Kommentar
13:00 Uhr, 28.04.2026

KI-Agenten, Bitcoin-Prognose und Investmentchancen: Das erwarten Insider in den kommenden Monaten

Welchen Einfluss haben KI-Agenten auf den Krypto-Sektor? Welcher Bitcoin-Kurs ist in den kommenden Monaten realistisch? Das sind die Antworten von 55 Insidern.

Liebe Leserinnen und Leser,​​​​‌‍​‍​‍‌‍‌​‍‌‍‍‌‌‍‌‌‍‍‌‌‍‍​‍​‍​‍‍​‍​‍‌​‌‍​‌‌‍‍‌‍‍‌‌‌​‌‍‌​‍‍‌‍‍‌‌‍​‍​‍​‍​​‍​‍‌‍‍​‌​‍‌‍‌‌‌‍‌‍​‍​‍​‍‍​‍​‍​‍‌​‌‌​‌‌‌‌‍‌​‌‍‍‌‌‍​‍‌​​‌​‍‌‍‌‍‌​‌‌‌‌‍​‌‌​‌‍‍‌‌‍‌‍‍​‍‌‍‍‌‌‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​​‍‌‍‌‌‌‍‌​‌‍‍‌‌‌​​‍‌‍‌‌‍‌‍‌​‌‍‌‌​‌‌​​‌​‍‌‍‌‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​‌‍​‌‌‌​‌‍‍‌‌‍‌‍‍​‍‌‍‍‌‌‍‌​​‌​‌‌‍​‌‍‌‌​‌​​‍​​​‌‍‌‌​‍​​‍‌​​​​‍‌‍‌‍‌‍​​‍‌​‌​​‌​‍​​​‍​‍‌​‍‌​‌‍​​‍‌‍​‍​‍‌‌‍‌​​‌‌‍‌​​​​​​​​‌​​‌​‌‍​‌​‌‍​‍​​‍​​‍​‍‌‌​‌‍‌‌​​‌‍‌‌​‌‌‍‌​‌‍‌‍​​‍‍‌​‍‌‍‌‌‌​​‌‍‌​‍‌‌​​‍‌​​‌‍​‌‌‌​‌‍‍​​‌‌‍​‌‍‌‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​​‌​​‌‍​​​​​​​‌‍‌‌​‍​​‌​‌‌​‌​​‍‌‍​‌​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‍​‌‍‍​‌‍‍‌‌‍​‌‍‌​‌​‍‌‍‌‌‌‍‍​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​​‌‌‍‌‌​​​​​‌‍‌​‌‍​​‌​​​​​‌‌‍‌‍‌‍​​​​​​​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍​‌‌​​‌‍​‍‌‍​‌‌​‌‍‌‌‌‌‌‌‌​‍‌‍​​‌​‍‌‌​​‍‌​‌‍‌​‌‌​‌‌‌‌‍‌​‌‍‍‌‌‍​‍‌‌​​‍‌​‌‍‌​​‌​‍‌‍‌‍‌​‌‌‌‌‍​‌‌​‌‍‍‌‌‍‌‍‍​‍‌‍‌‍‍‌‌‍‌​​‌​‌‌‍​‌‍‌‌​‌​​‍​​​‌‍‌‌​‍​​‍‌​​​​‍‌‍‌‍‌‍​​‍‌​‌​​‌​‍​​​‍​‍‌​‍‌​‌‍​​‍‌‍​‍​‍‌‌‍‌​​‌‌‍‌​​​​​​​​‌​​‌​‌‍​‌​‌‍​‍​​‍​​‍​‍‌‍‌‌​‌‍‌‌​​‌‍‌‌​‌‌‍‌​‌‍‌‍​​‍‍‌​‍‌‍‌‌‌​​‌‍‌​‍‌‌​​‍‌‍‌​​‌‍​‌‌‌​‌‍‍​​‌‌‍​‌‍‌‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​​‌​​‌‍​​​​​​​‌‍‌‌​‍​​‌​‌‌​‌​​‍‌‍​‌​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‍​‌‍‍​‌‍‍‌‌‍​‌‍‌​‌​‍‌‍‌‌‌‍‍​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​​‌‌‍‌‌​​​​​‌‍‌​‌‍​​‌​​​​​‌‌‍‌‍‌‍​​​​​​​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍​‌‌​​‍​‍‌‌

ich freue mich, unseren BTC-ECHO Insider Report für Q2 2026 vorstellen zu können. Über 55 Krypto-Insider haben an diesem Report teilgenommen und liefern mit ihren Antworten wichtige Erkenntnisse darüber, wo der Bitcoin-Kurs zukünftig stehen könnte, wie es um das Sentiment in der Krypto-Industrie bestellt ist und was ihre Meinung zu unserer Sonderfrage ist. In dieser Ausgabe wollten wir nämlich wissen, welchen Einfluss KI-Agenten auf den Krypto-Sektor nehmen.

