Werbung
Kommentar
14:14 Uhr, 25.08.2026

Markteinblick: Zollstreit, Nvidia und Jackson Hole im Fokus

Für Unsicherheit sorgt derzeit erneut der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und Kanada. Nach dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen haben die USA Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Umfang von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt. Kanada hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt, die ab dem 8. September greifen sollen. Zusätzlich stellte US-Präsident Donald Trump weitere Zölle auf kanadische Autos, Autoteile, Lkw und Stahl in Aussicht. Damit rückt das Thema Handelskonflikte wieder stärker in den Fokus der Anleger.

Auf Unternehmensseite richtet sich der Blick vor allem auf Nvidia. Der KI-Chipkonzern veröffentlicht am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal. Aufgrund der enormen Bedeutung von Nvidia für den KI-Boom und die großen US-Indizes könnten die Ergebnisse auch den Gesamtmarkt deutlich bewegen. Neben Umsatz und Gewinn dürften Anleger besonders auf den Ausblick und die weitere Nachfrage nach KI-Infrastruktur achten.

Zum Ende der Woche dürfte dann die Geldpolitik in den Mittelpunkt rücken. Beim Notenbanktreffen in Jackson Hole wird Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag seine mit Spannung erwartete Rede halten. Anleger hoffen vor allem auf Hinweise zum weiteren Zinskurs der US-Notenbank. Angesichts weiterhin erhöhter Inflation und zuletzt deutlich gestiegener Anleiherenditen könnten bereits kleine Veränderungen in Warshs Tonlage größere Bewegungen bei Aktien, Anleihen und dem US-Dollar auslösen.

USA und Kanada: Zollstreit spitzt sich weiter zu

Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada hat sich zuletzt deutlich verschärft. Nachdem Verhandlungen zwischen beiden Ländern ohne Einigung beendet wurden, haben die USA neue Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar eingeführt. Betroffen sind zahlreiche Produkte, darunter landwirtschaftliche Erzeugnisse, Konsumgüter sowie verschiedene Industrieprodukte.

US-Präsident Donald Trump begründet die Maßnahmen unter anderem mit aus seiner Sicht unfairen Handelsbedingungen und Benachteiligungen amerikanischer Unternehmen. Kanada will die neuen Zölle jedoch nicht unbeantwortet lassen. Premierminister Mark Carney kündigte entsprechende Gegenzölle auf US-Produkte an, die ab dem 8. September greifen sollen. Gleichzeitig drohte Trump mit weiteren Zöllen, unter anderem auf kanadische Fahrzeuge, Autoteile und Stahl.

Für die Finanzmärkte ist die weitere Entwicklung besonders relevant, da die Volkswirtschaften der USA und Kanadas eng miteinander verflochten sind. Anhaltend hohe Zölle könnten Lieferketten belasten, Kosten für Unternehmen erhöhen und letztlich auch zu steigenden Verbraucherpreisen führen. Vor allem die Automobil-, Stahl- und Rohstoffindustrie steht dabei im Fokus. Eine weitere Eskalation könnte deshalb nicht nur Kanada treffen, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Inflation in den USA beeinflussen.

Nvidia vor den Quartalszahlen: Hohe Erwartungen an den KI-Giganten

Am Mittwoch nach US-Börsenschluss richtet sich der Blick der Anleger auf Nvidia. Der KI-Chipkonzern veröffentlicht am 26. August seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Die Ergebnisse werden gegen 22:20 Uhr deutscher Zeit erwartet, anschließend folgt die Telefonkonferenz mit dem Management.

Die Erwartungen sind hoch. Bereits im vergangenen Quartal erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein das wichtige Geschäft mit Rechenzentren steuerte 75,2 Milliarden US-Dollar bei. Damit profitiert Nvidia weiterhin stark von den hohen Investitionen großer Technologieunternehmen in Rechenzentren und künstliche Intelligenz.

Entsprechend dürften Anleger diesmal besonders darauf achten, ob Nvidia das hohe Wachstumstempo beibehalten kann. Im Mittelpunkt stehen dabei die Nachfrage nach den aktuellen KI-Chips und -Systemen, die Entwicklung des Rechenzentrumsgeschäfts sowie Aussagen zu neuen Produktgenerationen. Auch das Geschäft in China und mögliche Auswirkungen von Exportbeschränkungen bleiben wichtige Themen.

