Analyse
18:18 Uhr, 19.06.2026

ÖLPREIS (Brent) - Kommt jetzt die erste Gegenbewegung?

Der Ölpreis ist zuletzt kräftig unter Druck geraten. Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten und eine schwächere Nachfrageprognose belasten die Barrelpreise. Charttechnisch könnte sich nun aber eine spannende Trading-Chance ergeben.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: XC0009677409Kopiert
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  • Brent Crude Öl - WKN: 967740 - ISIN: XC0009677409 - Kurs: 81,316 $/bbl. (GBE brokers)
  • Mini Future Long auf Brent Crude Rohöl ICE Rolling - WKN: DU9AU0 - ISIN: DE000DU9AU02 - Kurs: 25,810 € (DZ BANK)
  • Mini Future Short auf Brent Crude Rohöl ICE Rolling - WKN: DN079H - ISIN: DE000DN079H0 - Kurs: 26,950 € (DZ BANK)

Willkommen zu einer neuen Analyse aus der Welt der Rohstoffe! Und was könnte derzeit spannender sein als der Ölmarkt?

Der Ölpreis der Sorte Brent Crude reagierte prompt auf die Nachricht über ein vorläufiges Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran und geriet deutlich unter Druck. Denn diese Meldung schürt neue Hoffnungen auf eine baldige Entspannung der geopolitischen Lage in der Golfregion.

Innerhalb von nur zwei Wochen fiel der Preis für ein Barrel Brent Crude von 97 USD auf zeitweise unter 80 USD. Die entscheidende Frage lautet jetzt: Wie nachhaltig ist diese Korrektur?

Zusätzlichen Gegenwind lieferte die Internationale Energieagentur (IEA): Sie hat ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr deutlich nach unten angepasst und erwartet nun einen Rückgang von 1,1 Mio. Barrel pro Tag. Bislang war lediglich ein Rückgang von 420 Tsd. Barrel pro Tag prognostiziert worden.

Der Chart liefert eine spannende Ausgangslage

Rohöl - Brent Crude (Tageschart)
Statischer Chart
Live-Chart
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Aus charttechnischer Sicht befindet sich Brent Crude aktuell in einer interessanten Konstellation. Der Ölpreis ist gewissermaßen zwischen zwei wichtigen Marken "eingeklemmt":

Auf der Unterseite verläuft die nahezu horizontale 200-Tage-Linie als potenzielle Unterstützung. Auf der Oberseite begrenzt die fallende 21-Tage-Linie derzeit weitere Erholungsversuche.

Am Donnerstag rutschte Brent Crude zunächst bis auf 76,60 USD je Barrel ab, schaffte im Tagesverlauf aber die Rückkehr über die 200-Tage-Linie. Gleichzeitig signalisiert der Slow-Stochastik-Indikator eine stark überverkaufte Marktsituation.

Das spricht grundsätzlich für eine kurzfristige Long-Chance. Zusätzlich wartet noch eine offene Kurslücke auf ihre Schließung. Dieses Gap befindet sich bei 85,88 USD. Ein Anstieg in diese Region würde gleichzeitig eine kurzfristige Abwärtstrendlinie überwinden und das Chartbild deutlich aufhellen.

Geopolitik bleibt der entscheidende Faktor

So spannend die Charttechnik aktuell auch aussieht, der Ölpreis bleibt vor allem aber ein geopolitischer Markt. Zwar signalisieren alle beteiligten Kriegsparteien grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, doch ein finaler Friedensvertrag steht weiterhin aus.

Genau darin liegt derzeit die größte Unsicherheit. Insbesondere Verzögerungen bei einer möglichen Öffnung der Straße von Hormus könnten den Ölpreis jederzeit wieder antreiben. Kommt es dagegen zu einer schnellen und nachhaltigen Friedenslösung, dürfte zusätzlicher Druck auf die Notierungen entstehen.

Langfristig droht ein Überangebot

Auch die längerfristigen Aussichten sprechen derzeit nicht unbedingt für dauerhaft steigende Ölpreise. So erwartet die IEA im Jahr 2027 eine deutliche Entspannung am Ölmarkt. "Diese deuten auf eine deutliche Entspannung des Ölmarktes hin, da das Ölangebots um rund 8 Mio. Barrel pro Tag steigen soll und damit viermal so stark wie die Ölnachfrage", erläutern die Rohstoffanalysten des Commerzbank Research. In diesem Szenario könnte ein deutlich überversorgter Ölmarkt entstehen.

Auf der anderen Seite müssen die zuletzt stark gesunkenen Lagerbestände wieder aufgefüllt werden. So sanken die US-Rohöllagerbestände laut Angaben des US-Energieministeriums in der vergangenen Woche um weitere 8,2 Mio. Barrel.

Mein Fazit: Beim Ölpreis (Brent Crude) spricht kurzfristig einiges für eine technische Gegenbewegung nach oben. Die Kombination aus überverkauftem Markt, einer stabilisierten 200-Tage-Linie und einem noch offenen Gap liefert interessante Argumente für eine spekulative Long-Position im kurzfristigen Zeitfenster.

Allerdings solltest Du die geopolitischen Risiken keinesfalls unterschätzen! Eine einzige Nachricht aus dem Nahen Osten kann die Lage innerhalb von Minuten komplett verändern.

Für Trader bleibt Brent Crude deshalb ein Markt für aktive Positionen mit enger Risikobegrenzung. Strategisch orientierte Anleger sollten dagegen zunächst abwarten, wie sich die geopolitische Lage und die Nachfrageentwicklung in den kommenden Wochen tatsächlich entwickeln.

Strategien

Auf den beschriebenen Basiswert gibt es verschiedene Derivate, mit denen Du auf steigende oder fallende Kurse spekulieren kannst. Nachfolgend nenne ich Dir zwei mögliche Strategien:

Long (Spekulation auf steigende Kurse): Open End Turbo Optionsschein (Hebelzertifikat) – Basis: 51,49 USD – Knockout: 54,38 USD – Laufzeit bis: open end – Hebel: 2,8 – ISIN: DE000DU9AU02

Short (Spekulation auf fallende Kurse): Mini Future Optionsschein Put (Hebelzertifikat) – Basis: 111,41 USD – Knockout: 108,63 USD – Laufzeit bis: open end – Hebel: 2,5 – ISIN: DE000DN079H0

Das Team

Der Optionsscheine Expert Trader verfolgt regelmäßig die Kurse deutscher und internationaler Einzelwerte und Indizes und spricht bei Bedarf konkrete Kauf- und Verkaufsanregungen aus, die Leser des Optionsscheine Expert Trader unmittelbar umsetzen können. Damit wird ein transparentes Trading gewährleistet. Seit der ersten Ausgabe des Optionsscheine Expert Trader im Oktober 2019 weisen rund 82 % der abgeschlossenen Positionen einen Gewinn aus. Hier findest Du Infos zum Produkt.

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1 Kommentar

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  • nogut
    nogut

    Daniel Kühn hatte vor Kurzem zur Entwicklung des Ölpreises einen interessanten Beitrag geschrieben und die zu dem Zeitpunkt aktuellen Kontraktkurse aufgelistet.

    https://stock3.com/news/oelpreis-brent-so-sieht-die-terminstruktur-aktuell-aus-17118271

    18:32 Uhr, 19.06.