Damit Umfrage und Auswertungen höchste methodische Standards erfüllen, ist BTC-ECHO mit der IU Internationale Hochschule eine Kooperation eingegangen. Dies geschieht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. David Florysiak von der IU Internationale Hochschule. Mit der Expertenumfrage möchten wir das führende Stimmungsbarometer für die Krypto-Branche liefern, vergleichbar mit dem ifo-Geschäftsklimaindex oder den ZEW-Konjunkturerwartungen.​​​​

‌‍​‍​‍1. Krypto-Optimismus-Index: So ist die Stimmung der Experten‌‍‌​‍‌‍‍‌‌‍‌‌‍‍‌‌‍‍​‍​‍​‍‍​‍​‍‌​‌‍​‌‌‍‍‌‍‍‌‌‌​‌‍‌​‍‍‌‍‍‌‌‍​‍​‍​‍​​‍​‍‌‍‍​‌​‍‌‍‌‌‌‍‌‍​‍​‍​‍‍​‍​‍​‍‌​‌‌​‌‌‌‌‍‌​‌‍‍‌‌‍​‍‌​​‌​‍‌‍‌‍‌​‌‌‌‌‍​‌‌​‌‍‍‌‌‍‌‍‍​‍‌‍‍‌‌‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​​‍‌‍‌‌‌‍‌​‌‍‍‌‌‌​​‍‌‍‌‌‍‌‍‌​‌‍‌‌​‌‌​​‌​‍‌‍‌‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​‌‍​‌‌‌​‌‍‍‌‌‍‌‍‍​‍‌‍‍‌‌‍‌​​‌​‌‌‍​‌‍‌‌​‌​​‍​​​‌‍‌‌​‍​​‍‌​​​​‍‌‍‌‍‌‍​​‍‌​‌​​‌​‍​​​‍​‍‌​‍‌​‌‍​​‍‌‍​‍​‍‌‌‍‌​​‌‌‍‌​​​​​​​​‌​​‌​‌‍​‌​‌‍​‍​​‍​​‍​‍‌‌​‌‍‌‌​​‌‍‌‌​‌‌‍‌​‌‍‌‍​​‍‍‌​‍‌‍‌‌‌​​‌‍‌​‍‌‌​​‍‌​​‌‍​‌‌���​‌‍‍​​‌‌‍​‌‍‌‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​‍​​‍‌​‍‌​‌‌‍‌​‌‍​‌​​​‌​‌‍​​​‌‌‍‌‌‌‍‌‌​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‍​‌‍‍​‌‍‍‌‌‍​‌‍‌​‌​‍‌‍‌‌‌‍‍​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​​​​‍​​‌‌‌‍‌‌​‌‌‌‍‌‌​‌‍‌‍​​‍​​​‍​​​‌‌​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍​‌‌​​‌‍​‍‌‍​‌‌​‌‍‌‌‌‌‌‌‌​‍‌‍​​‌​‍‌‌​​‍‌​‌‍‌​‌‌​‌‌‌‌‍‌​‌‍‍‌‌‍​‍‌‌​​‍‌​‌‍‌​​‌​‍‌‍‌‍‌​‌‌‌‌‍​‌‌​‌‍‍‌‌‍‌‍‍​‍‌‍‌‍‍‌‌‍‌​​‌​‌‌‍​‌‍‌‌​‌​​‍​​​‌‍‌‌​‍​​‍‌​​​​‍‌‍‌‍‌‍​​‍‌​‌​​‌​‍​​​‍​‍‌​‍‌​‌‍​​‍‌‍​‍​‍‌‌‍‌​​‌‌‍‌​​​​​​​​‌​​‌​‌‍​‌​‌‍​‍​​‍​​‍​‍‌‍‌‌​‌‍‌‌​​‌‍‌‌​‌‌‍‌​‌‍‌‍​​‍‍‌​‍‌‍‌‌‌​​‌‍‌​‍‌‌​​‍‌‍‌​​‌‍​‌‌‌​‌‍‍​​‌‌‍​‌‍‌‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍‍‌‌​​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​‍​​‍‌​‍‌​‌‌‍‌​‌‍​‌​​​‌​‌‍​​​‌‌‍‌‌‌‍‌‌​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‍​‌‍‍​‌‍‍‌‌‍​‌‍‌​‌​‍‌‍‌‌‌‍‍​‍‌‌​‌‌‌​​‍‌‌‌‍‍‌‍‌‌‌‍‌​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‌​‌​​‍‌‌​​‍​​‍​​​​‍​​‌‌‌‍‌‌​‌‌‌‍‌‌​‌‍‌‍​​‍​​​‍​​​‌‌​‍‌‌​​‍​​‍​‍‌‌​‌‌‌​‌​​‍‍‌‌​‌‍‌‌‌‍​‌‌​​‍​‍‌‌

Wie optimistisch blicken unsere Insider auf die Krypto-Branche? Anhand einer Skala von 0 bis 100 haben wir einen Krypto-Optimismus-Index entwickelt, der darüber Aufschluss geben soll. Im Vergleich zum vorherigen Quartal (Q1 2026) ist der Optimismus weiter zurückgegangen, von 71,2 auf inzwischen 67,5 Indexpunkte. Dabei waren 40 Prozent optimistischer, 34,5 Prozent weniger optimistisch und 25,5 Prozent sahen keine Veränderung in ihrem Optimismus im Vergleich zum vorherigen Quartal.

