Knapp 6 % Rendite bei US-Unternehmensanleihen: Dieser ETF wählt gezielt aus
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- BNP PARIBAS EASY Alpha Enhanced USD Corporate Bond UCITS ETF Capitalisation - WKN: A41ASP - ISIN: LU2993397939 - Kurs: 9,051 € (Tradegate BSX)
Am US-amerikanischen Anleihemarkt sind die Renditen in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten Anfang Oktober zeitweise mit mehr als 5,3 %. Bei 30-jährigen US-Staatsanleihen waren es über 5,6 %. Damit erreichten die langfristigen Renditen die höchsten Niveaus seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Wesentliche Gründe sind die hartnäckige Inflation, die hohen Energiepreise und die wachsenden Sorgen über die langfristige Entwicklung der US-Staatsfinanzen.

Auch Unternehmensanleihen bieten attraktive Renditen. Der ICE BofA US Corporate Index, der den breiten Markt für auf USD lautende Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating abbildet, rentierte zuletzt mit rund 5,9 %. Die Zahlen stammen von ICE Data Indices und werden über die Federal Reserve Bank of St. Louis veröffentlicht.
Die zusätzliche Risikoprämie für Unternehmensanleihen gegenüber sicheren Staatsanleihen hat sich im Gesamtmarkt nur wenig verändert. Bei einigen großen Technologieunternehmen sieht das aber ganz anders aus. Ihr enormer Finanzierungsbedarf für den Ausbau der KI-Infrastruktur lässt Investoren vorsichtiger werden, es gibt vereinzelte Sorgen bezüglich der Nachhaltigkeit der Entwicklung. .
Mit dem BNP Paribas Easy Alpha Enhanced USD Corp Bond UCITS ETF Capitalisation (ISIN: LU2993397939, WKN: A41ASP) können Anleger in ein aktiv verwaltetes Portfolio aus überwiegend US-amerikanischen Unternehmensanleihen investieren. Anders als klassische Anleihen-ETFs bildet das Produkt keinen Index nach. Ein quantitatives Modell soll vielmehr Anleihen identifizieren, die aufgrund ihrer Bewertung und der finanziellen Verfassung ihrer Emittenten besonders attraktiv erscheinen.

KI-Unternehmen müssen höhere Risikoprämien zahlen
Wie unterschiedlich Investoren die einzelnen Segmente des US-Anleihemarktes inzwischen bewerten, zeigen die Credit Spreads. Sie geben an, welchen Renditeaufschlag Anleger für das zusätzliche Kreditrisiko gegenüber US-Staatsanleihen verlangen.
Im breiten Investment-Grade-Markt lag dieser Aufschlag Ende letzter Woche bei lediglich 82 Basispunkten beziehungsweise 0,82 Prozentpunkten. Dabei handelt es sich um den um eingebettete Optionen bereinigten Spread, den sogenannten Option-Adjusted Spread (OAS). Ende September waren es 84 Basispunkte. Anfang Oktober stieg der Wert kurzzeitig auf 86 Basispunkte, anschließend ging er wieder zurück. Vor einem Jahr lag der Aufschlag allerdings mit 75 Basispunkten noch etwas niedriger.
Von einer massiven Ausweitung der Risikoprämien kann im Gesamtmarkt dennoch keine Rede sein. Das höhere Renditeniveau der US Corporate Bonds geht ganz überwiegend auf den Anstieg der US-Staatsanleiherenditen zurück.
Von Januar 2020 bis zum 8. Oktober 2026 lag der Spread im Durchschnitt bei 112 Basispunkten, der Median betrug 100 Basispunkte. Der aktuelle Wert von 82 Basispunkten liegt damit deutlich unter beiden Kennzahlen. Allerdings beeinflussen die außergewöhnlich hohen Spreads während der Coronakrise den Durchschnitt.
