Krypto-Geldwäsche in Russland aufgedeckt: Kreml setzt britischen Teenager auf Sanktionsliste
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Weil er ein mutmaßliches, milliardenschweres Krypto-Geldwäschesystem aufdeckte, hat Russland den 17-jährigen Alexander Browder auf eine Sanktionsliste gesetzt. Das berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Außenministerium. Die Regierung wirft dem Briten und vier weiteren Reportern “Verleumdungen und gezielte Desinformationen” vor.
Browder hatte im März in einem Bericht herausgearbeitet, wie Russland Börsen, OTC-Diensten und Stablecoins nutzen, um Sanktionen zu umgehen und Gelder zu waschen. Ein Eckpfeiler: die russische Krypto-Börse Garantex. Laut Browder soll der Handelsplatz mehr als 100 Milliarden US-Dollar verarbeitet haben. Ein Großteil stammte dabei von sanktionierten Entitäten.
Eine weitere Säule: der rubelgedeckte Stablecoin A7A5. Der Kreml soll den Stablecoin vor allem für grenzüberschreitende Zahlungen eingesetzt haben. Laut Bericht sollen über die Kryptowährung zeitweise eine Milliarde US-Dollar pro Tag transferiert worden sein.
Insgesamt beziffert Browder ein Volumen von rund 350 Milliarden US-Dollar. Wohl auch deshalb nahm die Europäische Union im April mit dem 20. Sanktionspaket auch Transaktionen mit russischen Kryptoanbietern ins Visier.
Sanktionsumgehungen mit Krypto im Trend
Die Entwicklung deckt sich mit den Erkenntnissen der Blockchain-Analysefirma Chainalysis vom März. In ihrem jährlich erscheinenden Kriminalitätsbericht erreichten illegale Aktivitäten im Krypto-Space ein neues Allzeithoch.
Während in früheren Jahren Hacks, Scams oder Ransomware im Mittelpunkt standen, wird der Großteil der illegalen Transaktionen inzwischen durch Sanktionsumgehung und staatlich unterstützte Netzwerke verursacht. Stablecoins machten dabei 84 Prozent aller illegalen Krypto-Transaktionen aus. Neben Russland identifizierte Chainalysis vor allem den Iran und Nordkorea als Hauptakteure.
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