Hellweg und BayWa Bau & Garten vor ungewisser Zukunft
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Für Teile des Filialnetzes von Hellweg und BayWa Bau & Garten gibt es nach Medienberichten Kaufinteressenten. Wie viele Standorte am Ende tatsächlich weiterlaufen, ist aber offen. Die Verfahren betreffen die Hellweg Die Profi-Bau & Gartenmärkte GmbH & Co. KG und die BayWa Bau & Gartenmärkte GmbH & Co. KG. Die börsennotierte BayWa AG selbst ist nicht Teil dieser Insolvenzverfahren.
Hellweg und BayWa Bau & Garten hatten Mitte Juni beim Amtsgericht Essen Verfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht gab den Anträgen statt und bestellte den Rechtsanwalt Stefan Denkhaus zum Sachwalter. Die Geschäftsführungen bleiben in der Eigenverwaltung grundsätzlich handlungs- und weisungsbefugt; der Sachwalter überwacht die Interessen der Gläubiger. Über den Verlauf der Investorensuche berichtete unter anderem BaumarktManager.
Investorensuche entscheidet über viele Standorte
Zum Zeitpunkt der Anträge umfasste der Verbund rund 114 Märkte: etwa 68 Hellweg-Filialen in Deutschland und rund 46 BayWa-Bau-&-Garten-Standorte. Andere Berichte sprechen pauschal von mehr als 110 Märkten. Für große Teile dieses Netzes lagen nach Unternehmensangaben Übernahmeangebote verschiedener Investoren vor. Welche Filiale an welchen Käufer gehen könnte, soll stufenweise mitgeteilt werden.
Medienberichte nennen voraussichtliche Käufer für etwa 35 Märkte. Diese Zahl ist nicht als endgültige Liste zu verstehen. Für Standorte ohne Angebot lief die Investorensuche weiter, mit dem Ziel, bis Ende August Lösungen zu finden. Ob daraus tatsächlich Verkäufe werden, kann auch von Zustimmungen der Gläubigerausschüsse, Vereinbarungen mit Vermietern und weiteren Bedingungen abhängen.
OBI hat nach bestätigten Angaben im Bieterverfahren den Zuschlag für mindestens fünf Standorte erhalten und ist für weitere Märkte als präferierter Investor nominiert. Berichte über eine größere Zahl möglicher OBI-Übernahmen gehen über diese bestätigte Mindestzahl hinaus. Auch Interesse anderer großer Baumarktbetreiber wird in Branchenberichten genannt, konkrete Zuschläge für weitere Standorte sind aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht vollständig ersichtlich.
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Was Eigenverwaltung bedeutet
Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung führt die bisherige Geschäftsführung das Unternehmen grundsätzlich weiter. Ein Sachwalter kontrolliert dabei die Wahrung der Gläubigerinteressen. Das Verfahren ist daher nicht automatisch gleichbedeutend mit einer sofortigen Betriebseinstellung.
Rund 4.000 Beschäftigte sind betroffen
Hellweg beschäftigt rund 2.900 Menschen, BayWa Bau & Garten etwa 1.300. Damit hängen rund 4.000 Arbeitsplätze an den beiden Gesellschaften. Der Betrieb lief im Verfahren zunächst weiter. Wie viele Stellen dauerhaft erhalten bleiben, hängt jedoch davon ab, welche Märkte von Investoren übernommen werden und für welche Standorte keine Lösung zustande kommt.
Mehrere Medienberichte gehen davon aus, dass ein großer Teil des bisherigen Netzes geschlossen werden könnte, falls keine weiteren Käufer gefunden werden. Auch über erhebliche Risiken für Arbeitsplätze wird berichtet. Eine belastbare endgültige Zahl zu möglichen Stellenverlusten liegt nach den verfügbaren Angaben nicht vor. Ebenso ist offen, welche Filialen unter neuen Eigentümern fortgeführt werden und unter welchen Marken sie künftig auftreten würden.
Die wirtschaftliche Schieflage wurde in den Verfahren unter anderem mit Lieferengpässen, geopolitischen Unsicherheiten, zurückhaltendem Konsum, steigenden Mieten und inflationsbedingten Kosten begründet. Diese Faktoren treffen ein Filialgeschäft besonders stark, weil Mieten, Personal und Logistik auch dann anfallen, wenn Kunden weniger einkaufen.
Warum die Lage für BayWa-Anleger getrennt zu sehen ist
Die Verbindung zur BayWa AG erklärt sich aus der Geschichte der Kette. Hellweg übernahm BayWa Bau & Garten 2012 von der BayWa AG und durfte die Märkte weiterhin unter der Marke BayWa führen. Ein Teil der Immobilien blieb im Eigentum der BayWa AG und wurde an die von Hellweg geführte Gesellschaft vermietet.
Aus dieser Verbindung folgt jedoch nicht, dass die BayWa AG selbst ein Insolvenzverfahren durchläuft. Die betroffenen Baumarktgesellschaften sind rechtlich eigenständige Unternehmen. Welche konkreten Folgen die Abwicklung oder mögliche Verkäufe für Bilanz und Ergebnis der BayWa AG haben werden, lässt sich mit den vorliegenden Informationen nicht beziffern.
Die BayWa-Aktie notierte am 28. August 2026 um 13:40 Uhr bei 2,67 Euro. Das entsprach einem Tagesminus von 0,74 Prozent. Aus dieser einzelnen Kursbewegung lässt sich kein direkter Zusammenhang mit der Situation bei Hellweg und BayWa Bau & Garten ableiten.
Für Kunden, Beschäftigte und Anleger bleibt damit vor allem die Verteilung der einzelnen Standorte entscheidend. Bestätigt ist bislang, dass mehrere Investoren Angebote für Teile des Netzes abgegeben haben und OBI mindestens fünf Märkte übernehmen soll. Die Zahl der dauerhaft geretteten Filialen, die künftigen Betreiber und die Folgen für die Belegschaften sind weiterhin offen.