Die Entwicklung über die vergangenen Jahre macht das noch deutlicher:
|
Zeitpunkt |
Credit Spread |
|---|---|
|
März 2020, Höhepunkt der Coronakrise |
401 Basispunkte |
|
Oktober 2022 |
171 Basispunkte |
|
Oktober 2023 |
129 Basispunkte |
|
Oktober 2024 |
87 Basispunkte |
|
Oktober 2025 |
75 Basispunkte |
|
8. Oktober 2026 |
82 Basispunkte |
|
Durchschnitt seit Januar 2020 |
112 Basispunkte |
Bei Anleihen von einigen Unternehmen mit starkem KI-Bezug ist der Aufschlag teils deutlich höher. Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche KI-Unternehmen inzwischen unter Bonitätsproblemen leiden. Vielmehr unterscheiden Investoren zunehmend zwischen etablierten, finanzstarken Technologiekonzernen und Unternehmen, deren Geschäftsmodelle stark von kreditfinanzierten Infrastrukturprojekten abhängen.
BNP setzt auf vier quantitative Faktoren
Bewertungsunterschiede versucht der BNP Paribas Easy Alpha Enhanced USD Corp Bond UCITS ETF auszunutzen. Dabei folgt das Management einem systematischen Ansatz, der mehrere finanzielle Kennzahlen miteinander kombiniert.
Mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens fließen in auf USD lautende Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating oder gleichwertig eingestufte Papiere. I
Anders als bei einem klassischen Anleihenindex richtet sich die Auswahl nicht vorrangig nach dem ausstehenden Anleihevolumen der Emittenten. BNP verwendet ein quantitatives Modell, das vier Faktoren berücksichtigt.
Qualität: Das Modell untersucht insbesondere, wie stark ein Unternehmen beim Cashflow ist. Hohe und möglichst verlässliche Zahlungsüberschüsse verbessern die Fähigkeit, Zinsen zu bezahlen und Schulden zurückzuzahlen.
Value: Dieser Faktor bewertet, ob eine Anleihe im Verhältnis zu vergleichbaren Papieren günstig erscheint. Entscheidend ist dabei unter anderem, ob der angebotene Renditeaufschlag die eingegangenen Risiken ausreichend einpreist.
Momentum: Hier berücksichtigt das Modell die mittelfristige Wertentwicklung der Anleihen. Auf diese Weise sollen Trends in die Auswahl einfließen.
Low Risk: Unternehmen mit geringer Verschuldung werden bevorzugt. Dahinter steht die Annahme, dass solide finanzierte Emittenten weniger anfällig für eine Verschlechterung der Kreditbedingungen sind.
Bei einem klassischen Corporate-Bond-Index steigt das Gewicht eines Emittenten häufig mit dem Marktwert seiner ausstehenden Anleihen. Unternehmen, die besonders viele Schulden aufgenommen haben, können deshalb einen größeren Anteil am Index erreichen.
BNP berücksichtigt dagegen gezielt die Bewertung der Anleihen und die finanzielle Qualität der Unternehmen. Damit will der Fondsmanager besser abschneiden als der breite Markt.
Finanzunternehmen machen fast 38 % des Portfolios aus
Für die Auswertung habe ich Portfoliodaten vo Ende August genutzt. Finanzunternehmen bildeten mit einem Anteil von 37,7 % den größten Schwerpunkt.
Technologiewerte folgen mit 13,7 %. Auf zyklische Konsumwerte entfallen 11,8 % und auf Industrieunternehmen 9,9 %.
Auch geografisch ist das Portfolio stark konzentriert. Rund 86,8 % der Anlagen entfallen auf Emittenten aus den USA. Kanada erreicht 3,7 %. Der Rest verteilt sich auf weitere Länder sowie andere Positionen.
Insgesamt umfasste das Portfolio 162 Positionen. Zu den größeren Anleihebeständen gehörten zuletzt Papiere der Toronto-Dominion Bank, von eBay, Sun Communities, Hasbro und Regions Financial. Die größte Einzelposition war allerdings ein kurzfristig ausgerichteter Geldmarktfonds von BNP Paribas mit einem Gewicht von rund 3 %.
Die zehn größten Positionen erreichten zusammen rund 10,3 % des Fondsvermögens. Einzelne Anleihen haben damit ein überschaubares Gewicht.
Die Branchenstruktur unterscheidet sich deutlich vom amerikanischen Aktienmarkt. Dort dominieren die großen Technologiekonzerne die wichtigsten Indizes. Am Unternehmensanleihemarkt spielen Banken und andere Finanzkonzerne eine erheblich größere Rolle.
