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07:39 Uhr, 26.01.2026

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Sydney ruht der Börsenhandel wegen des australischen Nationalfeiertags.

+++++ TAGESTHEMA +++++

US-Präsident Donald Trump hat mit einer massiven Eskalation im schwelenden Handelsstreit mit der Regierung des kanadischen Premierministers Mark Carney gedroht. Er warnte, dass die USA Zölle in Höhe von 100 Prozent auf alle kanadischen Waren und Produkte erheben würden, die in die USA eingeführt werden, falls "Kanada einen Deal mit China macht". Trump schrieb am Samstag auf seiner Plattform Truth Social, dass Carney sich "gewaltig irrt", wenn er glaube, er könne Kanada zu einem "Abladehafen" für China machen, um Waren und Produkte in die Vereinigten Staaten zu schleusen. Trump fügte hinzu: "China wird Kanada bei lebendigem Leib auffressen, es völlig verschlingen, einschließlich der Zerstörung ihrer Unternehmen, ihres sozialen Gefüges und ihrer allgemeinen Lebensweise." Trumps Handelsdrohungen gegen den nördlichen Nachbarn sind der jüngste Höhepunkt in einem verbalen Schlagabtausch zwischen den beiden Regierungen. Hintergrund ist Carneys Versuch, kleinere globale Mächte dazu zu bewegen, sich gegen den aggressiven Einsatz der wirtschaftlichen Macht der USA zu wehren. Diese Woche hat Carney einen Handelsstreit mit China, Amerikas größtem wirtschaftlichen Rivalen, beigelegt und eine Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gehalten, in der er kleinere Mächte aufforderte, sich gegen wirtschaftlichen Zwang durch die Großmächte der Welt zu vereinen. Trump warf Carney in seiner Rede in Davos in dieser Woche vor, den USA nicht dankbar genug zu sein, und sagte in einer spitzen Bemerkung: "Kanada existiert wegen der Vereinigten Staaten." Er fügte hinzu: "Denk daran, Mark, wenn du das nächste Mal deine Erklärungen abgibst."

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:00 IE/Ryanair Holdings plc, Ergebnis 3Q

07:00 LU/Stabilus SE, Ergebnis 1Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- DE 
    10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex Januar 
          PROGNOSE: 88,0 
          zuvor:    87,6 
          Lagebeurteilung 
          PROGNOSE: 86,0 
          zuvor:    85,6 
          Geschäftserwartungen 
          PROGNOSE: 90,0 
          zuvor:    89,7 
 
- US 
    14:30 Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter November 
          PROGNOSE: +3,0% gg Vm 
          zuvor:    -2,2% gg Vm 
 
    14:30 Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) Dezember 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
Index                       zuletzt  +/- % 
DAX Futures               24.911,00  -0,3% 
E-Mini-Future S&P-500      6.905,70  -0,1% 
E-Mini-Future Nasdaq-100  25.552,70  -0,2% 
Nikkei-225 (Tokio)        52.885,25  -1,8% 
Hang-Seng (Hongk.)        26.717,56  -0,1% 
Shanghai-Comp.             4.134,14  -0,0% 
 
Freitag: 
INDEX               zuletzt  +/- % 
DAX               24.900,71  +0,2% 
DAX-Future        24.978,00  -0,0% 
XDAX              24.875,67  -0,1% 
MDAX              31.746,12  +0,2% 
TecDAX             3.723,82  +0,5% 
SDAX              18.302,82  -0,2% 
Euro-Stoxx-50      5.948,20  -0,1% 
Stoxx-50           5.058,98  +0,1% 
Dow-Jones         49.098,71  -0,6% 
S&P-500            6.915,61  +0,0% 
Nasdaq Composite  23.501,24  +0,3% 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Mit einem zurückhaltenden Start in die neue Handelswoche rechnen Händler am Montag. Die Börsen warten auf den Beginn der Berichtssaison in Europa und die Ergebnisse der US-Notenbank-Sitzung am Mittwoch. Dazu schaut man mit Sorge auf den Goldpreis. Sein Anstieg über 5.000 Dollar wird nicht gefeiert, sondern als Krisen-Indikator und Flucht aus dem US-Dollar gewertet. Dazu nimmt Trump wieder seine unberechenbare Drohpolitik gegen Kanada auf. Wegen positiver Import-Konditionen für chinesische Autos bedroht er den Nachbarn mit Zöllen von 100 Prozent. In Deutschland schaut man zu Wochenbeginn auf den Ifo-Index für Januar am Vormittag.