2. Krypto-Geschäftsklima-Index: Die aktuelle Lage

Um Aufschluss über die aktuelle wirtschaftliche Lage im Krypto-Sektor zu erhalten, wurde der Krypto-Geschäftsklima-Index aufgesetzt. Hierfür werden die Expertinnen und Experten nach ihrer Einschätzung gefragt, die “gut”, “normal” oder “schlecht” ausfallen kann. Dieser bricht, im Vergleich zu den vorherigen Quartalen, regelrecht in sich zusammen.

Lediglich 9,3 Prozent sehen die aktuelle wirtschaftliche Situation der Krypto-Unternehmen als gut an. Im vorherigen Quartal (Q1 2026) waren es noch 23,8 Prozent und davor, im 4. Quartal 2025, sogar ganze 68,6 Prozent. Dafür steigt der Anteil der negativen Einschätzungen von 7,1 Prozent im Vorquartal auf nun 37 Prozent. Die Krise im Krypto-Sektor hat sogar dazu geführt, dass der Indexstand erstmalig ins Negative gedreht ist. Von 16,7 Prozent im vorherigen Quartal auf nun – 27,8. Der Index wird berechnet, indem der Prozentsatz der positiven Bewertungen von dem Prozentsatz der negativen Bewertungen abgezogen wird.

3. Krypto-Geschäftsklima-Index: Der Blick in die Zukunft (6 Monate)

Doch wie schaut es auf Sicht der kommenden sechs Monate aus? Um dies herauszufinden, haben wir die Erwartungen der Insider in “verbessern”, “nicht verändern” und “verschlechtern” eingeteilt. Im Vergleich zum vorherigen Quartal sinkt diese noch einmal leicht, bildet allerdings einen Boden aus. So liegt der Indexwert bei 31,5 Punkten (Indexwert Q1 2026: 35,7, Q4 2025: 60,8). Der Prozentsatz der positiven Erwartungen beträgt 46,3 Prozent (Q1 2026: 47,6 Prozent) und der Prozentsatz der negativen Erwartungen beträgt 14,81 (Q1 2026: 11,9 Prozent).

4. Bitcoin-Kurs: Wo er in einem Monat stehen könnte

Die Bitcoin-Kurseinschätzungen von unseren Insidern werden im Kurserwartungsindex zusammengefasst. Diese erwarten im Durchschnitt einen BTC-Kurs von 73.655 US-Dollar auf Sicht von einem Monat. Um noch besser die Erwartungshaltung unserer Expertinnen und Experten zu verstehen, haben wir weitere Kurseinschätzungen eingeholt, die neben einem Basisszenario für das wahrscheinlichste Auskommen auch ein besonders bearishes und bullishes Szenario beinhalten.

Im schlechtesten Fall, mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent beziehungsweise 1 zu 10, würde Bitcoin auf einen Kurs von 57.500 US-Dollar innerhalb eines Monats fallen. Umgekehrt, im Best-Case-Szenario, ebenfalls mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent, ist ein Bitcoin-Kurs von durchschnittlich 87.864 US-Dollar möglich. Damit nehmen die Experten angesichts des Bärenmarktes am Krypto-Markt eine klar bearishere Haltung ein.

Aus den Umfragedaten wird ebenfalls der BTC-1M-Volatilitäts-Index berechnet. Dieser fasst die durchschnittliche erwartete Volatilität des BTC-Kurses über einen Monat zusammen. Der Indexstand liegt bei 15,7 und damit höher als im vorherigen Quartal (14 Punkte). Zum Vergleich: Die historische Volatilität des BTC-Kurses vor der Umfrage über einen Monat beträgt 12,3 (basierend auf täglichen log-Renditen im Zeitraum 13.04.2025 – 19.04.2026).

5. Bitcoin-Kurs: Wo er in sechs Monaten stehen könnte

Die gleiche Umfrage zur Bitcoin-Kurseinschätzung haben wir auch für den Zeitraum von sechs Monaten durchgeführt. Bis Ende Oktober 2026 erwarten die Umfrageteilnehmer einen Bitcoin-Kurs von im Schnitt 82.373 US-Dollar. Dies entspricht einer erwarteten Rendite von 11,6 Prozent über sechs Monate. Im Worst-Case-Szenario, mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent, einen BTC-Kurs von 53.364 US-Dollar. Im Best-Case-Szenario zeigt sich ein Sprung auf 111.945 US-Dollar.

Aus den Umfragedaten wird ebenfalls der BTC-6M-Volatilitäts-Index berechnet. Dieser fasst die durchschnittliche erwartete Volatilität des BTC-Kurses über sechs Monate zusammen. Der Indexstand liegt bei 29,6 Punkten und damit über den 25,8 Punkten aus Q1 2026. Die historische Volatilität des BTC-Kurses vor der Umfrage über sechs Monate beträgt 30,4 (basierend auf täglichen log-Renditen im Zeitraum 13.04.2025 – 19.04.2026).

