Oracle vor der Trendwende? KI-Geschäft übertrifft erneut Erwartungen
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Oracle setzt erneut ein Ausrufezeichen. Dennoch reagierte die Börse zurückhaltend. Nach einer zunächst positiven Reaktion auf den Bericht vom 10. September schloss die Aktie am folgenden Handelstag bei 150,28 Dollar und verlor 1,74 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 22 Prozent zu Buche. Anleger würdigen zwar das rasante Wachstum der Cloudinfrastruktur. Zugleich wächst die Sorge über den enormen Kapitalbedarf des KI-Ausbaus.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte Oracle den Umsatz um 30 Prozent auf 19,35 Milliarden Dollar und übertraf damit die Markterwartung von 19,14 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte ebenfalls um 30 Prozent auf 1,92 Dollar zu. Erwartet worden waren 1,74 Dollar. Der Nettogewinn stieg von 2,93 auf 4,68 Milliarden Dollar.
Wachstumsmotor bleibt das Cloudgeschäft. Die Erlöse erhöhten sich um 62 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar und erreichten damit rund 60 Prozent des Konzernumsatzes. Besonders stark entwickelte sich Oracle Cloud Infrastructure. Der OCI Umsatz sprang um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar während die Cloudanwendungen um zehn Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zulegten. Das klassische Softwaregeschäft schrumpfte dagegen um drei Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar. Der Übergang vom Lizenzmodell zur Cloud beschleunigt sich damit weiter.
Auch der Auftragsbestand signalisiert anhaltend hohe Nachfrage. Die noch ausstehenden vertraglichen Leistungsverpflichtungen stiegen im Jahresvergleich um 209 Milliarden auf 664 Milliarden Dollar. Im Auftaktquartal kamen KI Cloudverträge über mehr als 30 Milliarden Dollar hinzu. Seit Ende des Vorquartals lieferte Oracle über 300.000 Grafikprozessoren aus und schuf 850 Megawatt zusätzliche Rechenzentrumskapazität. Damit stärkt der Datenbankspezialist seine Position im Wettbewerb mit den führenden Hyperscalern.
Der Ausbau ist jedoch kapitalintensiv. Die Investitionen stiegen von 8,5 auf 28,5 Milliarden Dollar. Trotz eines operativen Cashflows von 23 Milliarden Dollar lag der freie Cashflow mit rund fünf Milliarden Dollar im Minus. Hinzu kommt eine Verschuldung von etwa 125 Milliarden Dollar. Risiken bestehen vor allem in der Abhängigkeit von wenigen großen KI Kunden und in der Finanzierung neuer Rechenzentren. Verzögerungen beim Kapazitätsausbau könnten zudem die Überführung des hohen Auftragsbestands in Umsätze bremsen.
Das Management erhöhte die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf mindestens 90 Milliarden Dollar und erwartet einen bereinigten Gewinn von 8,10 Dollar je Aktie. Für das zweite Quartal stellt Oracle ein Umsatzplus von 30 bis 34 Prozent sowie 1,85 bis 1,93 Dollar Gewinn je Aktie in Aussicht. Analysten bleiben überwiegend positiv. Der Konsens lautet „Buy“ und das durchschnittliche Kursziel liegt je nach Erhebung zwischen 239 und 256 Dollar. UBS erhöhte das Ziel von 245 auf 250 Dollar und Barclays setzte es auf 252 Dollar. Stifel Nicolaus senkte die Marke dagegen von 220 auf 200 Dollar.
Oracle Corp. Wochenchart
Betrachtungszeitraum: 14.09.2021– 14.09.2026. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: ARIVA.DE
Charttechnisches Bild
Mit 150,28 Dollar notiert die Aktie rund 8,1 Prozent unter der 100 Tage Linie bei 163,51 Dollar und 9,9 Prozent unter der 200 Tage Linie bei 166,70 Dollar. Beide Durchschnitte bilden zusammen mit dem Widerstandsbereich bei 170 bis 175 Dollar eine breite Barriere. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 175 Dollar würde das Chartbild deutlich aufhellen und die seit dem Rekordhoch verlaufende Korrekturstruktur durchbrechen.
Auf der Unterseite liegt die erste wichtige Unterstützungszone zwischen 135 und 140 Dollar. Vom jüngsten Schlusskurs entspricht dies einem Rückschlagspotenzial von rund sieben bis zehn Prozent. Fällt diese Zone auf Wochenschlussbasis dürfte der Bereich zwischen 110 und 115 Dollar in den Fokus rücken. Dort verläuft die zweite langfristige Auffangzone. Solange der Kurs unter beiden gleitenden Durchschnitten bleibt dominiert trotz der jüngsten Stabilisierung ein technisch angeschlagenes Gesamtbild.
Tradingmöglichkeiten
Faktor-Optionsscheine Long auf SAP SE
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 14.09.2026; 11:00 Uhr
Faktor-Optionsscheine Short auf SAP SE
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 14.09.2026; 11:00 Uhr
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