehobenes Forschungsbudget sowie rund 1,1 Mrd. USD Umsatzeinbußen durch Generika und Biosimilars.

Am geringen Wachstumstempo ändert die neue Prognose allerdings wenig. Nach neun Monaten steht ein Umsatzplus von 2 %, im dritten Quartal stagnieren die Erlöse. Die neue Finanzchefin Cecile Guegan, seit Anfang November im Amt, begründet die Anhebung mit dem starken Jahresverlauf und dem Vertrauen ins Geschäft. Das klingt eher nach einer Zwischenbilanz als nach einem Versprechen auf mehr Tempo.

Bei der Kapitalverwendung hat der Schuldenabbau Vorrang; Aktienrückkäufe sind für 2026 nicht vorgesehen. In den ersten neun Monaten flossen 7,3 Mrd. USD an Dividenden.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 62,58 Mrd. USD 62,24 Mrd. USD 59,84 Mrd. USD
EPS 3,23 USD 2,96 USD 2,90 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)

Fazit: Das bereinigte EPS übertrifft den Konsens um rund 18 %, zugleich steigt die Mitte der Umsatzprognose um 1,5 Mrd. USD. Pfizer schneidet damit klar besser ab als erwartet, verdankt einen Teil dieser Stärke aber höheren Eliquis-Preisen und einem geringeren Sondereffekt als im Vorjahr. Zudem stagniert der bereinigte Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr, während das Impfgeschäft in den USA nachlässt. Das KGV auf Basis der Analystenschätzungen liegt bei 10,3 für 2026 und 10,5 für 2027; für 2027 rechnen Analysten mit rund 2 % weniger Gewinn je Aktie. Die höhere Prognose gibt der Aktie Rückhalt. Von einer nachhaltigen Wende lässt sich aber erst sprechen, wenn die neuen Medikamente den Rückgang bei Covid-Mitteln und auslaufenden Patenten über mehrere Quartale ausgleichen.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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