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Kommentar
07:54 Uhr, 11.06.2026

Guten Morgen aus der Redaktion

Der DAX konnte gestern seine zuvor erlittenen Verluste am Nachmittag zumindest etwas eindämmen. Zum Handelsschluss blieb ein Minus von 0,86 %. Belastend wirkten neue Sorgen über eine Eskalation des Iran-Kriegs nach scharfen Aussagen von US-Präsident Trump und gegenseitigen militärischen Angriffen des Iran und der USA. Der Ölpreis zog daraufhin wieder an und der DAX fiel zeitweise unter die 200-Tage-Linie auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen.

Die Wall Street und vor allem die Tech-Werte setzten gestern ihre Abwärtsbewegung fort: Der S&P 500 schloss 1,6 % schwächer, während der Nasdaq 100 2 % nachgab.

Qualcomm geriet weiter unter Druck. Die Aktie fiel um 7,0 % auf 191,20 $ und gehörte damit zu den klaren Verlierern im Halbleitersektor. Belastend wirken Gewinnmitnahmen bei KI- und Chipwerten sowie die Sorge vor zusätzlicher Konkurrenz im Markt für KI-PCs.

Broadcom setzte seine Korrektur fort. Die Aktie verlor 5,2 % auf 372,10 $ und bestätigte damit die Schwäche bei hoch bewerteten Halbleiterwerten. Der Sektor stand bereits nach Broadcoms vorsichtigerem Ausblick vergangene Woche stärker unter Druck.

Arm Holdings fiel trotz der zuvor starken Kursentwicklung deutlich zurück. Die Aktie gab 5,4 % auf 307,43 $ nach. Der Rückgang passt zur breiten Rotation aus sehr stark gelaufenen Chip- und KI-Titeln.

Marvell Technology zählte ebenfalls zu den Verlierern. Die Aktie sank um 5,3 % auf 252,59 $. Nach der starken KI-Rallye nehmen Anleger bei Marvell Gewinne mit und reduzieren Risiko im Halbleitersegment.

Nvidia hielt sich im Branchenvergleich etwas besser. Die Aktie verlor 3,8 % auf 200,42 $ und schnitt damit weniger schwach ab als Qualcomm, Broadcom, Arm und Marvell. Die relative Stärke zeigt, dass Nvidia weiter als Kerninvestment im KI-Chipsektor gesehen wird.

Super Micro erlitt den stärksten Einbruch. Die Aktie brach um 28,0 % auf 29,27 $ ein, nachdem das Unternehmen Kapitalmarkttransaktionen über 7 Mrd. $ angekündigt hatte. Anleger sehen darin zwar einen Hinweis auf hohe KI-Servernachfrage, aber vor allem ein erhebliches Verwässerungsrisiko.

Oracle schwankte vor den Zahlen und schloss schwächer. Die Aktie verlor regulär 1,9 % auf 201,26 $. Nachbörslich belasteten dann Sorgen über hohe KI-Investitionen und geplante Finanzierungen, obwohl Umsatz und bereinigter Gewinn je Aktie die Erwartungen übertrafen.

T-Mobile US war ein defensiver Gewinner. Die Aktie stieg um 3,4 % auf 185,55 $ und setzte sich damit deutlich vom schwachen Gesamtmarkt ab. Der vierte Gewinntag in Folge zeigt, dass Telekomwerte in der aktuellen Rotation als stabilere Alternative gesucht sind.

Deutsche Telekom profitierte indirekt von der Stärke der US-Tochter. Die Aktie legte am 10. Juni um 1,1 % auf 28,09 € zu und entwickelte sich damit besser als der schwache DAX. Die Beteiligung an T-Mobile US bleibt damit ein zentraler Stabilisator für den Konzern.

Coca-Cola war als defensiver Konsumwert gefragt. Die Aktie stieg um 2,8 % auf 83,59 $ und führte damit die Gewinnerliste im Dow an. Die Bewegung zeigt eine Flucht in planbarere Geschäftsmodelle mit stabilerer Nachfrage.

Die US-Verbraucherpreise lieferten keine Überraschung; sie stiegen im Mai wie erwartet um 4,2 % und lagen damit erstmals seit Frühjahr 2023 wieder über der Marke von 4 %. Bezüglich der heutigen Termine wird das Anlegerinteresse u.a. auf den Q2-Zahlen von Adobe liegen, die nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden. Zudem dürfte die EZB am frühen Nachmittag die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben. Last but not least gibt es Erzeugerpreise aus den USA.

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Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion

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