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07:41 Uhr, 14.03.2024

Nachfrageflaute beschert Lanxess Ergebniseinbruch

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Von Britta Becks

FRANKFURT (Dow Jones) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat im vergangenen Jahr infolge der weltweiten Nachfrageschwäche in der chemischen Industrie unterm Strich einen Verlust eingefahren. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte im Jahr 2023 nur noch 512 Millionen Euro - ein Rückgang um 44,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank auf 7,6 Prozent von 11,5 Prozent im Jahr davor.

Der Kölner MDAX-Konzern hatte bereits Ende Februar mitgeteilt, dass sich das EBITDA vor Sondereinflüssen voraussichtlich im Rahmen der auf 510 Millionen Euro lautenden Kapitalmarkt-Erwartungen bewegen würde.

Anfang November vergangenen Jahres hatte Lanxess die EBITDA-Prognose für 2023 angesichts absehbar schwacher Zahlen im Schlussquartal auf nur noch 500 bis 550 Millionen von zuvor 600 bis 650 Millionen Euro gesenkt und die Dividende massiv zusammengestrichen. Die Aktionäre sollen für 2023 demnach nur noch 10 Cent je Aktie bekommen, nachdem sie für 2022 noch eine Dividende von 1,05 Euro je Aktie eingestrichen hatten.

Das Konzernergebnis lag 2023 mit 443 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 250 Millionen, was insbesondere auf den Erlös aus der Transaktion zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Envalior zurückzuführen ist. Aus fortzuführendem Geschäft häufte Lanxess dagegen einen Verlust von 843 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 184 Millionen Euro im Jahr davor. Dieser Ergebniseinbruch ist vor allem dem operativen Ergebnisrückgang sowie außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus Akquisitionen geschuldet.

"Ein solches Krisenjahr hat die deutsche Chemie und haben auch wir bei Lanxess noch nicht erlebt", sagte der Vorstandsvorsitzende Matthias Zachert.

Die schwächere Nachfrage und damit verbundene geringere Absatzmengen sowie höhere Leerkosten führten vor allem in den Segmenten Specialty Additives und Advanced Intermediates zu deutlich rückläufigen Ergebnissen. Zudem beeinflussten niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe und Energie in beiden Segmenten die Verkaufspreise. Das Ergebnis im Segment Consumer Protection ging nur vergleichsweise moderat zurück.

Der Umsatz verringerte sich im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 6,714 Milliarden Euro. Im vierten Quartal sank der Konzernumsatz um 27,2 Prozent auf 1,436 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sackte um 44,6 Prozent auf 97 Millionen Euro ab. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verschlechterte sich entsprechend auf 6,8 (Vorjahr 8,9) Prozent.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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