6. Krypto-Markt: Das denken unsere Experten

Der Bitcoin-Bärenmarkt zehrt an den Nerven vieler Investoren. Die Stimmung im Krypto-Markt ist spürbar eingetrübt und immer mehr stellen sich die Frage, wann die Kurse endlich wieder nachhaltig drehen.

André Dragosch, Director und Head of Research bei dem Krypto-ETF- und ETP-Anbieter Bitwise, sieht den Großteil der schlechten Nachrichten bereits eingepreist: “Die gute Nachricht ist, dass wahrscheinlich ein Großteil der ‘bad news’ nach dieser 50-Prozent-Korrektur bei Bitcoin bereits eingepreist ist. Wir warten sozusagen nur noch auf die ‘good news’, die den Katalysator für den nächsten Bullenmarkt liefern.” Woher dieser Impuls kommen könnte, hat für Dragosch eine klare Adresse: “Ich vermute, dass dieser von den Zentralbanken kommen wird.” Bis dahin bleibe es aber holprig.

David Kurz von der niederländischen Krypto-Börse Bitvavo blickt ähnlich zurückhaltend auf die Lage: “Meiner Meinung nach ist der ‘maximale Schmerz’ im Markt noch nicht vollständig erreicht.” Gleichzeitig laufe im Hintergrund längst die nächste Phase. “Die institutionelle Adaption und der infrastrukturelle Ausbau schreiten kontinuierlich voran.” Für die Unternehmensseite erwartet Kurz eine spürbare Verschiebung: “Wir werden vermehrt sehen, dass traditionelle Unternehmen ihre Haltung gegenüber Krypto deutlich anpassen und teilweise komplette strategische Kehrtwenden vollziehen ‘müssen’.”

Makro schlägt Charttechnik

Dietmar Schantl-Ransdorf von Bitpanda Wealth richtet den Blick auf das makroökonomische Fundament: “Makroökonomie schlägt Charttechnik: Die wahren Treiber für Bitcoin sind aktuell geopolitische Konflikte und die globale Liquidität.” Daraus leitet er eine klare Handlungsempfehlung ab: “Wer die unvermeidlichen, nachrichtengetriebenen Rücksetzer aushält, findet darin strategische Einstiegschancen für den mittelfristigen Aufwärtstrend.”

Andreas Lipkow, langjähriger Börsenkommentator und seit kurzem Chefmarktanalyst beim Broker CMC Markets, beschreibt die Gemengelage ambivalent: “Der Kryptomarkt befindet sich derzeit zwischen Baum und Borke.” Der Sektor habe sich einerseits oft als “sicherer Hafen” positionieren können, leide andererseits unter dem Abverkauf technologielastiger Assets. Die Bewährungsprobe stehe noch bevor. “Es wird sich in den kommenden Handelsmonaten zeigen, ob es den großen etablierten Cryptocoins gelingt, sich in den technologischen Veränderungen nach vorne spielen zu können.”

Nils von Schoenaich-Carolath, Chief Growth Officer bei der Wertpapierhandelsbank tradias, sieht den Markt an einem strukturellen Wendepunkt: “Der Kryptomarkt tritt zunehmend in eine Phase ein, in der nicht mehr allein Wachstum und Geschwindigkeit entscheiden, sondern belastbare Infrastruktur, regulatorische Anschlussfähigkeit und operative Qualität.”

Bitcoin-Tiefpunkt erreicht

Alex von Frankenberg, Bitcoin-Enthusiast und ehemaliger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds, ist sich sicher, dass der Tiefpunkt bereits hinter uns liegt: “Wir haben meiner Ansicht nach Anfang Februar bei 60.000 Dollar den Tiefpunkt des Bärenmarkts erreicht.” Als Treiber des nächsten Zyklus sieht er “zunehmende institutionelle Adoption sowie viel mehr Retail-Zugang, vielleicht auch erste Käufe von relevanten Zentralbanken”.

Mauro Casellini, Chief Growth Officer bei der neu gegründeten Celsion Bank in Liechtenstein, ordnet die Phase ein: “Der Markt befindet sich klar in einem Bear Market, Volumina und Stimmung sind gedämpft.” Entscheidend sei das, was jetzt gebaut werde: “Wer in dieser Phase Infrastruktur, Regulierung und Produktsubstanz aufbaut, statt auf kurzfristige Impulse zu setzen, wird im nächsten Zyklus strukturell vorne stehen.”

Michael Geike, Managing Partner beim Krypto-Fonds 21 Oaks Capital, spricht von einer “klassischen Mid-Cycle-Phase: kurzfristig unter Druck, aber strukturell stärker als je zuvor”. Sein zweigeteiltes Fazit: “Die aktuelle Lage ist ‘normal’, die Perspektive jedoch klar positiv.”

Krypto-Unternehmer Michael Wild (Depositly.io) bleibt für den Markt “konstruktiv, aber nicht euphorisch” und sieht die Branche im Übergang in eine reifere Phase, “in der reale Infrastruktur, Regulierung, Distribution und tragfähige Geschäftsmodelle wichtiger werden als reine Narrative”.

Berthold Baurek-Karlic, Gründer von Venionaire Capital, hält die Hoffnung auf einen makroökonomischen Durchbruch wach: “Eine Beruhigung der geopolitischen Lage kann zu einem Kursfeuerwerk an den Märkten führen.”

