MARKT USA/Wall Street mit Zurückhaltung nach Venezuela-Entwicklungen
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Mit leicht positiven Vorzeichen dürften die Indizes an der Wall Street in die erste vollständige Handelswoche des Jahres starten. Der Future auf den S&P-500 legt um 0,2 Prozent zu. Die Entwicklungen in Venezuela am Wochenende dürften aber für Zurückhaltung sorgen, heißt es. Nach den Militärschlägen gegen Venezuela und der Gefangennahme von Machthaber Nicolas Maduro wollen die USA eine Übergangsregierung in dem Land installieren. Diese soll die angeschlagene Ölindustrie reparieren und das Land stabilisieren.
Die deutlichsten Auswirkungen der Venezuela-Entwicklungen waren bei den Ölpreisen zu beobachten, die zunächst stärker nachgaben, diese Verluste aber weitgehend wieder aufgeholt haben. Die Preise für Brent und WTI geben aktuell um jeweils 0,1 Prozent nach. Die Aussicht auf eine langfristige Erholung des Öl-Angebots infolge einer zu erwartenden höheren Produktion Venzuelas dürfte nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Volkswirten die Ölpreise drücken. "Trump selbst hatte am Wochenende gesagt, US-Ölkonzerne würden 'hineingehen, Milliarden von Dollar ausgeben, die beschädigte Infrastruktur, die Ölinfrastruktur, reparieren und anfangen, Geld für das Land zu verdienen'", erläutern sie. Tatsächlich hätten diese Erwartungen die Ölpreise am Montagmorgen etwas gedrückt.
Der Sturz des Maduro-Regimes könnte den USA eine gewisse Macht über China verleihen, meint Marktstrategin Kathleen Brooks von XTB. Angesichts der bedeutenden Ölreserven des Landes könnte der Schritt die US-Versorgung für die kommenden Jahre sichern. Er könnte den USA auch helfen, einen gewissen Einfluss auf China auszuüben, das mehr Öl aus Venezuela kaufe als jeder andere, so Brooks.
Kräftig nach oben geht es vorbörslich mit den Aktien von Chevron (+7,7%), Exxon (+4,1%) und Conocophilips (+7,1%). Der Sturz von Maduro hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die US-Ölkonzerne ihre Aktivitäten in der ölreichen südamerikanischen Republik wieder ausweiten können. Chevron ist das einzige große US-Ölunternehmen, das derzeit in dem Land präsent ist. Eine Lockerung der Beschränkungen für die Geschäftstätigkeit von Chevron unter einer neuen Regierung könnte die Produktion von venezolanischem Öl ankurbeln, so JP Morgan. Conocophillips und Exxon verließen Venezuela im Jahr 2007, nachdem der damalige Präsident Hugo Chavez ihre Vermögenswerte verstaatlicht hatte.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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