Kommentar
10:08 Uhr, 16.03.2026

Krypto-Experte: "KI hat Bitcoin für immer gekillt"

Gefährdet der KI-Schwenk vieler Miner die Sicherheit des Netzwerks? Skeptiker warnen vor sinkender Hashrate, Befürworter verweisen auf Bitcoins Difficulty Adjustment.

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Eine neue Debatte ist darüber entbrannt, ob die zunehmende Hinwendung von Bitcoin Minern zur Künstlichen Intelligenz die Sicherheit des Netzwerks gefährden könnte. Während einige Beobachter warnen, dass ein Abzug von Minern das Netzwerk anfälliger für eine sogenannte “51-Prozent-Attacke” machen würde, verweisen andere darauf, dass sich Bitcoin wie vorgesehen selbst neu austariere und Mining dadurch wieder attraktiver werde.

“KI hat Bitcoin für immer gekillt”, schrieb Krypto-Influencer Ran Neuner am Sonntag. Seiner Ansicht nach sei Künstliche Intelligenz inzwischen der größte Konkurrent des Bitcoin Minings, da beide Branchen um dieselbe Ressource konkurrieren: Strom.

“KI ist bereit, mehr zu zahlen”

“KI ist bereit, deutlich mehr zu zahlen”, so Neuner. Die Einnahmen aus dem Bitcoin-Mining pro Megawatt lägen derzeit bei rund 57 bis 129 US-Dollar, während KI-Rechenzentren für dieselbe Strommenge bis zu achtmal höhere Erlöse von 200 bis 500 US-Dollar erzielen könnten. Genau deshalb würden immer mehr Miner in Richtung KI umschwenken.

Neuner verwies darauf, dass Core Scientific sich Anfang des Monats Kredite in Höhe von bis zu 1 Milliarde US-Dollar für KI-Hosting gesichert habe. MARA Holdings habe zuletzt bei der US-Börsenaufsicht SEC Unterlagen eingereicht, die auf einen Teilverkauf von BTC im Zuge eines KI-Schwenks hindeuten. Hut 8 wiederum habe bereits im Dezember ein KI-Infrastrukturabkommen im Volumen von 7 Milliarden US-Dollar mit Google unterzeichnet.

Auch Cipher Mining habe seine Hashrate reduziert, um sich stärker auf KI-Computing zu konzentrieren. Bitmain-Mitgründer Jihan Wu habe das Mining ebenfalls aufgegeben und sei in den KI-Sektor gewechselt, so Neuner. “Wenn ich Miner wäre, wäre das keine schwere Entscheidung. Und genau deshalb verlassen jeden Tag mehr und mehr Miner das Netzwerk.”

Tatsächlich liegt die Profitabilität des Bitcoin-Minings, der sogenannte Hashprice, derzeit nahe einem Allzeittief. MARA und Co. befinden sich daher derzeit tatsächlich unter einem enormen Druck. Bitcoin-Pionier und Kryptograf Adam Back argumentiert jedoch, die automatischen Difficulty-Anpassungen würden lediglich die ineffizientesten Miner aus dem Markt drängen, während sich die Profitabilität für die verbleibenden Akteure verbessere.

Flexible Energienachfrage bei Bitcoin

Neuner hält dagegen, dass die fallende Hashrate bedeutet, dass weniger Miner das Netzwerk absichern und damit das Risiko einer 51-Prozent-Attacke steige. Zwar habe es solche Entwicklungen in früheren Bärenmärkten bereits gegeben, und die automatischen Difficulty-Anpassungen hätten das Netzwerk meist stabilisiert. “Diesmal ist es aber anders, weil uns die Energie fehlt”, so Neuner.

Widerspruch kommt jedoch auch von Daniel Batten, einem auf ESG-Themen spezialisierten Bitcoin-Analysten. Er hält die Argumentation für verkehrt herum: “Die Daten zeigen, dass KI für ihre Expansion von Bitcoin abhängig ist.”

Seiner Ansicht nach geht es nicht nur um hohe Stromnachfrage und teure Energie. Bitcoin Mining könne auch ungenutzte oder überschüssige Energiequellen erschließen, als flexible Last im Stromnetz dienen und selbst mit älterer Hardware an günstigen Standorten wirtschaftlich betrieben werden. Die Aussage Neuners sei daher “Nonsens”.

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