Rückblick: Kaum verändert - Händler sprachen von einem orientierungslosen Geschäft. Nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos und dem Rückzieher von US-Präsident Donald Trump beim Thema Grönland und Zusatzzöllen sei der Markt auf Richtungssuche, hieß es. Auch die Einkaufsmanagerindizes lieferten kaum Impulse. Aus Frankreich wurde kein einheitliches Bild gemeldet, die Industrie schnitt etwas besser, der Dienstleistungssektor dagegen schwächer als gedacht ab. In Deutschland zeigten sich beide Bereiche etwas besser als veranschlagt, der Industrie-Index verharrte gleichwohl unter der Expansion anzeigenden Schwelle. Keine echte Belastung für den europäischen Technologiesektor sahen Händler nach den schwachen Geschäftszahlen von Intel. "Das geht alles auf hauseigene Probleme und Produkte zurück", sagt ein Händler. Der Sektorindex im Stoxx drehte sogar ins Plus und notierte zum Handelsende 0,5 Prozent höher. Als überraschend stark werteten Händler in ersten Einschätzungen die Geschäftszahlen von Netzwerkausrüster Ericsson im vierten Quartal. Der Kurs schoss in Stockholm um 10 Prozent nach oben. Der erste Handelstag der Aktien der Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam verlief äußerst erfolgreich. Die Aktie des tschechischen Herstellers gepanzerter Fahrzeuge und Munition schloss 31 Prozent im Plus. Rheinmetall, Renk und Hensoldt gewannen zwischen 2,2 und 4,7 Prozent. MWB hatte überdies Renk hochgestuft.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Gut behauptet - BASF fielen um 0,9 Prozent, nachdem das bereinigte Ergebnis des Konzerns im vierten Quartal schwächer als erwartet ausgefallen war. Die Analysten von JP Morgan und Jefferies rechnen nun mit sinkenden Konsensschätzungen. Schwächster Wert im Index waren jedoch Adidas, die nach einem kritischen Analystenkommentar um 5,7 Prozent abrutschten. RBC hatte die Titel auf Sector Perform von Outperform abgestuft. Die RBC-Analysten vermuten, dass die Unternehmensprognose für 2026 unter dem Konsens liegen wird. Dagegen ging es für Siemens Energy um 3,1 Prozent nach oben; die UBS hatte die Aktie um zwei Stufen auf Kaufen hochgestuft.Nach der Hochstufung auf Hold von Underperform durch Jefferies rückten Aumovio um 4,2 Prozent vor. Wacker Neuson brachen um fast 22 Prozent ein. Händler verwiesen auf den Abbruch der Übernahmegespräche mit der südkoreanischen Doosan.

XETRA-NACHBÖRSE

Bei einem ruhigen Nachbörsenhandel kurz vor dem Wochenende gewinnen Abo Energy auf Tradegate 5 Prozent. Der Konzern befindet sich in Schwierigkeiten und veröffentlichte vor kurzem eine Gewinnwarnung. Der erwartete Konzernverlust für 2025 fällt mit erwarteten 170 Millionen Euro rund 80 Prozent höher aus als ursprünglich angenommen. Diese Summe übersteigt die aktuelle Marktkapitalisierung von Abo Energy. Am Freitagabend teilte der Konzern dann mit, eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern wesentlicher Finanzierungsvereinbarungen geschlossen zu haben. Dies ist laut Abo Energy der erste Schritt zur Umsetzung eines Sanierungskonzepts. derzeit mit den Finanzierungspartnern verhandelt.

