Kommentar
11:33 Uhr, 08.01.2026

Gold: "Starkes Finale und zunehmende Volatilität"

Rohstoffanalyst Michael Blumenroth fasst die beachtlichen Preissteigerungen im Markt für Edelmetalle über den Jahreswechsel zusammen und gibt einen Ausblick.

8. Januar 2026. FRANKFURT (Xetra-Gold). Zunächst einmal möchte ich allen Leserinnen und Lesern ein glückliches, zufriedenes und gesundes Jahr 2026 wünschen. Und natürlich jederzeit ein „goldenes Händchen“, auch was das Thema „Investitionen“ anbelangt.

Ein goldenes Händchen hatte im vergangenen Jahr, wer in Edelmetallen investiert war. In Bezug auf die Wertsteigerung seit Jahresbeginn erzielte der Goldpreis unter den vier Edelmetallen zwar nur den ehrenvollen vierten Platz. Aber ein Zugewinn von rund 65 Prozent in US-Dollar ist ja auch nicht zu vernachlässigen...

Handelsjahr schließt mit starker Volatilität bei Edelmetallen

Die letzten Tage im alten Jahr waren auch durch die günstige kalendarische Verteilung der Feiertage von einer sehr geringen Liquidität an den Finanzmärkten geprägt, die wiederum ungewöhnlich starke Preisschwankungen an den Edelmetallmärkten zur Folge hatten. Im Prinzip stehen sich am Jahresende häufig zwei gegensätzliche Interessenlagen an den Finanzmärkten gegenüber: Einerseits wollen viele Investoren ihren Anlegern zeigen, dass sie an der Preisrallye teilgenommen haben und bauen ihre Bestände beispielsweise an Gold deshalb weiter aus. Andere Investoren wollen wiederum vor dem Jahresende Gewinne mitnehmen und verkaufen deshalb einen Teil ihrer Bestände.

Dies dürfte der Grund für die starken Kursbewegungen an den letzten vier Handelstagen des alten Jahres gewesen sein, wobei erneut die Silberpreise die heftigsten Kursbewegungen präsentierten. Auch die Goldpreise übersprangen erstmals die Marke von 4.500 US-Dollar pro Unze, bevor es dann doch noch zu Gewinnmitnahmen kam.

Gold durchbricht Marke von 4.500 US-Dollar pro Unze

Notierten die Goldpreise am Donnerstagmorgen, dem 18. Dezember, bei 4.335 US-Dollar und beendeten die Woche auch dort, so ging es dann in der Weihnachtswoche „kräftig zur Sache“: Am. 24. Dezember wurde die Marke von 4.500 US-Dollar erstmals übersprungen und am 26. Dezember das derzeit noch gültige Rekordhoch bei etwa 4.549,50 gehandelt. Dann kam es zu den Gewinnmitnahmen, welche die Goldpreise auf Talfahrt schickten, die das Jahr 2025 somit bei rund 4.320 beendeten. Zu Beginn dieser Woche war Gold aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten wieder gefragt. Am Mittwochmorgen touchierte der Preis die Marke von 4.500, gab aber dann im Tagesverlauf bis auf 4.425 nach und notiert beim Schreiben dieser Zeilen bei rund 4.450 US-Dollar.

Auch Xetra-Gold auf neuem Rekordhoch

Der Xetra-Gold-Preis wurde in den vergangenen Tagen leicht durch einen etwas schwächeren Kurs des Euros zum US-Dollar gestützt. Während der üblichen Handelszeiten ging es von 118,60 Euro je Gramm am Morgen des 18. Dezember zunächst bis auf 122,60 am letzten Handelstag vor Weihnachten. Am 29. Dezember stürzte der Preis dann kurzzeitig bis auf 117,35, beendete das Jahr dann aber bei 120,35 Euro – ein Gewinn von knapp 50 Prozent seit Jahresbeginn. Weiter aufwärts bis auf ein neues Rekordhoch bei 123,45 ging es dann am Dienstag, bevor der Preis am Mittwoch leicht auf 122,35 Euro zurücksetzte.

Silber, Platin und Kupfer ebenfalls gefragt

Auch in dieser Woche blieben die weißen Edelmetalle etwas stärker im Fokus, insbesondere bei Silber und Platin (ebenfalls auf einem Rekordhoch) sind die Kursschwankungen noch größer als beim Gold. Auch Industriemetalle ziehen zuletzt aufgrund der rekordhohen Kupferpreise mehr Aufmerksamkeit auf sich. Mit Spannung werden am Freitag dieser Woche die Arbeitsmarktdaten aus den USA für den Dezember erwartet. Im Anschluss hieran könnte es zu einigen Schwankungen an den Märkten kommen.

Von Michael Blumenroth, 8. Januar 2026 © Deutsche Börse AG