MÄRKTE EUROPA/Edelmetalle erholen sich - KI sorgt für Wirbel
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DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Dienstag mit kleinen Verlusten geschlossen. Der Abverkauf bei Edelmetallen fand zunächst ein Ende, was stabilisierend auf Aktien wirkte. Nachdem der Verkaufsdruck am Vortag bereits deutlich abgenommen hatte, setzte eine kräftige Gegenbewegung ein. So zog Gold um über 6 Prozent an, der Silberpreis stieg sogar um 8,5 Prozent. Die hohe Volatilität bei Edelmetallen mahnte indessen weiterhin zur Vorsicht. Aber auch der Kupferpreis erholte sich kräftig. Die überraschende Nominierung vpn Kevin Warsh zum Nachfolger von Jerome Powell an der Fed-Spitze hatte einen Abverkauf im Rohstoffsektor ausgelöst. Warsh gilt als der falkenhafteste der genannten Kandidaten.
Der DAX verlor 0,1 Prozent auf 24.781 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,2 Prozent auf 5.995 Punkte niedriger, bei 6.073 Punkten hatte der Index im Verlauf noch ein Allzeithoch markiert. An den Anleihemärkten gaben die Kurse nach, die Renditen stiegen also. Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro wenig verändert zum Schluss bei 1,1822 Dollar. Für Rohstoffaktien ging es gleich um 4 Prozent nach oben, Energietitel legten im Schnitt um 1,7 Prozent zu.
Klar positiv für den freien Welthandel wurde das Handelsabkommen zwischen den USA und Indien gewertet, nachdem jüngst auch Europa einen Handelsdeal mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt geschlossen hatte. US-Präsident Trump gab über die sozialen Medien eine Senkung der "reziproken" Zölle auf indische Warenimporte von zuvor 25 auf 18 Prozent mit sofortiger Wirkung bekannt. Laut Medienberichten wird zudem der zusätzliche Strafzoll von 25 Prozent, der mit Indiens Käufen von russischem Öl zusammenhing, auf null reduziert, nachdem Indien zugestimmt hatte, diese Importe zurückzufahren. Dies werteten die Marktstrategen von Goldman Sachs als klaren diplomatischen Sieg für die US-Außenpolitik.
Ein neues Analysetool von Anthropic, das als Plugin in der KI von Anthropic, Claude, eingesetzt werden kann, sorgte für Wirbel. Mittels des Tools können auch juristische Arbeiten automatisiert werden, wie etwa Verträge, non-disclosure Vereinbarungen oder Compliance Aufgabenbereiche. Die Aktien von Datenanbietern bzw Anbietern von Daten-Analysetools gerieten daraufhin unter Druck. Im DAX brach das Papier der Deutschen Börse um 4,4 Prozent ein, SAP schlossen 4,6 Prozent niedriger, Scout24 gaben 5,2 Prozent nach. In London verloren LSE 12,8 Prozent und Pearson 7,7 Prozent. Seit Monaten wird unter Anlegern intensiv diskutiert, ob KI Segen oder Fluch für Datenanbieter aller Couleur darstellt.
Für Technologie-Aktien ging es um 4,4 Prozent nach unten. Zwar wurden die Geschäftszahlen von Palantir in den USA mit Kursgewinnen begrüßt, allerdings gab es auch Enttäuschungen im Sektor. So brach die Paypal-Aktie ein, der Zahlungsdienstleister hatte sowohl für das laufende Quartal als auch für das Geschäftsjahr einen Rückgang des Gewinns um einen mittleren einstelligen Prozentsatz prognostiziert. Im Chipsektor gaben Rambus nach einem schwachen Ausblick um mehr als 15 Prozent nach. Infineon verloren 1,9 Prozent oder STMicroelectronics 2,5 Prozent.
Dass Publicis keine Aktienrückkäufe für 2026 erwähnt hatte, enttäuschte Anleger. Die Ergebnisse des vierten Quartals hätten die Erwartungen derweil übertroffen und der Ausblick für 2026 sehe solide aus, dies sei aber weitgehend erwartet worden, so UBS. Publicis sei bei seinem Ausblick zu diesem Zeitpunkt des Jahres erwartungsgemäß konservativ, meinen die Analysten. Die Aktie fiel um 9,2 Prozent und zog den gesamten Sektor mit nach unten. WPP schlossen 11,8 Prozent niedriger. Für Prosiebensat1 ging es nach Zahlenausweis 3,6 Prozent nach unten.