USA - AKTIEN

UNEINHEITLICH - Es war eine Woche geopolitischer Unsicherheit und politischer Kehrtwenden. An der Wall Street wurden am Freitag nach der Erholungsrally, die nach dem entschärften Konflikt um Grönland und die mittlerweile zurückgenommenen Strafzolldrohungen von US-Präsident Trump gegen einige europäische Länder einsetzte, Gewinne mitgenommen. Zudem ließen die Anleger vor dem Wochenende Vorsicht walten. Auch sorgte Intel für einen Stimmungsdämpfer, nachdem der US-Chipkonzern auch wegen höherer Kosten und Lieferengpässen einen düsteren Ausblick gegeben hatte. Unterstützung kam von einer Umfrage, der zufolge sich die Stimmung unter den US-Verbrauchern aufgehellt hat. Der Uni-Michigan-Index der Verbraucherstimmung ist im Januar stärker als erwartet gestiegen. Der private Konsum steht für etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung. Intel verloren 17 Prozent, der Konzern hatte mit einem Verlust im vierten Quartal und einem schwachen Ausblick auf das laufende erste Quartal enttäuscht. Amazon.com stiegen um 2,1 Prozent, nachdem der Tech-Gigant nach einem Medienbericht ab nächster Woche rund 14.000 Stellen in mehreren Sparten abbauen will.

USA - ANLEIHEN

Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen ist gestiegen und hat die Renditen gedrückt. Daneben gehe der Markt davon aus, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche eine Pause bei ihren Zinssenkungen einlegen werde, hieß es. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed am Mittwoch die Zinsen beibehält, wird auf dem FedWatch-Tool der CME am Freitag mit 97 Prozent eingepreist. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe verlor 4 Basispunkte und lag bei 4,235 Prozent.

+++++ DEVISENMARKT +++++

Devisen        zuletzt        +/- %  0:00 Vortag  Fr, 17:20 Uhr   % YTD 
EUR/USD         1,1863        -0,2%       1,1889         1,1754   +0,7% 
EUR/JPY         182,91        -0,5%       183,77         185,76      0% 
EUR/CHF         0,9219        +0,0%       0,9215         0,9277   -0,8% 
EUR/GBP         0,8680        -0,1%       0,8692         0,8666   -0,6% 
USD/JPY         154,19        -0,2%       154,57         158,04   -0,7% 
GBP/USD         1,3667        -0,1%       1,3678         1,3564   +1,1% 
USD/CNY         6,9890        -0,1%       6,9953         6,9953   -0,4% 
USD/CNH         6,9537        +0,1%       6,9478         6,9632   -0,4% 
AUS/USD         0,6919        -0,1%       0,6927         0,6869   +3,4% 
Bitcoin/USD  87.779,10        +1,5%    86.450,10      89.577,30   +0,8% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
 

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

January 26, 2026 01:39 ET (06:39 GMT)

Der Dollar-Index zeigte sich mit 0,9 Prozent im Minus. Der Dollar habe Mühe wieder Tritt zu fassen, selbst nachdem die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa nachzulassen schienen, sagte Jane Foley von der Rabobank. Der Markt habe zwar gelernt, dass Trumps Verhandlungstaktik oft mit Drohungen beginnt, bevor er sie teilweise wieder zurückzieht. Die Dollar-Entwicklung deutete aber darauf hin, dass die "bloße Unvorhersehbarkeit seines Handelns" die Währung belasten könnte, so Foley. Auch wenn der Markt wahrscheinlich nicht an der Schwelle zu einer weiteren Runde eines "Sell-America-Trade" stehe, könnten Investoren ihrer Meinung nach in diesem Jahr weiterhin vom Dollar wegdiversifizieren.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE        zuletzt       Vortag        +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold          5.081,66     4.984,53        +1,9%          97,13  +15,4% 
Silber          107,88       103,28        +4,5%           4,60  +44,9% 
Platin        2.394,28     2.342,60        +2,2%          51,68  +34,3% 
Kupfer            5,91         5,95        -0,6%          -0,04   +3,8% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
 

