Analyse

Gold: War ein "Fat Finger" Schuld?

Die Frage, warum Gold erneut ausgerechnet dann durch zentrale Unterstützungen rutscht, wenn kaum Handel stattfindet, beschäftigt Gold-Anleger weltweit.

Erwähnte Instrumente

  • Gold
    ISIN: XC0009655157Kopiert
    Kursstand: 1.114,90 $/Unze (Deutsche Bank Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • Gold in Euro
    Kursstand: 1.027,90 € (FOREX) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • Gold - WKN: 965515 - ISIN: XC0009655157 - Kurs: 1.114,90 $/Unze (Deutsche Bank Indikation)
  • Gold in Euro - Kurs: 1.027,90 € (FOREX)

Ein "Fat Finger" beschreibt den Umstand, dass ein wenig geschickter oder unkonzentrierter Händler größere Stückzahlen verkauft, als er eigentlich beabsichtigte. An den Terminbörsen werden große Lots gehandelt, sodass ein sehr großer Unterschied zwischen 1000 oder 10.000 Kontrakten besteht. Ein Kontrakt entspricht 100 Unzen Gold, wer 1000 mit 10.000 verwechselt bewegt Gold im Wert von 1,1 Milliarden USD anstatt "nur" 110 Millionen USD. Das kann schnell einen Kursrutsch in der Dimension auslösen, wie wir ihn heute Nacht hatten.

"Ich denke nicht, dass es ein Fat Finger war, weil es scheint an der COMEX und der SGE passiert zu sein, und beide Male kam richtig Volumen in den Markt, zu einer Zeit, in der es kaum Liquidität gab", sagt ein Händler der Australia & New Zealand Banking Group in Singapur. Der Händler hat den Rutsch, der gleich zu Beginn des FX-Handels in Neuseeland begonnen hatte, beobachtet. "Rund 5 Tonnen Gold wurden in zwei Minuten an der SGE verkauft, wo ein normales Handelsvolumen für einen gesamten Handelstag dort 25 Tonnen beträgt." Der Händler bezieht sich auf die Shanghai Gold Exchange.

Mir kommt es so vor und das hatte ich am Donnerstag auch erwartet, dass ein Unterschreiten von 1142 USD/Unze zu technischen Verkäufen führen wird. Stopp-Loss-Orders werden aktiviert, wenn bestimmte Kursniveaus erreicht werden. Mit Hilfe der technischen Analyse kann man wahrscheinliche Kumulationsbereiche identifizieren, in denen solche Stopp-Loss-Orders gehäuft auftreten könnten. Der Bereich unter 1142 USD/Unze war ein solcher Bereich. Vielleicht haben sich viele einen Wochenschlusskurs unter 1142 USD/Unze als Stopp-Loss gesetzt, und als dieser Freitagabend stattgefunden hatte (Wochenschlusskurs lag bei 1134,40 USD/Unze) gab es eben zu Eröffnung in Fernost diese technischen Stopp-Loss-Verkäufe.

Wichtig ist zu wissen, dass eine Stopp-Loss-Order normalerweise zu einer unlimitierten Verkaufsorder wird, bedeutet: Verkaufe zum nächsten Kurs, egal, wo dieser steht!

Wir haben auf PROmax Gold seit Donnerstag als Short-Trade laufen. Bisher notiert die Position über 200% im Plus. Testen Sie PROmax jetzt!

9 / 14 Kommentare

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  • sewiet13
    sewiet13

    Fat finger? Die Zeiten sind nun wirklich vorbei. Das ist genau so , wie das Wetterphaenomen der Us Wirtschaft: nicht wahr!

    07:21 Uhr, 21.07.2015
  • Der kreischende Depp
    Der kreischende Depp

    Fat Finger ist wieder völliger Nippes. Hauptsache einen Aufhänger für einen Artikel.

    Aber was mich etwas wundert, ist dass Gold nicht weiter nachgibt. Zu einer Uhrzeit wo nur sehr dünner Handel stattfindet wird der Preis um 2% gedrückt - Große Anschlussverkäufe bleiben dann aber aus.

    Das zeigt doch, dass die, die hohe Volumina in (Papier-)Gold halten nicht aus dem Markt gehen. Zwar finden keine Anschlusskäufe statt, aber ein Sell-Off sieht für da völlig anders aus. Da würde ich nun Anschlussverkäufe mit hohen Volumina im laufenden Tagesgeschäft erwarten, die den Preis nahe dem zweistelligen Prozentbereich drücken.

    19:34 Uhr, 20.07.2015
  • Long oder Short
    Long oder Short

    Fat-FInger, so ein Quatsch. Wenn die bösen Spekulanten nicht gerade herhalten müssen, dann sind es die Fat Finger. Wer sich schonmal Fat-Finger-like verdrückt hat, weiß, dass es brutal schwer ist, so eine Position wieder zu schließen, weil der Kurs ratz-fatz wieder da steht wo man seinen dicken Finger hingesetzt hat. Das ist hier aber nicht der Fall.

    15:28 Uhr, 20.07.2015
    1 Antwort anzeigen
  • Dieter_HW
    Dieter_HW

    Schuld sind ganz klar die Haribo Goldbären. Immer mehr Vegetarier und Veganer (das sind die, die fast immer saft- u. kraftlos ausschauen) bevölkern unseren Planeten, und so bleiben die Goldbärchen ungekauft im Regal liegen. Durch dieses Überangebot war es halt eine Frage der Zeit, bis der Kurs in den Keller rauscht.

    Noch am Samstag hatte meine Frau beim Einkaufen eine ansich gute Idee. „Schatz, sollen wir nicht einige Kilogramm Goldbären mitnehmen? Der Preis scheint doch recht günstig zu sein.". Meine Antwort: „Schatzi, schenk mir lieber ein Foto. Das hat derzeit mehr Wertbeständigkeit. Zudem sollen die Goldbären den Preis noch mehr drücken, sagt zumindest der Stanzl." „Stanzl ? Ist das der unglaublich nette junge Mann, der mit unfassbar medialer Gelassenheit in die Kamera schaut? Hach, wäre ich doch noch mal jung..."

    Was lernen wir daraus? Die idiotischsten Gespräche finden Samstagsbeim Discounter statt.

    14:42 Uhr, 20.07.2015
    1 Antwort anzeigen
  • dschungelgold
    dschungelgold

    Eher ein "FEDffinger";-)))))9"

    13:45 Uhr, 20.07.2015
  • mkgeld
    mkgeld

    jetzt wird es final nach unten gehen und danach aber auch schnell nach oben. Die Asiaten nutzen diesen Preis für Einkäufe. Schon bald wird das meiste Gold in Asien sein da bin ich sicher und wird Grundlage für eine neue Weltreservewährung.

    12:37 Uhr, 20.07.2015
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Über den Experten

Jochen Stanzl
Jochen Stanzl
Chefmarktanalyst CMC Markets

Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BörseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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