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22:46 Uhr, 16.01.2026

MÄRKTE USA/Leichtes Minus - Trump und Vorsicht vor dem langen Wochenende drückt

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DOW JONES--An der Wall Street hatte sich im Verlauf des Freitagshandels unter den Anlegern die Vorsicht durchgesetzt und die Börse mit leichten Verlusten ins Wochenende geschickt. Zudem haben die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump die Zinssenkungshoffnungen gedämpft. Trump schürte auf einer Veranstaltung Zweifel an Kevin Hassett als nächstem Fed-Chef, der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus galt bisher als aussichtsreichster Kandidat. Trump lobte am Freitag einen kürzlichen Fernsehauftritt von Hassett und sagte: "Ich möchte Sie eigentlich dort behalten, wo Sie sind." Im Zuge dessen hatten die Anleger ihre Wetten auf Hassett für den Fed-Spitzenposten bei halbiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh nominiert wird, stieg auf 60 Prozent. Händler sehen Hassett als die marktfreundlichere Option als Nachfolger von Powell und denken, dass eher als Warsh bereit sein könnte, die Zinsen niedrig zu halten.

Die Indizes gaben im Handelsverlauf ihre anfänglichen Gewinne ab, auch weil die Anleger vor dem langen Wochenende kein Risiko eingehen wollten. Am Montag bleiben die US-wegen des Feiertags Martin Luther King Day geschlossen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 49.359 Punkte, S&P-500 gab um 0,1 Prozent nach und Nasdaq-Composite sah ebenfalls ein Minus von 0,1 Prozent. Dabei wurden an der Nyse 1.180 (Donnerstag: 1.843) Kursgewinner und 1.565 (921) - verlierer gesehen. Unverändert schlossen 68 (57) Titel. Etwas Unterstützung kam von ermutigenden Daten zur Industrieproduktion, die im Dezember stärker gestiegen ist als erwartet. Als Stimmungsdämpfer wirkte vor allem die geopolitische Lage. Am Vortag hatte die Aussage von US-Präsident Donald Trump, dass die Spannungen im Iran nachließen, zwar die Anleger an den Aktienmärkten etwas beruhigt und die Ölpreise auf Talfahrt geschickt, einen US-Militärschlag gegen den Iran hat der Präsident indessen nicht ganz ausgeschlossen. Beobachter erinnerten daran, dass die US-Invasion in Venezuela an einem Samstag stattfand.

Gleichzeitig schwelt der Konflikt um Grönland weiter und Trump hatte nun im Streit um Grönland mit der Verhängung von Zöllen gedroht. "Ich könnte einen Zoll auf Länder erheben, wenn sie bei Grönland nicht mitziehen, denn wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit. Das könnte ich also tun", sagte der Präsident im Weißen Haus und fügte an, dass Grönland aus Sicht der USA wichtig für die nationale Sicherheit sei. Einige Nato-Mitglieder haben mittlerweile Soldaten auf die zu Dänemark gehörende Insel entsandt, auf die Trump Anspruch erhebt.

Gesucht waren teilweise erneut Aktien mit Bezug zu TSMC oder zum Thema KI, nachdem der taiwanische Chipauftragsfertiger mit starken Geschäftszahlen und einem optimistischen Ausblick die Furcht vor einer KI-Blase vorerst zerstreut hat. Unter anderem stieg die Aktie von Nvidia, für die TSMC Chips fertigt, im Handelsverkauf zunächst leicht an, gab aber zur Schlussglocke ihre Gewinne wieder ab und zeigte sich mit einem Minus von 0,5 Prozent. Advanced Micro Devices (AMD) legten unterdessen um 1,7 Prozent zu und Broadcom um 2,5 Prozent. Micron verteuerten sich um 7,8 Prozent, nachdem TSMC-Co-CEO Mark Liu Aktien des Speicherchipherstellers gekauft hatte. In den Blick würden nun die anstehenden Quartalsergebnisse der Branchenunternehmen rücken, merkte Swissquote an. Für die Anleger stünden nach wie vor Bedenken wegen zirkulärer Geschäftsmodelle, Verschuldung und verzögerter Renditen von Investitionen im Vordergrund.

