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22:17 Uhr, 21.10.2026

IBM: Software trägt das Wachstum – IBM Z bricht ein

IBM übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen: Die Software legt um 8 % zu, doch beim Großrechnergeschäft IBM Z bricht der Umsatz um 20 % ein.

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Die Software zieht IBM im dritten Quartal über die Analystenschätzungen, während Beratung und Großrechner kaum mithalten. Die Umsatzspanne bleibt unverändert; beim Free Cashflow hebt das Management das Ziel dagegen leicht an.

✦ Auf einen Blick

• Der Umsatz steigt um 5 % auf 17,1 Mrd. USD und liegt über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 16,82 Mrd. USD.

• Das bereinigte verwässerte EPS steigt von 2,65 auf 2,95 USD und übertrifft den Konsens von 2,85 USD.

• Das Segment Software wächst um 8 % auf 7,8 Mrd. USD, die Segmentmarge steigt von 32,9 % auf 35,0 %.

• Consulting stagniert bei 5,3 Mrd. USD, der Großrechner IBM Z verliert 20 %.

• IBM bestätigt für 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4 % bis 5 % und erwartet beim Free Cashflow nun ein Plus von mehr als 1 Mrd. USD.

IBM steigert den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 17,1 Mrd. USD, währungsbereinigt um 6 %. Damit übertrifft der Konzern die durchschnittliche Analystenschätzung von 16,82 Mrd. USD. Vorstandschef Arvind Krishna spricht von beschleunigtem Wachstum und einem starken Free Cashflow.

Beim Ergebnis ist die bereinigte operative Rechnung (Non-GAAP) maßgeblich. Die bereinigte Vorsteuermarge steigt von 18,6 % auf 19,3 %, obwohl die bereinigte Bruttomarge von 58,7 % auf 58,5 % nachgibt. Das bereinigte verwässerte EPS klettert von 2,65 auf 2,95 USD und liegt damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 2,85 USD. Die Aktie notiert nachbörslich in einer ersten Indikation rund 4,4 % höher.

Der Gewinnhebel liegt damit auf der Kostenseite. Finanzchef James Kavanaugh führt das auf Produktivitätsprogramme im eigenen Haus zurück. Tatsächlich sinken die Vertriebs- und Verwaltungskosten, während die Forschungsausgaben steigen. Die Effizienzgewinne gehen also nicht auf Kosten der Produktentwicklung.

Nach GAAP springt das verwässerte EPS aus fortgeführten Geschäften von 1,84 auf 2,31 USD, ein Plus von 26 %. Allerdings fällt die effektive Steuerquote von 28,2 % auf 11,9 %; zudem belastete im Vorjahresquartal ein Effekt aus der Steuerreform. Der Vorsteuergewinn nach GAAP legt lediglich um 3 % zu. Ohne den Steuereffekt fiele der GAAP-Sprung deutlich bescheidener aus. Das bereinigte EPS-Plus von 11 % ist daher der verlässlichere Maßstab.

IBM: Earnings-Scorecard zum aktuellen Quartalsbericht

Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von IBM. (Quelle: Unternehmensangaben)

Software verdient immer mehr

Das Segment Software wächst um 8 % auf 7,8 Mrd. USD, währungsbereinigt um 9 %. Am stärksten legt der Bereich Data mit 19 % zu, während Hybrid Cloud (Red Hat) um 11 % wächst. Nur Automation schrumpft um 3 %. Gleichzeitig verbessert sich die Segmentmarge von 32,9 % auf 35,0 %.

Damit wächst ausgerechnet der profitabelste Konzernteil am schnellsten. Je größer der Umsatzanteil der Software wird, desto höher ist die Ertragskraft des gesamten Konzerns.

Beratung und Großrechner hinken hinterher

Consulting tritt mit 5,3 Mrd. USD auf der Stelle, währungsbereinigt bleibt ein Plus von 2 %. Die Segmentmarge sinkt von 12,9 % auf 12,2 %. Krishna betont, dass Kunden Super Intelligence inzwischen nutzen, um ganze Betriebsmodelle umzubauen. In der Beratung schlägt sich das bislang jedoch weder im Umsatz noch in der Marge nieder.

Das Segment Infrastructure wächst zwar um 4 % auf 3,7 Mrd. USD, doch das Geschäft mit dem Großrechner IBM Z bricht um 20 % ein. Distributed Infrastructure legt dagegen um 31 % zu.

Das Wachstum ruht damit auf einer schmalen Basis. Sollte die Software schwächeln, können die übrigen Sparten das kaum ausgleichen.

IBM: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Beim Umsatz bestätigt IBM die Prognose, schreibt das starke dritte Quartal aber nicht fort. Für 2026 erwartet der Konzern weiterhin ein währungsbereinigtes Wachstum von 4 % bis 5 %, Währungseffekte sollen sich neutral auswirken. Das Tempo bleibt damit im bisherigen Rahmen: Obwohl das Quartal mit 6 % darüber lag, signalisiert die Spanne keine weitere Beschleunigung.

Beim Free Cashflow legt das Management dagegen nach: Statt eines Anstiegs um rund 1 Mrd. USD rechnet es jetzt mit einem Plus von mehr als 1 Mrd. USD. Im dritten Quartal steigt der Free Cashflow um 0,7 Mrd. USD auf 3,0 Mrd. USD, nach neun Monaten steht ein Zuwachs von 0,6 Mrd. USD. Den Rest muss das vierte Quartal liefern. Gleichzeitig hat IBM in diesem Jahr 11,4 Mrd. USD in Zukäufe investiert; die Verschuldung steigt seit Jahresbeginn um 2,6 Mrd. USD auf 63,8 Mrd. USD. Die Anhebung fällt klein aus, zeigt aber, dass der Sparkurs inzwischen auch beim Free Cashflow ankommt.

IBM (IBM) – Kursverlauf 1 Jahr

Tagesschlusskurse der IBM-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 67,54 Mrd. USD 70,36 Mrd. USD 73,07 Mrd. USD
EPS 11,57 USD 12,31 USD 13,15 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)

Fazit: IBM übertrifft den Konsens bei Umsatz und bereinigtem EPS trotz stagnierender Beratung. Die Software trägt mit einer Marge von 35,0 % den Gewinn, hinzu kommt das höhere Cash-Ziel. Dem stehen die nur bestätigte Umsatzspanne, die schwache Beratung und der Einbruch bei IBM Z gegenüber. Zudem treibt vor allem die niedrigere Steuerquote den Gewinn nach GAAP nach oben. Auf Basis der Analystenschätzungen beträgt das KGV 20,2 für 2026 und 18,9 für 2027, bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 7 %. Den Ausschlag für eine weiterhin positive Tendenz der Aktie gibt das gewachsene Gewicht der Software: Sie kann die schwächeren Sparten inzwischen mitziehen.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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