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Kommentar
08:10 Uhr, 17.07.2026

Guten Morgen aus der Redaktion - Netflix kracht unten durch

Das bekannte Bild setzt sich auch zum Wochenschluss fort. Die Technologiewerte schwächeln, allen voran weiterhin die KI-Halbleiter-Titel die heute in Asien erneut zweistellige Kursverluste hinnehen müssen. Aber auch der DAX taucht unter seine Range zwischen rd. 24.800 und 25.200 der letzten Tage heute Morgen ab. Ohne Lösung bei Hormus bleibt es schwierig.

Der japanische Nikkei verlor zeitweise mehr als 5 %, Taiwan gab rund 6 % nach und auch Hongkong sowie China notierten deutlich im Minus. Im Mittelpunkt stehen erneut die Chipwerte. TSMC verlor nach den eigentlich starken Quartalszahlen über 6 %, auch Tokyo Electron, Advantest, Kioxia, SK Hynix und SoftBank gerieten massiv unter Druck.

Bemerkenswert ist der Auslöser. Die Angst vor einer Überinvestition in KI greift um sich. TSMC erhöhte seine Investitionspläne erneut und kündigte zusätzliche Fabriken in den USA an.

Chinesische KI-Anbieter erhöhen derweil den Druck. Das Start-up Moonshot stellte ein Modell vor, das sich der Leistungsfähigkeit führender US-Labore mit wesentlich geringerer Capex annähert.

Netflix sorgte ebenso für die kalte Dusche. Wir hatten gestern den Konsens vor den Zahlen aufgerollt. Ergebnis nach den Zahlen: Der freie Cashflow fiel mit 1,53 Mrd. Dollar jedoch deutlich schwächer aus. Regional überzeugten vor allem Europa und Lateinamerika, das Geschäft in den USA und Kanada blieb hinter den Schätzungen zurück. Für das Gesamtjahr peilt Netflix nun 51,0 bis 51,4 Mrd. Dollar Umsatz an, der Mittelwert liegt leicht unter dem bisherigen Konsens. Nachbörslich - 9 % und damit hält die wichtige Unterstützung aus 2022 (s. Chart) nicht.

UnitedHealth erhöhte den Ausblick für das Gesamtjahr und meldete einen Quartalsgewinn, der deutlich über den Erwartungen der Analysten lag. Damit lieferte der Krankenversicherer nach vorherigen Belastungen ein positives operatives Signal.

Abbott Laboratories hob ebenfalls seine Gewinnprognose an. Das zweite Quartal verlief solide, wobei sich die Entwicklung in den meisten Geschäftsbereichen verbesserte. Die Geschäftsdynamik scheint damit breiter abgestützt zu sein und nicht nur von einzelnen Produktsegmenten zu kommen.

Beachtenswert sind heute die Daten zu US-Industrieproduktion und Michigan-Verbrauchervertrauen.

Es bleibt bei der Maßgabe: 30 % Liquiditätsquote sind angebracht. Damit gehen wir ins Wochenende.

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Ihr Volker Schulz

Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe

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