Aufgrund der hohen Gewichtung von Nvidia in den großen US-Indizes könnten die Zahlen weit über die einzelne Aktie hinaus für Bewegung sorgen. Starke Ergebnisse und ein überzeugender Ausblick könnten den Technologiesektor und die allgemeine Marktstimmung unterstützen. Enttäuschungen bei Wachstum oder Ausblick könnten dagegen für stärkere Kursbewegungen bei Nvidia sowie anderen KI- und Halbleiterwerten sorgen.

Jackson Hole wird zum wichtigen Termin für die Märkte

Zum Ende der Woche rückt die US-Geldpolitik wieder verstärkt in den Mittelpunkt. Beim jährlichen Notenbanktreffen in Jackson Hole kommen vom 27. bis 29. August führende Zentralbanker, Ökonomen und Finanzmarktexperten zusammen. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr Fed-Chef Kevin Warsh, der am Freitag seine mit Spannung erwartete Rede halten wird. Die Rede ist für 10:00 Uhr Ortszeit und damit 18:00 Uhr deutscher Zeit angesetzt.

Für die Anleger dürfte vor allem entscheidend sein, welche Hinweise Warsh zur weiteren Zinspolitik der US-Notenbank liefert. Bei der letzten Anhörung vor dem US-Kongress betonte er, dass die Fed weiterhin entschlossen gegen eine anhaltend hohe Inflation vorgehen will. Gleichzeitig beschrieb er die US-Wirtschaft als robust und verwies unter anderem auf die starken Investitionen der Unternehmen.

Entsprechend genau dürften die Märkte darauf achten, wie Warsh aktuell das Verhältnis zwischen Inflation, Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt bewertet. Interessant wird außerdem, ob er bereits Hinweise auf die nächste Fed-Sitzung am 15. und 16. September gibt.

Jackson Hole hat in der Vergangenheit immer wieder für größere Marktbewegungen gesorgt. Auch diesmal könnten bereits kleine Veränderungen in der Wortwahl des Fed-Chefs die Erwartungen an den weiteren Zinskurs beeinflussen. Neben den Aktienmärkten dürften daher vor allem der US-Dollar, Gold und die US-Anleiherenditen auf die Rede reagieren.

Gold setzt seinen Aufwärtstrend fort

Gold hat zuletzt deutlich an Stärke gewonnen und wichtige Widerstandsbereiche nach oben durchbrochen. Unterstützt wird die Bewegung vor allem durch die anhaltende politische und wirtschaftliche Unsicherheit. Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada sowie geopolitische Risiken erhöhen die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.

Zusätzlich richtet sich der Blick auf die US-Geldpolitik. Vor der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole bleiben die Erwartungen an den weiteren Zinskurs ein wichtiger Faktor.

Aus charttechnischer Sicht hat der jüngste Ausbruch zu einer veränderten technischen Ausgangslage geführt. Nun muss sich zeigen, ob Gold die überwundenen Widerstände nachhaltig hinter sich lassen und die Aufwärtsbewegung fortsetzen kann.

Quellen:
https://apnews.com/article/canada-us-trade-tariffs-trump-857ef76b20a766e370d70176135b678e
https://investor.nvidia.com/news/press-release-details/2026/NVIDIA-Sets-Conference-Call-for-Second-Quarter-Financial-Results/default.aspx
https://www.kansascityfed.org/research/jackson-hole-economic-symposium/

Risikohinweis
Forex und CFD Trading ist spekulativ und daher nicht für jeden Investor geeignet. GBE brokers Ltd. bietet Margin Trading an. Gehebelte Produkte können sich sowohl zu deinem Nachteil als auch zu deinem Vorteil auswirken. Du solltest dir aller Risiken bewusst sein und nicht mehr Kapital einsetzen als du dir leisten kannst zu verlieren. Bevor du ein Konto eröffnest, lies bitte unsere Risikohinweise und unsere AGBs.

Haftungsausschluss
Trade verantwortungsvoll: CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 73.62% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Handle bei GBE brokers CFDs unter transparenten Konditionen und in einem regulierten Handelsumfeld. Konto bei GBE brokers eröffnen