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Kommentar
08:28 Uhr, 23.07.2026

Gold vor der nächsten Aufwärtswelle? Technische Signale und Zentralbanken sprechen dafür

Nach einer scharfen Korrektur sendet der Goldmarkt wieder positive Signale. Vom Hoch Ende Januar verlor der Goldpreis zeitweise rund 30 %, ehe sich das Edelmetall zuletzt erholte und den seit Mai bestehenden Abwärtstrend nach oben durchbrach.

Aus charttechnischer Sicht erinnert der Verlauf stark an den Goldzyklus des Jahres 2006: Damals folgte auf einen kräftigen Einbruch eine mehrjährige zweite Aufwärtsphase mit dynamischem Kursanstieg.

Unterstützt wird die Erholung vor allem durch die Nachfrage aus Asien. Insbesondere die chinesische Zentralbank nutzte den Preisrückgang konsequent zum Ausbau ihrer Goldreserven. Allein im zweiten Quartal erhöhte die People's Bank of China ihre Bestände um 480.000 Feinunzen – der stärkste Quartalsaufbau seit drei Jahren. Insgesamt stiegen die Reserven bis Ende Juni auf 75,44 Mio. Feinunzen, womit sich die Kaufserie auf 20 Monate in Folge verlängerte. Dahinter steht ein langfristiger Trend: Schwellenländer reduzieren ihre Abhängigkeit vom US-Dollar und bauen Gold als strategische Reserve aus. Laut einer Umfrage des World Gold Council planen 45 % von 74 befragten Zentralbanken im kommenden Jahr weitere Goldkäufe – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2018.

Auch der Terminmarkt spricht für steigende Kurse. Die Optionspositionierung zeigt eine klare Dominanz von Kaufoptionen, der Put-Call-Ratio liegt mit 0,39 auf einem ausgesprochen bullischen Niveau. Besonders auffällig ist das hohe offene Interesse an weit aus dem Geld liegenden Call-Optionen mit Laufzeiten bis November 2026 und Ausübungspreisen von bis zu 20.000 US-Dollar je Unze. Zwar sind solche extremen Strikes vor allem Ausdruck langfristiger Spekulationen, sie unterstreichen jedoch die optimistische Grundhaltung institutioneller Marktteilnehmer.

Sollte sich das historische Muster von 2006 wiederholen, könnte die jüngste Konsolidierung lediglich die Basis für die nächste Aufwärtsbewegung gelegt haben. Anders als damals wird der aktuelle Bullenmarkt jedoch nicht primär von Anlegern, sondern von strukturellen Zentralbankkäufen und der fortschreitenden Diversifizierung der globalen Währungsreserven getragen – ein Fundament, das den Goldpreis auch langfristig stützen dürfte.


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