HALLIBURTON: Nordamerika kehrt zurück, der Nahe Osten bremst
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Halliburton liefert im zweiten Quartal 2026 solide Zahlen, die den Konsens knapp übertreffen. Getragen wird das Ergebnis von einer Erholung in Nordamerika und starken Vertragserfolgen im internationalen Geschäft, während der Nahe Osten weiter bremst.
Der Gesamtumsatz steigt gegenüber dem Vorquartal um 5,8 % auf 5,71 Mrd. USD und übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 5,50 Mrd. USD spürbar. Im Jahresvergleich legt der Konzernumsatz gegenüber den 5,51 Mrd. USD aus dem zweiten Quartal 2025 ebenfalls zu. Das bereinigte EPS (Non-GAAP) erreicht 0,55 USD und liegt damit einen Cent über dem Konsens von 0,54 USD. Das GAAP-EPS von 0,64 USD enthält einen vorsteuerlichen Sonderertrag von 95 Mio. USD, der sich aus einem Gewinn aus Beteiligungsänderungen (54 Mio. USD), einem Neubewertungsgewinn auf eine Beteiligung (10 Mio. USD) und sonstigen Erträgen (48 Mio. USD, überwiegend aus einer staatlichen Rückerstattung) zusammensetzt, teilweise kompensiert durch einen Verlust aus dem Verkauf eines Teils des Chemiegeschäfts (17 Mio. USD). Für die operative Beurteilung bleibt das bereinigte Ergebnis die maßgebliche Größe.
Die bereinigte operative Marge liegt bei 12 %, die GAAP-Marge bei 14 %. Das Quartal zeigt damit eine solide, aber nicht wachsende Profitabilität. Der freie Cashflow von 668 Mio. USD unterstreicht die Kapitalstärke des Unternehmens.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Halliburton. (Quelle: Unternehmensangaben)
Nordamerika dreht, vorerst
Nordamerika meldet einen Umsatz von 2,28 Mrd. USD, ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorquartal. Treiber sind höhere Stimulationsaktivitäten und mehr Bohraktivität an Land in den USA sowie gestiegene Flüssigkeitsdienstleistungen im Golf von Amerika. Das Management formuliert die Botschaft auffallend vorsichtig: CEO Jeff Miller spricht von einer Erholung und erwartet lediglich schrittweise Verbesserungen im Jahresverlauf, kein Schwung also, sondern eine kontrollierte Normalisierung. Dass der Verkauf eines Teils des Chemiegeschäfts die Nordamerika-Zahlen gleichzeitig belastet, dämpft den Optimismus zusätzlich.
International: Europa glänzt, Naher Osten schwächelt
Das internationale Geschäft wächst sequenziell um 5 % auf 3,44 Mrd. USD. Besonders auffällig ist Europa/Afrika mit einem Plus von 19 % gegenüber dem Vorquartal auf 1,02 Mrd. USD, getrieben von erhöhter Aktivität in der Nordsee, Namibia und Ägypten sowie neuen Projektmanagement-Aufträgen in Angola. Demgegenüber gibt die Region Naher Osten/Asien um 2 % auf 1,30 Mrd. USD nach: Geopolitische Spannungen belasten Kuwait, Irak und Katar spürbar. Dass Halliburton gleichzeitig milliardenschwere Mehrjahresverträge mit Aramco für Onshore-Felder und unkonventionelle Gasentwicklung in Saudi-Arabien gewinnt, zeigt die strategische Tiefe des Portfolios, ändert aber nichts daran, dass der Nahe Osten kurzfristig der wunde Punkt bleibt.
Das Segment Completion and Production erzielt 3,20 Mrd. USD Umsatz (+6 % sequenziell) bei einem operativen Ergebnis von 474 Mio. USD. Drilling and Evaluation wächst umsatzseitig um 5 % auf 2,51 Mrd. USD, das operative Ergebnis sinkt jedoch um 4 % auf 338 Mio. USD, denn der saisonale Wegfall von Software-Umsätzen drückt die Marge in diesem Segment.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Halliburton kommuniziert keine konkrete Umsatz- oder EPS-Guidance für das Gesamtjahr. Das Management gibt sich gleichwohl zuversichtlich: Miller sieht Halliburtons differenzierte Technologie als Grundlage für Umsatzwachstum und Margenausweitung und betont die Stärke der internationalen Auftragspipeline. Der Analystenkonsens rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Umsatz von 22,25 Mrd. USD und einem bereinigten EPS von 2,37 USD. Das erste Halbjahr mit 11,12 Mrd. USD Umsatz und 1,10 USD bereinigtem EPS liegt auf Kurs, sofern die zweite Jahreshälfte das Tempo hält. Risiken bleiben die geopolitische Lage im Nahen Osten, die Entwicklung der Ölnachfrage und die noch ausstehende vollständige Normalisierung in Nordamerika.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 22,18 Mrd. USD | 22,25 Mrd. USD | 23,67 Mrd. USD |
| EPS | 1,50 USD | 2,37 USD | 2,93 USD |
*e = erwartet, Erwartungen basieren bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
Fazit: Halliburton liefert ein ordentliches Quartal, das auf der Umsatzseite klar überzeugt und beim bereinigten EPS den Konsens knapp schlägt, ohne echten Makel, aber auch ohne den Funken, der die Equity-Story neu entfacht. Die Erholung in Nordamerika ist real, aber graduell; das internationale Wachstum ist breit, leidet jedoch unter dem anhaltenden Gegenwind im Nahen Osten. Die Zahlen stützen die These, dass Halliburton auf Kurs ist, wer allerdings auf eine Beschleunigung der Margenexpansion gehofft hat, muss sich noch gedulden. Bei einem KGV von 15 ist die Bewertung moderat, die Halliburton-Aktie aber auch kein offensichtliches Schnäppchen, solange die zweite Jahreshälfte noch beweisen muss, dass die Normalisierung mehr als Schrittgeschwindigkeit hat.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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