Der BNP-ETF ist kein Spezialprodukt für Anleihen von Unternehmen, die große Summen in künstliche Intelligenz investieren. Sein Technologieanteil liegt lediglich bei knapp 14 %. Allerdings können auch Unternehmen anderer Branchen KI-Infrastruktur finanzieren, weshalb die tatsächliche Exposition nicht allein aus den Branchengewichten hervorgeht.
ESG-Kriterien schränken die Auswahl ein
Neben den finanziellen Faktoren berücksichtigt BNP bei seinen ETFs auch verbindliche Nachhaltigkeitskriterien. Das Portfolio muss einen höheren ESG-Score als das zugrunde gelegte Anlageuniversum erreichen, zudem muss seine gewichtete Treibhausgasintensität mindestens 20 % niedriger ausfallen.
Die ESG-Analyse muss mindestens 90 % der relevanten Vermögenswerte abdecken. Ergänzende liquide Mittel sind von dieser Anforderung ausgenommen. Zusätzlich schließt BNP bestimmte Emittenten aus, beispielsweise aufgrund kontroverser Geschäftspraktiken oder der eigenen Sektorrichtlinien.
Die wichtigsten Daten des ETF
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Produkt | BNP Paribas Easy Alpha Enhanced USD Corp Bond UCITS ETF Capitalisation |
| ISIN / WKN | LU2993397939 / A41ASP |
| Strategie | Aktive, quantitative Auswahl von USD-Unternehmensanleihen |
| Vergleichsindex | Bloomberg US Corporate Total Return Index |
| Bonität | Mindestens 2/3 in Investment-Grade-Unternehmensanleihen oder gleichwertigen Papieren |
| Laufzeiten | Kein festgelegtes Laufzeitband |
| Verwaltungs- und Betriebskosten | 0,19 % p.a. |
| Geschätzte Transaktionskosten | 0,40 % p.a. |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| Währungsabsicherung | Keine Absicherung gegenüber dem EUR |
Hohe Renditen, aber Risiken durch Zinsen und Credit Spreads
Am amerikanischen Unternehmensanleihemarkt sind die absoluten Renditen so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Risikoprämien bewegen sich im breiten Investment-Grade-Markt dagegen weiterhin auf einem recht niedrigen Niveau.
Anleger erhalten bei einem Neueinstieg absolut betrachtet eine hohe Rendite, die derzeit eher niedrigen Credit Spreads bieten aber nur einen begrenzten Puffer, falls künftig größere Kreditrisiken eingepreist werden.
Für den hier besprochenen BNP Paribas Easy Alpha Enhanced USD Corp Bond UCITS ETF kann dieses Umfeld durchaus attraktiv sein. Sein quantitatives Modell versucht, Anleihen zu identifizieren, deren Bewertung im Verhältnis zur finanziellen Qualität des Emittenten günstig erscheint. Gerade bei einem steigenden Angebot neuer Unternehmensanleihen könnten sich entsprechende Gelegenheiten ergeben.
Allerdings ist völlig klar: Auch dieser ETF mit aktivem Ansatz kann sich weiter steigenden Renditen nicht entziehen, so sie denn kommen.
Sinkende Staatsanleiherenditen bei stabilen Risikoprämien würden dagegen für Kursgewinne sorgen, hinzu kommen die Zinserträge der gehaltenen Anleihen. Ob BNP durch die systematische Auswahl langfristig tatsächlich besser abschneidet als der breite Unternehmensanleihemarkt, wird man erst in ein paar Jahren sagen können.
Wer vor allem auf deutlich sinkende langfristige US-Zinsen setzen möchte, erhält mit einem ETF für langlaufende Staatsanleihen ein direkteres Instrument. Wer es nicht allzu lang mag, kann sich den BNP Paribas Easy Bloomberg US Treasury 7-10Y UCITS ETF (ISIN: LU3215530521, WKN: A423MJ) anschauen. Dieser investiert in US-Staatsanleihen mit Restlaufzeiten von sieben bis zehn Jahren und reagiert stärker auf Zinsveränderungen. Seine laufenden Kosten liegen bei 0,04 % pro Jahr
Der hier diskutierte BNP-ETF bietet dagegen eine Kombination aus Zins- und Kreditrisiko sowie der Chance auf zusätzliche Erträge durch die gezielte Anleiheauswahl.
Deutsche Anleger müssen bedenken, dass es keine eingebaute Währungsabsicherung gibt. Das sehen die einen als Chance, die anderen als Risiko.

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