IW: Importe aus China mehr als doppelt so hoch wie Exporte dorthin
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DOW JONES--Die deutschen Einfuhren aus China sind nach Aussage des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) im vergangenen Jahr erstmals mehr als doppelt so hoch gewesen wie die Ausfuhren dorthin. "Während die deutschen Importe aus China auch im vergangenen Jahr kräftig gestiegen sind, brachen die gegenläufigen Exporte nach Fernost deutlich ein", heißt es in einer Mitteilung des IW, das Anhaltspunkte für eine Verzerrung des Wettbewerbs sieht und fordert: "Will Brüssel dieser wachsenden Bedrohung für die heimische Industrie begegnen, braucht es eine robuste handelspolitische Antwort auf diese Verzerrungen."
Das Handelsbilanzdefizit Deutschlands mit China stieg 2025 laut IW-Berechnungen um 30 Milliarden auf 90 Milliarden Euro. Die Exporte nach China sanken um 10 Prozent, während die Einfuhren von dort um 9 Prozent zurückgingen. China sei nun nur noch die sechstwichtigste Exportdestination für Deutschland und liege hinter Italien.
"Dass die Exporte nach China deutlich sinken, während die Importe aus China ähnlich stark steigen, ist außergewöhnlich und ein starkes Indiz für Wettbewerbsverzerrungen durch China", argumentieren die Wirtschaftsforscher. Die chinesische Währung sei gegenüber dem Euro deutlich unterbewertet, zudem subventioniere China seine Wirtschaft stärker als jedes andere Land. "Chinesische Waren werden dadurch künstlich verbilligt - in Deutschland wie auf dem Weltmarkt."
Deutschlands selbst verschuldeter Kostennachteil könne das riesige Handelsbilanzdefizit mit China nach Aussage des IW bei weitem nicht allein erklären, andernfalls würde Deutschland gegenüber anderen Ländern nicht weiterhin so gut dastehen, so das IW. Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit seien also eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung im Umgang mit China.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
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