Bitcoin setzt sich ab – Altcoins kämpfen

Florian Döhnert-Breyer, Managing Director beim Krypto-Fonds F5 Crypto Capital, sieht eine fundamentale Entkoppelung am Altcoin-Markt: “Protokolle mit echten Einnahmen und Buyback- oder Burn-Mechanismen entkoppeln sich zunehmend vom breiten Altcoin-Markt, Hyperliquid ist das prominenteste Beispiel.” Die Folge: “Fundamentaldaten werden endlich preisrelevant. Für Investoren heißt das: Aktives Management gewinnt in Krypto wieder mehr an Bedeutung.”

Regulatorische Katalysatoren und US-Politik

Wie stark die Kursentwicklung von Washington abhängt, bringt eine Reihe weiterer Experten auf den Punkt. Mirco Recksiek, Gründer von Bitcoin2Go, sieht im Clarity Act zwar nicht den Auslöser des nächsten Bullruns, wohl aber “den Grundstein für weiteres Wachstum und künftig auch positivere Märkte”. Auch Ed Prinz (neob.ai) und Lutz Wengorz (Agitarex) beschreiben eine Phase disziplinierter Reife: Bitcoin agiere zunehmend als “hochsensibler Indikator für globale Liquidität”, während der breite Altcoin-Markt erst dann aufdrehen dürfte, “wenn Makro, Liquidität und Regulierung gleichzeitig günstiger werden” (Wengorz).

Ergänzt wird dieser Befund von weiteren Insidern, die die strukturelle Reife betonen: Albert Quehenberger (AQ Forensics) rechnet bei mehr regulatorischer Klarheit in den USA mit Vertrauens- und Kapitalzuflüssen, Moritz Schwarzmann (Web3 Factory) sieht die Konsolidierung “gesünder, als sie sich im Tagesrauschen anfühlt” – auch dank MiCA und dem GENIUS Act. Markus Hujara (Greenfield Capital) verdichtet die Stimmung zu einer eingängigen Formel: “Was wir gerade erleben, ist kein Hype ohne Substanz – sondern Substanz (noch) ohne Hype.”

Sascha Grumbach (Green Mining DAO) zieht aus dem Bärenmarkt eine klare Konsequenz: “Es ist der Bitcoin-Markt, nicht der Crypto-Markt. ‘Crypto-Unternehmen’ werden zunehmend verschwinden, während Bitcoin-Unternehmen sich durchsetzen werden.” In die gleiche Kerbe schlägt Daniel Winklhammer (21bitcoin), der die Entkoppelung zwischen spekulativen Altcoins und Bitcoin als strukturelles Merkmal der aktuellen Marktphase liest: Institutionelle Investoren stiegen inzwischen “nicht in ‘Krypto’, sondern gezielt in Bitcoin” ein – und MiCAR beschleunige diese Konsolidierung.

Bärenmärkte sind zum Bauen

Daniela Boback vom Blockchain Bundesverband bringt die aktuelle Branchenstimmung auf eine Kurzformel: “Bear market is building time.” Die Dynamik sei da, “vielleicht weniger sichtbar im Marktpreis, aber umso stärker in der Substanz”.

Dazu passen die Einschätzungen weiterer Stimmen. Matthias Steger verweist auf den Angebotsmechanismus der Miner, Chris Sedor (Bitsurance) und Hermann Elendner (F5 Crypto) ordnen die Lage aus Sicherheits- und Research-Perspektive ein. Oliver Krause (Untitled INC) fasst die Ambivalenz pointiert zusammen: “Long term bullish, short term major risk of a FTX style setback.” Und genau diese Spannung – zwischen strukturellem Reifeprozess und kurzfristigem Risiko eines neuen Vertrauensschocks – dürfte die kommenden Monate am besten beschreiben.

Wer wissen möchte, was andere Insider über den Krypto-Markt denken, welchen Bitcoin-Kurs sie bis Oktober 2026 erwarten und welchen Einfluss KI-Agenten auf den Krypto-Sektor haben, der kann dies im kostenlosen BTC-ECHO Insider Report nachlesen.

7. KI-Agenten erobern Krypto: Diese Auswirkungen erwarten Insider

Unsere Umfrage zeigt, dass 90 Prozent der befragten Insider einen substanziellen oder gar transformativen Einfluss von KI auf den Krypto-Sektor in den kommenden 24 Monaten erwarten. Dieses Ergebnis unterstreicht, wie signifikant KI und KI-Agenten bereits zeitnah die Branche verändern können.

Der wichtigste Wirkungskanal für den Sektor liegt laut Insidern im Informationsgewinn. Gefolgt vom Produktivitätsgewinn und dem Sicherheitsgewinn an dritter Stelle. Gerade der Sicherheitsaspekt ist angesichts der DeFi-Hacks besonders spannend. Einerseits stellt KI ein massives Sicherheitsrisiko für den Sektor dar, andererseits kann sie aber auch zu einem Mehr an Sicherheit beitragen, z.B. durch KI-Audits.