Die Bilanzsaison legte am Freitag eine Pause ein. Zu den wenigen Unternehmen, die Zahlen veröffentlicht haben, gehörte der Logistiker J.B. Hunt Transport. Die Aktie schloss mit einem Abschlag von rund 1 Prozent, nachdem das Unternehmen einen Umsatzrückgang aufgrund eines niedrigeren Frachtkaufkommens im transkontinentalen Geschäft gemeldet hatte. Die Aktie des Düngemittelkonzerns Mosaic gab um 4,5 Prozent nach. Das Unternehmen hatte zuvor enttäuschende vorläufige Zahlen zum vierten Quartal veröffentlicht.

Der Dollarindex legte um 0,1 Prozent zu, nachdem sich Präsident Trump dahingehend geäußert hatte, dass Kevin Hassett in seinem Amt als Vorsitzender der Nationalen Wirtschaftsrats verbleiben könnte. Am Anleihemarkt ging es mit den Renditen dagegen nach oben, was Marktteilnehmer mit nachlassender Zinssenkungsfantasie erklärten, auch nach den jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Höhere Renditen deuteten demnach darauf hin, dass einige Marktteilnehmer davon ausgehen, dass Warsh die Zinsen nicht so aggressiv senken würde wie Hassett. Die Zehnjahresrendite stieg um 7 Basispunkte auf 4,22 Prozent.

Die Ölpreise tendierten in einer Gegenbewegung auf die Talfahrt vom Donnerstag nunmehr fester. Die Preise waren unter Druck geraten, nachdem Präsident Trump die Möglichkeit eines bevorstehenden US-Militärschlags gegen den Iran heruntergespielt hatte. Beobachter sprachen vom Auspreisen einer Risikoprämie, die weiter schrumpfen dürfte, je mehr Zeit ohne ein militärisches Eingreifen vergehe. Dann dürfte wieder die Befürchtung eines Überangebots in den Vordergrund treten. Der Preis für Brent legte um 0,6 Prozent zu und der für WTI verteuerte sich um 0,4 Prozent.

Der Goldpreis zeigte sich nach seinem jüngsten Höhenflug leichter. Auch hier verweisen Marktteilnehmer auf entweichende Zinssenkungsfantasie nach den soliden Konjunkturdaten und der Hasselt-Aussagen von Trump. Der Preis für eine Feinunze zeigte sich zur Schlussglocke 0,5 Prozent leichter.

 
·DJIA                        49.359,33         -0,2%         -83,11          +2,8% 
·S&P-500                      6.940,01         -0,1%          -4,46          +1,4% 
·NASDAQ Comp                 23.515,39         -0,1%          -14,63         +1,2% 
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·DEVISEN                       zuletzt         +/- %           0:00      Do, 17:20 
·EUR/USD                        1,1600         -0,1%         1,1608         1,1606 
·EUR/JPY                        183,40         -0,4%         184,14         183,95 
·EUR/CHF                        0,9315         -0,1%         0,9326         0,9321 
·EUR/GBP                        0,8672         -0,0%         0,8676         0,8668 
·USD/JPY                        158,10         -0,3%         158,63         158,50 
·GBP/USD                        1,3376         -0,0%         1,3379         1,3389 
·USD/CNY                        7,0018         +0,0%         7,0005         7,0007 
·USD/CNH                        6,9662         +0,0%         6,9633         6,9620 
·AUS/USD                        0,6682         -0,3%         0,6699         0,6708 
·Bitcoin/USD                 95.427,70         -0,2%      95.598,20      96.390,70 
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·ROHOEL                        zuletzt   VT-Settlem.          +/- %        +/- USD 
·WTI/Nymex                       59,44         59,19          +0,4%           0,25 
·Brent/ICE                       64,15         63,76          +0,6%           0,39 
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·METALLE                       zuletzt        Vortag          +/- %        +/- USD 
·Gold                         4.594,31      4.616,95          -0,5%         -22,65 
·Silber                          89,87         92,42          -2,8%          -2,55 
·Platin                       2.010,14      2.079,07          -3,3%         -68,93 
·Kupfer                           5,91          5,99          -1,3%          -0,08 
·YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
·(Angaben ohne Gewaehr) 
 
 

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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