Inflationsgefahr schlägt Konjunkturbremse
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Woche der Zentralbanken
In den nächsten Tagen werden zahlreiche wichtige Zentralbanken den Zinsentscheid ihrer Gremiensitzungen verkünden: Den Anfang machen am Mittwoch die Federal Reserve und die Bank of Canada. Am Donnerstag folgen dann die EZB, die Bank of England, die Schweizerische Nationalbank und die Bank of Japan. Nach unseren Erwartungen dürfte keine der genannten Zentralbanken angesichts der vorherrschenden Unsicherheit infolge des Irankrieges an der Zinsschraube drehen. Das Emporschnellen der Rohöl- und Gaspreise könnte theoretisch sowohl zu steigenden als auch zu fallenden Notenbanksätzen führen, je nachdem, ob die Zentralbanker den inflationstreibenden oder den wachstumshemmenden Effekt stärker gewichten. Die Erwartungen der Geldmarktteilnehmer bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der Notenbankpolitik sind indes eindeutig. Zuvor bestehende Erwartungen über Leitzinssenkungen haben sich in Erhöhungserwartungen gewandelt. Eine Ausnahme stellt die US-Notenbank dar. Hier eskomptieren Marktteilnehmer noch eine Leitzinssenkung im laufenden Jahr, wenngleich diese mittlerweile auch auf das Jahresende geschoben wurde. Die zögerliche Reaktion der Notenbanken auf die Verteuerung der Energiepreise im Zuge des Ukrainekrieges hat sich im nachhinein als Fehler herausgestellt. In den Vereinigten Staaten, im Euroraum und im Vereinigten Königreich lag die Inflationsrate in der Spitze bei oder über 10 % und bildete sich danach nur langsam zurück. Dieser Inflationsschub hatte zu einem Reputationsverlust der Notenbanken geführt. Vor diesem Hintergrund nehmen die Geldmarktteilnehmer an, dass sich die Notenbanker diesmal nicht erneut in einem "Team Transitory" versammeln werden. Das "Team Transitory" setze damals fälschlicherweise darauf, dass die Verteuerung der Energiepreise infolge des Ukrainekrieges nur zu einem temporären Anstieg der Inflation führen wird. Wer nun zweimal denselben Stich wagt, riskiert doppelte Schmach. Derweil hat die australische Zentralbank RBA heute Nacht ihren Leitzins erwartungsgemäß um einen Viertelprozentpunkt auf 4,10 % angehoben.
Konjunkturindex der Fed-NY fällt
Die Federal Reserve Bank of New York hat gestern ihren Stimmungsindikator für das Verarbeitende Gewerbe in ihrer Region veröffentlicht. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 2. bis 9. März 2026 durchgeführt und beinhaltet somit bereits Auswirkungen des Irankrieges. Der Indikator fiel zwar von +7,1 Punkten im Februar auf -0,2 Punkte im März, aber aufgrund dessen Volatilität sollte man den jüngsten Rückgang nicht auf die Goldwaage legen. Zudem entspricht der jüngste Wert des sogenannten "Empire State Manufacturing Surveys" einem ISM-Einkaufsmanagerindex von 53 Punkten, wenn man die Unterkomponenten der Fed-Umfrage gemäß ISM-Systematik zusammenfaßt. Aufschluß über den Gang der Konjunktur in Deutschland könnte der heute zur Veröffentlichung anstehende ZEW-Indikator liefern. Nach unserer Prognose wird der ZEW-Indikator von 58,3 Punkten im Februar auf nur noch 30 Punkte im März fallen. Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, wäre auch mit einem Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex zu rechnen. Die Aufgaben von Fed, EZB & Co. werden nicht einfacher.
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