Ökonomen: Europa braucht Antwort auf US-Stablecoins
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Europa muss nach Aussage von Ökonomen eine Antwort auf mit US-Staatsanleihen hinterlegte Stablecoins finden. "Die USA fördern Stablecoins, um eventuell die Nachfrage nach US-Staatsanleihen zu erhöhen. Für Europa ist es daher essenziell, eine sichere und zukunftsfähige Alternative zu schaffen, welche die Rolle des Euro stärkt", schrieb Florian Heider, der wissenschaftliche Leiter des Leibnitz Institute für Financial Research (Safe) in der Mitteilung zur Vorstellung eines so genannten White Paper.
Darin kommen vier Forscher, darunter drei vom Safe, zu dem Schluss, dass sich ohne europäisches Handeln die Nachfrage weiter von Euro- zu US-Staatsanleihen verlagern könnte. "Das schwächt die monetäre Souveränität Europas", warnen die Forscher.
Die Studie skizziert strategische Szenarien für Europa. Demnach beginnt sich ein privat organisiertes und Euro-denominiertes Stablecoin-Ökosystem herauszubilden, das jedoch bislang von begrenztem Umfang sei und auf private Intermediäre angewiesen bleibe. Außerdem erfordere es eine einheitliche Aufsicht über alle Rechtsordnungen hinweg.
Eine robustere, alternative Lösung zur Stärkung des Euros sei die Einführung des digitalen Euro. "Digitales Zentralbankgeld ist deshalb die stärkste Option der monetären Verankerung in einem digitalen Finanzsystem", so Safe-Forscherin Tatiana Farina.
Als öffentliches digitales Abwicklungsinstrument würde der digitale Euro eine alternative, sichere Grundlage für das europäische Finanzsystem bieten, monetäre Steuerungsfähigkeit gewährleisten und die Abhängigkeit von in Fremdwährung denominierten Instrumenten verringern. Nach Meinung der Autoren der Studie sollte die Einführung des digitalen Euro daher beschleunigt werden. Das Europäische Parlament dürfte seine Position zum digitalen Euro in diesem Jahr festlegen.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
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