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22:11 Uhr, 26.01.2026

MÄRKTE USA/Wall Street etwas fester - Gold über 5.000 USD

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DOW JONES--An den US-Börsen hat sich am Montag eine etwas festere Tendenz durchgesetzt. Der Dow-Jones-Index gewann 0,6 Prozent auf 49.412 Punkte. Der S&P-500 legte um 0,5 Prozent zu und der Nasdaq-Composite um 0,4 Prozent. An der Nyse wurden 1.427 (Freitag: 1.092) Kursgewinner gesehen, denen 1.349 (1.659) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 52 (94) Titel. Etwas Unterstützung erhielten die Aktienkurse von sinkenden Marktzinsen. Anleger schienen überdies den im Wochenverlauf anstehenden Zahlenausweisen bedeutender US-Technologieunternehmen verhalten optimistisch entgegenzusehen. Höhepunkt der Woche ist jedoch der Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch. Am Markt herrscht die Meinung vor, dass die Fed den Leitzins unverändert lassen wird. Neue Politikschlagzeilen ließen die Anleger derweil etwas zurückhaltend agieren.

Zum einen hat US-Präsident Donald Trump mit einer massiven Eskalation im schwelenden Handelsstreit mit der Regierung des kanadischen Premierministers Mark Carney gedroht. Er warnte, dass die USA Zölle von 100 Prozent auf alle kanadischen Importe erhöben, falls "Kanada einen Deal mit China macht". Carney irre sich "gewaltig", wenn er glaube, er könne Kanada zu einem "Abladehafen" für China machen, um Waren in die USA zu schleusen.

Zum anderen dürfte den USA erneut ein teilweiser Regierungsstillstand bevorstehen. Am Freitag läuft die Frist für den US-Kongress ab, einen Haushaltsentwurf für weite Teile der Regierung zu verabschieden, was nicht nur das Heimatschutzministerium (ICE), sondern auch andere Behörden einschließt. Sollte dies nicht geschehen, drohen diesem Ministerium und weiteren Stellen Zwangsurlaub für Mitarbeiter sowie eine Unterbrechung einiger Abläufe. Die Demokraten sind wegen der Tötung eines weiteren US-Bürgers offenbar nicht bereit, die Finanzierung der ICE-Behörde mitzutragen.

Dazu gesellten sich Sorgen um die Zukunft des KI-Infrastrukturprojektes Stargate. Denn mit Softbank zögert laut einem Bericht einer der größten Branchenfinanzierer nun damit, den geplanten Kauf des Datenzentrenbetreibers Switch für 50 Milliarden Dollar in die Tat umzusetzen. "Mit Zweifeln an der KI-Zukunft plus dazu noch der Erwartung von Dollar-Verlusten sind US-Aktien für ausländische Anleger nicht mehr attraktiv", ergänzt ein Händler. Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA ist im November zwar überraschend stark gestiegen, die Daten dürften angesichts der politischen Gemengelage kaum eine Rolle spielen.

Der Rentenmarkt verzeichnete dank der jüngsten politischen Spannungen etwas Zulauf. Im Gegenzug fielen die Renditen leicht. Die Rendite zehnjähriger Anleihen fiel um 3 Basispunkte auf 4,21 Prozent. Den Drohungen von Präsident Trump gegen Kanada fehle es an Details und Glaubwürdigkeit, meinte Analyst Derek Holt von Scotiabank.

Der Dollar geriet dagegen nicht nur mit den Trump-Drohungen unter Druck, sondern auch durch eine Aufwertung des Yen. Denn sowohl Washington als auch Tokio hatten Bereitschaft signalisiert, zugunsten der japanischen Währung am Devisenmarkt zu intervenieren. der Dollar-Index büßte 0,6 Prozent ein. Das schwindende Vertrauen in den Dollar treibe indes die Edelmetallpreise in die Höhe, urteilte Marktanalystin Daniela Hathorn von Capital.com. Gold und Silber erreichten neue Höchststände - der Goldpreis kletterte über die Marke von 5.000 Dollar. Die Zolldrohungen von Trump drückten die Ölpreise leicht, weil neue Zölle die Weltkonjunktur abwürgen und die Ölnachfrage dämpfen könnten. Auf der anderen Seite stützen jedoch der schwächere Dollar und die Kältewelle in den USA, die den Heizölbedarf nach oben treibt.

Am Aktienmarkt schossen USA Rare Earth um 7,9 Prozent nach oben. Die Trump-Regierung plant, 1,6 Milliarden Dollar in das Bergbauunternehmen zu investieren und eine Beteiligung aufzubauen. Für andere Aktien aus dem Bereich Seltene Erden ging es dagegen abwärts. MP Materials fielen um 8,8 und Ramaco Resources um gut 20 Prozent.

Micron Technology gaben um 2,6 Prozent nach. Laut einem Bericht wird Samsung Nvidia mit Speicherchips der nächsten Generation beliefern. Micron ist der Hauptkonkurrent des südkoreanischen Unternehmens. Coreweave verbesserten sich um 6,1 Prozent. Nvidia investiert 2 Milliarden Dollar in das KI-Cloud-Unternehmen.

Nach Vorlage von Viertquartalszahlen sank der Kurs von Steel Dynamics um 4,4 Prozent - der Nettoumsatz verfehlte die Markterwartungen. Newmont und Freeport-McMoRan legten um 1,3 bzw. 1,3 Prozent zu, die Bergbautitel profitierten vom Höhenflug des Goldpreises.

Revolution Medicines brachen um rund 17 Prozent ein, Merck ist offenbar nicht mehr an Gesprächen über den Kauf des Biotechnologie-Unternehmens interessiert.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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