Auf die Frage, welcher Bereich am meisten von KI profitiert, gewinnt das Thema Investment. Allerdings folgen auf Platz 2 und 3 direkt wieder die Bereiche Sicherheit und Compliance. Unsere Insider scheinen sich also, passend zur obigen Auswertung der Wirkungskanäle, der enormen Bedeutung dieses Aspekts bewusst zu sein.

KI-Agenten als neue Nutzer der Blockchain

Am klarsten kristallisiert sich eine These heraus: KI-Agenten werden zu eigenständigen Nutzern von Blockchain-Infrastruktur – und Krypto zu ihrem nativen Geld. Matthias Bauer-Langgartner, Head of Policy Europe bei der Blockchain-Analysefirma Chainalysis, sieht den Wandel vor allem in den Workflows. “KI wird zunehmend Routine- und halb-routinemäßige Prozesse im Krypto-Sektor unterstützen und verbessern – von Transaktionsüberwachung und Alert-Bearbeitung bis hin zu Teilen von Ermittlungen und Aufsicht.” Entscheidend sei, dass die Automatisierung auf vertrauenswürdiger Blockchain-Intelligence aufsetze und ihre Ergebnisse nachvollziehbar blieben. Nur dann könne sie “Vertrauen in Compliance, Durchsetzung und Marktintegrität stärken, statt es zu untergraben”.

Henning Daut, Web3-Experte und Senior Vice President bei der hy Consulting Group, bringt die operative Logik auf den Punkt: “KI wird den Krypto-Sektor vor allem dort prägen, wo Komplexität, Geschwindigkeit und Automatisierung zusammenkommen. Der größte Hebel liegt in der schrittweisen Operationalisierung.”

Agenten-Ökonomie und Machine-to-Machine-Payments

Besonders prominent ist in diesem Quartal das Thema der Agenten-Ökonomie. Anna Graf, bei der Bertelsmann-Tochter Arvato Systems mit digitalen Zukunftsthemen betraut, bringt die Logik auf eine einfache Formel: “Der größte Impact von KI im Krypto-Sektor in den nächsten 24 Monaten wird nicht bei Tokens liegen, sondern bei Agent-Workflows und Payments.” KI-Agenten würden eigenständig Transaktionen auslösen, Services einkaufen und mit Wallets interagieren. “Krypto wird zur Infrastruktur für Machine-to-Machine Payments, und KI-Agenten sind die Nutzer. Genau hier entsteht der reale Mehrwert.”

Mauro Casellini, Chief Growth Officer bei der neu gegründeten Celsion Bank in Liechtenstein , sieht den eigentlichen ökonomischen Hebel in der Symbiose beider Technologien: “KI liefert Auswertung und Skalierung, Blockchain liefert manipulationssichere, auditierbare Datenbasis. Genau diese Verbindung aus Intelligenz und Verifizierbarkeit schafft den ökonomischen Mehrwert, den weder eine der beiden Technologien allein erreichen würde.”

Armin Schmid, CEO der Copper Markets (Liechtenstein) AG, einem Custody-Infrastrukturanbieter, ordnet die zu erwartenden Effekte nüchtern ein. Besonders in der operativen Automatisierung, aber auch bei Infrastruktur, Settlement und Liquiditätsmanagement werde KI “zu einem messbaren Effizienz- und Sicherheitsgewinn” führen. Seine Einschätzung: “Keine Revolution, aber eine grundlegende Umgestaltung.”

Raphael Neuberger, CRO vom Tokenisierungsdienstleister Cashlink, mahnt bei aller Euphorie zu Sicherheitsmaßstäben. “KI und Agenten werden Standardaufgaben und -prozesse sukzessive übernehmen. Das Ausmaß der Eigenständigkeit muss aber zwingend einem strengen Sicherheitskonzept und klar definierten Rechten und Rollen folgen.” In kritischen Bereichen wie Source-Code oder Transaktionsfreigaben seien vollständig autonome Agenten noch weit entfernt. “Nur in 90 Prozent der Fälle eine ‘gute’ oder ‘richtige’ Antwort zu liefern, reicht einfach nicht aus.”

Kommt die Agent-to-Agent-Economy ab 2027?

Besonders detailliert ordnet Marc Weber, CEO des Krypto-Brokers Floin, den zu erwartenden KI-Impact ein. Seine Kernthese: “Der Einfluss von KI und KI-Agenten auf den Krypto-Sektor wird in den kommenden 24 Monaten substanziell sein, ohne die Struktur des Sektors grundlegend umzubauen.” Die disruptiven Effekte der “Agent-to-Agent-Economy” hält Weber “erst ab 2027/2028 für realistisch”. Zunächst dominierten “inkrementelle, aber wirtschaftlich klar messbare Verbesserungen bestehender Prozesse”.

Stablecoins als native Währung der KI-Agenten

Ohne programmierbares Geld keine Agenten-Ökonomie – das ist Konsens. Ingo Czok, Geschäftsführer des Stablecoin-Softwaredienstleisters nupont, verortet den unterschätzten Use Case klar im Treasury: “Automatisiertes Reconciliation, Echtzeit-Liquiditätssteuerung, regelbasierte Zahlungsfreigabe. Genau hier wird Agentic AI den Stablecoin-Durchbruch im Corporate-Bereich beschleunigen.”