Der Goldpreis setzte seinen Höhenflug fort und gewann 1 Prozent. Silber verteuerte sich um 6,5 Prozent. Traditionelle Anleger suchen echte Sicherheit - und die heißt im Jahr 2026 weiterhin Gold. Die Zuwächse krönten einen beeindruckenden Jahresauftakt für Edelmetalle. Bisher ist Gold im Jahr 2026 um 14 Prozent, Platin um 28 Prozent und Silber um 35 Prozent gestiegen und hat damit den S&P-500-Index, der einen Zuwachs von 1 Prozent aufweist, weit übertroffen. Neben den anhaltende Spannungen zwischen den USA und Europa und den fortwährenden Sorgen über die Unabhängigkeit der Federal Reserve machte ein Rohstoffstratege der UBS aber auch die niedrigeren US-Zinsen (sowohl real als auch nominal), den schwächerer US-Dollar in der ersten Jahreshälfte und die anhaltende Haushaltsdefizite der großen Volkswirtschaften für die hohe Nachfrage verantwortlich. Im asiatischen Handel am Montag kletterte der Goldpreis erstmals über die Marke von 5.000 Dollar.

ÖL

ROHÖL          zuletzt  VT-Settlem.        +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex        61,39        61,07        +0,5%           0,32   +6,6% 
Brent/ICE        66,23        65,88        +0,5%           0,35   +8,8% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
 

Die Ölpreise stiegen deutlich mit der Möglichkeit eines US-Angriffs auf den Iran. Präsident Trump sagte, die USA beobachteten Teheran sehr genau. Eine "Armada" sei unterwegs in die Region, doch hoffe er, dass diese nicht benötigt werde. Dazu kündigte sich in den USA eine Kältewelle an, die den Bedarf an Heizöl in die Höhe treiben dürfte. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März gewann 2,9 Prozent und der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zeigte sich 3 Prozent im Plus.

+++++ MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR +++++

META PLATFORMS

hat angekündigt, den Zugriff auf seine KI-basierten Charaktere für jugendliche Nutzer vorübergehend zu sperren, während der Mutterkonzern von Instagram und Facebook seine Plattform aktualisiert. Nutzer, die mit einem Geburtsdatum im Teenageralter registriert sind oder durch die Alterserkennungstechnologie des Unternehmens als wahrscheinlich minderjährig eingestuft werden, haben keinen Zugang zu KI-Charakteren, "bis das aktualisierte Erlebnis bereit ist", wie Meta am Freitag in einem Blogpost mitteilte.

DANONE

hat den Rückruf ausgewählter Chargen seiner Säuglingsnahrung angekündigt. Der Schritt erfolge in Übereinstimmung mit den Leitlinien mehrerer Lebensmittelsicherheitsbehörden, teilte der französische Lebensmittelkonzern mit. Der Rückruf folgt auf eine Entscheidung der Behörden in Singapur von Anfang dieser Woche, den Verkauf einer von Danone im Stadtstaat hergestellten Babynahrungsmarke wegen möglicher bakterieller Verunreinigungen zu stoppen.

ESSILORLUXOTTICA /META PLATTFORMS

Meta Platforms und EssilorLuxottica sind von Solos Technology wegen der Verletzung von Patenten für Smartglasses-Technologien verklagt worden. In der am Freitag bei dem US-Bezirksgericht in Massachusetts eingereichten Klage wirft Solos den beiden Konzernen vor, Patente verletzt zu haben, die Kernfunktionen von Smartglasses betreffen.

MERCK & CO

Der US-Pharmakonzern führt keine Gespräche mehr über eine Übernahme des Biotech-Unternehmens Revolution Medicines, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Merck hatte zuletzt über einen Kauf von RevMed verhandelt, der das auf Krebsmedikamente spezialisierte Unternehmen mit rund 30 Milliarden US-Dollar hätte bewerten können. Die Gespräche gerieten jedoch ins Stocken, nachdem beide Seiten keine Einigung über den Preis erzielen konnten, sagten einige der informierten Personen.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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