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13:07 Uhr, 03.08.2026

MARRIOTT: Rekordsignings und Guidance angehoben

Trotz Nahost-Einbruch bei internationalen Buchungen wächst Marriotts Zimmerpipeline auf einen Rekordwert von rund 629.000 Zimmern.

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Marriott International zeigt im zweiten Quartal 2026, dass das Gebührenmodell auch bei geopolitischen Belastungen trägt: Das bereinigte EPS klettert um 20 % auf 3,19 USD und übertrifft die durchschnittliche Analystenschätzung von 3,03 USD deutlich, während die Jahresprognose nach oben angepasst wird.

Die Gesamterlöse steigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 5 % auf 7,07 Mrd. USD und verfehlen damit die Konsensschätzung von 7,19 Mrd. USD leicht. Für die Bewertung des Geschäftsmodells ist diese Zahl allerdings wenig aussagekräftig: Der weitaus größte Posten sind durchgeleitete Kostenerstattungen, die Marriott für Hotelbesitzer abwickelt und die das Bild verzerren. Bereinigt um diese Durchläufer ergibt sich ein Adjusted-Umsatz von 2,01 Mrd. USD, ein Plus von rund 11 % gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT (Adjusted operating income) steigt um 12 % auf 1,33 Mrd. USD, die bereinigte operative Marge verbessert sich von 65 % auf 66 %. Das bereinigte EBITDA legt um 13 % auf 1,59 Mrd. USD zu. Das bereinigte verwässerte EPS klettert von 2,65 USD auf 3,19 USD, das GAAP-EPS von 2,78 USD auf 2,90 USD. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 1,2 % höher.

Das Quartalsbild ist qualitativ solide: Das Wachstum kommt fast vollständig aus dem Gebührengeschäft, das strukturell kapitalleicht ist. Franchise- und Basismanagementgebühren steigen um 14 % auf 1,37 Mrd. USD, getrieben von höheren Co-Branding-Kreditkartengebühren, Zimmerwachstum und höheren Zimmerpreisen. Dabei ist zu beachten, dass ein 68-Mio.-USD-Wertminderungsposten im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Hotels in den USA/Kanada aus den bereinigten Ergebnissen herausgerechnet wurde; ohne diesen Effekt wäre das GAAP-Ergebnis noch näher am bereinigten Wert gelegen.

MARRIOTT INTERNATIONAL INC /MD/: Earnings-Scorecard zum aktuellen Quartalsbericht

Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von MARRIOTT INTERNATIONAL INC /MD/. (Quelle: Unternehmensangaben)

USA/Kanada zieht, der Nahe Osten bremst

Der RevPAR, also der Erlös je verfügbarem Zimmer, steigt weltweit um 3,4 % (in konstanten Währungen). In den USA und Kanada legt er um 5,0 % zu, getragen von breiter Nachfrage über alle Hotelkategorien und Kundensegmente. Das Luxussegment in den USA/Kanada wächst systemweit um 9,1 %, das Premium-Segment um 5,0 %. Dieses Bild spricht für Preissetzungskraft, nicht nur für höhere Auslastung.

International sieht es differenzierter aus. Der internationale RevPAR gibt um 0,5 % nach, weil der Nahe Osten durch den anhaltenden Konflikt einen Einbruch von 33 % verzeichnet. Europa, Asien-Pazifik ohne China und Greater China wachsen hingegen solide mit 4,2 %, 5,3 % bzw. 3,2 %. Die internationale Schwäche ist damit klar lokalisierbar und nicht Ausdruck einer breiteren Nachfrageabkühlung.

Pipeline auf Rekordstand

Marriott fügt im Quartal rund 17.900 Nettozimmer hinzu und erreicht damit ein systemweites Nettoraumwachstum von 4,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die weltweite Entwicklungspipeline wächst auf einen neuen Rekordwert von rund 629.000 Zimmern in 4.186 Projekten, ein Plus von knapp 7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Über 44 % der Pipeline-Zimmer befinden sich im Bau. Konversionen, also Übernahmen bestehender Hotels unter Marriott-Marken, machen mehr als ein Drittel der Neuverträge aus. Das zeigt, dass das Wachstum nicht allein von Neubauten abhängt, was die Planbarkeit erhöht.

Parallel erneuert Marriott die langfristigen Vereinbarungen für sein Co-Branding-Kreditkartenprogramm in den USA mit JPMorgan Chase und American Express. Das Bonvoy-Loyalitätsprogramm zählt inzwischen mehr als 295 Millionen Mitglieder. Beide Faktoren stärken die Gebühreneinnahmen strukturell, auch wenn die neuen Kreditkartenkonditionen erst teilweise im laufenden Jahr wirken.

MARRIOTT INTERNATIONAL INC /MD/: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Die Guidance wird angehoben. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Marriott nun ein bereinigtes verwässertes EPS von 11,64 bis 11,81 USD, gegenüber der bisherigen Prognose von 11,38 bis 11,63 USD. Das bereinigte EBITDA wird auf 5,965 bis 6,025 Mrd. USD angehoben, nach zuvor 5,880 bis 5,970 Mrd. USD. Die weltweite RevPAR-Wachstumsprognose für das Gesamtjahr steigt auf 3,0 bis 3,5 %, für das dritte Quartal werden 3,5 bis 4,0 % erwartet. Die neue Jahres-EPS-Spanne liegt am oberen Ende leicht über dem Analystenkonsens von 11,62 USD.

Der Ton des Managements ist selbstbewusst, aber nicht überschwänglich: Man verweist auf "breite Nachfrage" und "anhaltende Entwicklungsdynamik", hält die Prognose aber explizit an die Fortsetzung des aktuellen makroökonomischen Umfelds geknüpft. Das ist eine übliche Absicherung, fällt aber angesichts der Nahost-Belastungen und der globalen Unsicherheiten nicht bedeutungslos aus.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 26,19 Mrd. USD 27,94 Mrd. USD 29,53 Mrd. USD
EPS 9,49 USD 11,62 USD 13,04 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)

Fazit: Das bereinigte EPS-Wachstum von 20 % und die angehobene Jahresprognose machen dieses Quartal zu einem klaren Argument für die Investmentstory des kapitalleichten Gebührenmodells. Die Nahost-Belastungen sind real, aber geografisch begrenzt, und das Wachstum in den USA/Kanada sowie in Asien-Pazifik kompensiert überzeugend. Die Rekordsignings in der Pipeline signalisieren, dass das Zimmerwachstum mittelfristig nicht abreißt. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau von rund KGV 35,8 ist viel Wachstum bereits eingepreist, doch die Guidance-Anhebung liefert der Aktie zumindest kurzfristig einen konkreten Rückenwind.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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