Bernhard Wenger, Head of Northern Europe bei 21Shares, liefert dazu eine konkrete Zielmarke: Würden auch nur ein Prozent der globalen Fondsvermögen auf Agenten-Strategien umschwenken, “entspräche dies über 1 Billion US-Dollar an KI-verwaltetem Kapital”.

Michael Geike, Managing Partner beim Krypto-Fonds 21 Oaks Capital, beschreibt den Rollenwechsel am schärfsten: “Erstmals treten nicht mehr primär Menschen, sondern autonome Agenten als Nutzer von Blockchain-Infrastruktur auf.” Das mache Krypto “überhaupt erst massentauglich”.

Dietmar Schantl-Ransdorf von Bitpanda Wealth geht noch weiter in der Zuspitzung. “Die Blockchain steht vor ihrem größten Evolutionssprung: In den nächsten 24 Monaten werden KI-Agenten die Herrschaft über die On-Chain-Ökonomie übernehmen und den Sektor von einer spekulativen Nische zur hocheffizienten, autonomen Infrastruktur für eine neue Ära maschineller Intelligenz transformieren.”

Es braucht keine weiteren KI-Token

Hinter dem großen Narrativ der Agenten-Ökonomie tun sich längst konkrete Use Cases auf. Moritz Schwarzmann von der Web3 Factory sieht “den schnellsten Hebel aktuell bei Compliance-Tools, Smart-Contract-Audits und Treasury-Operations” – dort fließen heute schon echte Budgets. Die wahren Engpässe lägen bei Custody-Standards, Auditierbarkeit von Agenten-Aktionen und Regulierung.

Einen vergleichbaren, klar Bitcoin-fokussierten Akzent setzt Daniel Winklhammer, CEO von 21bitcoin. Der echte Mehrwert entstehe “nicht durch einen weiteren ‘KI-Token’, sondern in der operativen Infrastruktur: Compliance-Automatisierung, KI-gestützter Kundensupport und intelligente Risikoerkennung”. Langfristig sieht er beim Zusammenspiel mit Bitcoin die eigentliche Pointe: Agenten bräuchten “ein offenes, programmierbares, zensurresistentes Geldsystem. Das ist Bitcoin.”

Michael Wild (Depositly.io) erwartet einen substanziellen, aber nicht vollständig transformierenden Einfluss: “In mehreren Kernbereichen zu spürbar besseren Entscheidungen, geringeren Risiken, höherer Effizienz und belastbareren Geschäftsmodellen.” Kurzfristig weniger überzeugt zeigt er sich von vollständig agentischer Wallet-Nutzung, DAO-Governance oder Consumer-/Metaverse-Narrativen.

Malte Häusler, CEO der Investmentplattform Timeless Investments, liefert aus Sicht eines Tokenisierungsspezialisten einen pointierten Befund: “Erst durch den Einsatz von KI – in Bewertung, Datenstrukturierung und Investor Experience – wird aus einem fragmentierten Markt eine skalierbare, liquide Assetklasse.”

Die Gegenthese: Was Blockchains der KI bringen

Einen bewusst konträren Akzent setzt Hermann Elendner vom Krypto-Fonds F5 Crypto. Statt in die übliche Richtung zu fragen, dreht er die Perspektive um: “Alle fragen, was KI für Blockchains bringt. Viel spannender ist, was Blockchains der KI bringen.”

Compliance, Sicherheit und der Informationsvorteil

Dass KI gerade im Compliance- und Sicherheitsbereich besonders rasch wirtschaftlich relevant wird, teilen mehrere Experten. Albert Quehenberger, CEO des Krypto-Forensik-Spezialisten AQ Forensics, sieht den größten Effekt “bei Compliance, Betrugserkennung und in der technischen Analyse von Smart Contracts” – insbesondere mit Blick auf neue regulatorische Anforderungen wie DAC8. Jürgen Kob (Friends Finance) verweist auf den Informationsvorteil bei On-Chain-Daten und Sentiment-Analyse, während Markus Hujara vom Krypto-VC Greenfield Capital die These scharf zuspitzt: “Blockchain ist die einzige Infrastruktur, die für machine-to-machine wirklich gebaut wurde. Kein Wochenende, keine Öffnungszeiten, keine manuellen Settlement-Prozesse.”

Sascha Grumbach, CEO vom Bitcoin Miner Green Mining DAO, ist in der Zeitachse am forschesten: “Agentic AI wird in den kommenden zwölf Monaten jede Industrie grundlegend transformieren.” Auch der Bitcoin-Enthusiast und VC-Spezialist Alex von Frankenberg sieht KI-Agenten als möglichen Auslöser der nächsten Rallye, wenn sie Bitcoin “als bestes Asset für Transaktionen und Wertspeicher” erkennen.

