Kommentar
18:01 Uhr, 27.04.2026

Kampf gegen Krypto-Kriminalität: Frankreich meldet 88 Festnahmen

Nach einer Serie brutaler Überfälle auf Krypto-Besitzer zieht die französische Justiz Konsequenzen. Bringen massive Strafverfahren die Wende?

Frankreichs Justiz holt zu einem massiven Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Krypto-Sektor aus. Wie die nationale Staatsanwaltschaft für organisiertes Verbrechen (PNACO) bekannt gab, wurden 88 Verdächtige angeklagt. Im Zentrum der Ermittlungen stehen brutale “Wrench Attacks” – eine Form des Raubüberfalls, bei der die Täter durch physische Gewalt oder Entführungen den Zugang zu digitalen Assets erzwingen. Aktuell befinden sich 75 der Beschuldigten in Untersuchungshaft, wobei ihnen unter anderem Entführung, Freiheitsberaubung, schwere Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen wird.

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Innerhalb Europas hat sich Frankreich zum Brennpunkt für gewaltsame Angriffe auf Krypto-Investoren entwickelt. Behördliche Statistiken belegen seit 2023 insgesamt 135 einschlägige Vorfälle. Dabei zeigt die Kurve steil nach oben: Verzeichnete die Polizei 2024 noch 18 Taten, stieg diese Zahl im Folgejahr auf 67 an. Für das laufende Jahr 2026 registrierten die Ermittler bereits 47 Übergriffe. Laut Daten des Sicherheitsunternehmens CertiK entfielen 2025 mehr als 40 Prozent der globalen Wrench Attacks auf den europäischen Kontinent, wobei Frankreich sogar die USA überholte. Der kumulierte Schaden summierte sich im vergangenen Jahr auf rund 41 Millionen US-Dollar.

Prominente Zielscheiben und Krypto-Datenlecks

Unter den Opfern finden sich namhafte Köpfe der Branche. Neben Ledger-Mitbegründer David Balland geriet auch der CEO von Binance France ins Visier der Kriminellen. Sogar vor Vertretern des Staates machen die Netzwerke nicht halt, wie die Entführung einer Richterin und deren Mutter zur Erpressung von Krypto-Lösegeld zeigt. Telegram-Gründer Pavel Durov warnte in diesem Kontext vor den fatalen Folgen von Datenlecks. Er verwies auf Berichte, wonach ein korrupter Steuerbeamter vertrauliche Halter-Daten an Kriminelle verkauft haben soll. Solche Sicherheitslücken machen Krypto-Investoren zur Zielscheibe.

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Hinter den Taten stehen laut PNACO hochgradig strukturierte kriminelle Gruppierungen. Jüngste Ermittlungserfolge in Challes-les-Eaux und Dompierre-sur-Mer führten zur Festnahme mehrerer Männer im Alter zwischen 25 und 30 Jahren. Diese agieren oft mit Insiderwissen über die Portfolios ihrer Zielpersonen. Spezialisierte Magistrate am Pariser Gerichtshof leiten derzeit zwölf aktive Untersuchungen, um die hierarchischen Strukturen der Krypto-Gangs zu zerschlagen. Angesichts der zunehmenden Professionalisierung der Täter fordern die Behörden eine engere internationale Abstimmung.

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