Akzonobel schlossen nach Zahlenvorlage 3,9 Prozent niedriger. Die Konsenserwartungen bei Umsatz und Gewinn wurden leicht verfehlt. Zum schwachen vierten Quartal hat sich auch ein zurückhaltender Ausblick gesellt. Dass ihn die Analysten der Citi lediglich als konservativ einordnen, kam am Markt nicht gut an. Laut Unternehmen ist mit einem schwachen ersten Halbjahr zu rechnen. Goldman Sachs bestätigte nach den Zahlen die Kauf-Empfehlung, betonte aber auch, wie wichtig ein besseres zweites Halbjahr sei.
Zalando stehe vor Herausforderungen durch den Aufstieg des Social-Media-Handels, wie etwa dem TikTok-Shop, so Morgan Stanley. Die Expansion von TikTok in Ländern wie Deutschland und Frankreich sollte reibungsloser verlaufen, da das Unternehmen aus den Fehlern in Großbritannien und den Erfolgen in den USA gelernt habe. Deutschland werde als starker Absatzmarkt gesehen. Die Video-Plattform verfügt über eine E-Commerce-Funktion innerhalb ihrer App, die es Nutzern ermöglicht, direkt aus Videos heraus einzukaufen. Zalando brachen um 12,1 Prozent ein, für das Puma-Papier ging es um 3,3 Prozent nach unten.
Sartorius schlossen nach Zahlenvorlage 6 Prozent fester. JP Morgan sprach mit Blick auf das Zahlenwerk und den Ausblick von einer "Bereinigung". Entsprechend erleichtert reagierten Anleger, insbesondere nachdem die Aktie im Vorfeld des Zahlenausweises unter Abgabedruck geraten war.
Die vorläufigen Zahlen von Siltronic für das vierte Quartal fielen laut Jefferies-Analysten besser als erwartet aus und übertrafen den Konsens beim Umsatz um 10 Prozent sowie beim EBITDA um 16 Prozent. Es wurde aber keine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 abgegeben, wenngleich das Management - wie erwartet - ein weiteres herausforderndes Jahr prognostiziert. Die aktuellen Konsensschätzungen für 2026 stuften die Analysten als zu hoch ein. Siltronic kamen um 8,1 Prozent zurück.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 5.995,35 -0,2% +3,7% Stoxx-50 5.133,43 -0,1% +4,5% Stoxx-600 617,93 +0,1% +4,2% XETRA-DAX 24.780,79 -0,1% +1,3% CAC-40 Paris 8.179,50 -0,0% +0,4% AEX Amsterdam 993,99 -1,5% +6,1% ATHEX-20 Athen 6.055,97 +1,2% +11,9% BEL-20 Brüssel 5.499,51 +0,7% +7,5% BUX Budapest 130.284,26 +1,5% +15,6% OMXH-25 Helsinki 5.936,00 +0,9% +3,1% OMXC-20 Kopenhagen 1.732,76 -0,7% +8,5% PSI 20 Lissabon 8.828,16 +1,4% +5,4% IBEX-35 Madrid 18.119,20 +0,0% +4,7% FTSE-MIB Mailand 46.420,52 +0,9% +2,4% OBX Oslo 1.682,66 +0,3% +5,0% PX Prag 2.785,72 +0,3% +3,4% OMXS-30 Stockholm 3.087,35 +0,7% +6,4% WIG-20 Warschau 3.441,06 +2,3% +5,7% ATX Wien 5.732,93 +1,3% +6,2% SMI Zürich 13.372,58 -0,3% +1,1% *bezogen auf Vortagesschluss DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mo, 18:39 Uhr % YTD EUR/USD 1,1821 +0,3% 1,1791 1,1797 +0,2% EUR/JPY 184,00 +0,3% 183,42 183,51 -0,4% EUR/CHF 0,9160 -0,4% 0,9196 0,9205 -1,2% EUR/GBP 0,8629 +0,0% 0,8627 0,8641 -1,1% USD/JPY 155,66 +0,1% 155,56 155,55 -0,7% GBP/USD 1,3698 +0,2% 1,3666 1,3653 +1,3% USD/CNY 6,9575 -0,1% 6,9662 6,9636 -0,8% USD/CNH 6,9335 -0,1% 6,9435 6,9392 -0,5% AUS/USD 0,7017 +1,0% 0,6948 0,6956 +4,0% Bitcoin/USD 76.101,75 -3,3% 78.697,70 78.903,20 -11,1% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 62,67 62,14 +0,9% 0,53 +8,0% Brent/ICE 66,75 66,30 +0,7% 0,45 +8,8% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.943,05 4.660,78 +6,1% 282,28 +7,9% Silber 85,83 79,09 +8,5% 6,74 +12,3% Platin 1.894,32 1.799,68 +5,3% 94,64 +2,8% Kupfer 6,07 5,83 +4,2% 0,25 +1,8% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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