Fehlende Standards und Datensouveränität bremsen Entwicklung

Die Einordnungen reichen vom “größten Evolutionssprung” bis zu deutlich nüchterneren Stimmen. Oliver Krause (Untitled INC) setzt den Kontrapunkt: “AI wird mittelfristig (24+ Monate) einen transformativen Einfluss auf Produkte & Services, Betriebsmodelle und Geschäftsmodelle haben. Kurzfristig wird der Einfluss – wie bei vielen Tech-Innovationen – überschätzt.” Daniela Boback vom Blockchain Bundesverband teilt die Grundrichtung, mahnt aber zu Geduld: Datensouveränität, Datenqualität und fehlende einheitliche Standards bremsten die breite Implementierung noch aus.

“Das Ende der manuellen On-Chain-Interaktion”

Wie das Fundament für die Agenten-Ökonomie in Europa aussehen könnte, beschreibt Oliver Nägele, Founder der Blockchain Helix AG: Mit dem Commercial Bank Money Token (CBMT) werde programmierbare Zahlung maschinenfähig, eIDAS2 und das European Public Network liefern die regulatorische und technische Grundlage. Patrick Tobler (NMKR) verdichtet den Rollenwechsel auf eine prägnante Formel: “Der Fokus verschiebt sich von ‘User nutzt Protokoll’ hin zu ‘Agent nutzt Protokoll im Auftrag oder eigenständig’.”

Weitere Krypto-Experten wie David Kurz (Bitvavo), Nils von Schoenaich-Carolath (tradias), Andreas Lipkow (CMC Markets) oder Mirco Recksiek (Bitcoin2Go) bestätigen den Trend: KI werde den Zugang zum Krypto-Markt vereinfachen, die institutionelle Ausführung professionalisieren und Krypto tiefer in der Finanzwirtschaft verankern. Lutz Wengorz (Agitarex) bringt den strukturellen Wandel auf den Punkt: Krypto entwickle sich “zu einer Betriebsinfrastruktur für KI-Agenten – mit Stablecoins als Zahlungsschicht, Wallets als Rechte- und Kontrollsystemen, Börsen als agentenfähigen Ausführungsplätzen”. Chris Seedor (Seedor/Bitsurance), Matthias Steger und Berthold Baurek-Karlic (Venionaire Capital) setzen ergänzende Akzente bei Smart-Contract-Sicherheit, Expertensystemen und konkreten Projekten. Ed Prinz (neob.ai) verweist auf die Agentic Economy als “Ende der manuellen On-Chain-Interaktion”.

Die Spannbreite der Einschätzungen – von der inkrementellen Effizienzsteigerung bis zur autonomen Agenten-Herrschaft – macht deutlich: KI und Krypto stehen vor einem Schulterschluss, dessen Tempo und Tiefe die nächste Phase der Branche prägen wird.

Diese Expertinnen und Experten haben teilgenommen:

Albert Quehenberger, AQ Forensics
Alex von Frankenberg, May Ventures
Alexander Rapatz, Black Manta Capital
Andreas Lipkow, CMC Markets
Anna Graf, Bertelsmann
Armin Schmid, Copper
Benedikt Faupel, Bitpanda
Bernhard Wenger, 21Shares
Berthold Baurek-Karlic, Venionaire
Chris, SEEDOR und Bitsurance
Daniel Winklhammer, 21bitcoin
Daniela Bobak, Blockchain Bundesverband
David Florysiak, IU International University of Applied Sciences
David Kurz, Bitvavo
Dietmar Schantl-Ransdorf, Bitpanda Wealth
Dr. Andre Dragosch, Bitwise Asset Management
Dr. Oliver Krause, Advantum
Ed Prinz, neob Technology GmbH
Florian Döhnert-Breyer, F5 Crypto
Henning Daut, hy – the Axel Springer Consulting Group
Hermann Elendner, F5 Crypto
Ingo Czok, nupont
Jan Kruppa, DLT Germany
Joachim Schwerin, European Commission
Jonas Gantenbein, Bank Frick
Jonas Jünger, Binance
Jürgen Kob, FRIENDS & FINANCE
Lutz Victor Wengorz, Agitarex
Malte Häusler, Timeless Investments
Marc Weber, Floin
Marco Bodewein, Bullish
Markus Hujara, Greenfield Capital
Markus Schindler, Blockchain Investor AG
Markus Kluge, Tokenforge
Matthias Bauer-Langgartner, Chainalysis
Matthias Steger, Bitcoin Bundesverband
Mauro Casellini-Machado Sousa, Celsion Bank
Max Wilmeroth, Eraneos
Michael Geike, 21 Oaks Capital
Michael Wild, Depositly
Milko Hensel, Maerki Baumann & Co.
Mirco Recksiek, Bitcoin2Go
Moritz Schwarzmann, Web3 Factory
Nils von Schoenaich-Carolath, Tradias
Oliver Krause, Advantum
Oliver Nägele, Blockchain Helix
Patrick Tobler, NMKR
Paul Noll, Bluewin
Prof. Dr. Wolfgang Rams, EIM
Raphael Neuberger, Cashlink
Sascha Grumbach, Green Mining DAO
Thuy Tien Nguyen, Fraunhofer IML
Timo Steipe, 21PV
Vinzenz Treytl, ABC Research
Werner Hoffmann, Pekuna

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