SANDISK und die verrückteste Gewinnprognose der Welt
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- SanDisk Corp. - WKN: A411ZM - ISIN: US80004C2008 - Kurs: 541,920 $ (Nasdaq)
SanDisk stellte für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Gewinn je Aktie von 12 bis 14 USD in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt kaum mehr als 4 USD erwartet. Auch beim Umsatz liegt die Prognose mit 4,4 bis 4,8 Mrd. USD deutlich über dem Marktkonsens. Nach Jahren zyklischer Volatilität signalisiert der Speicherhersteller damit einen strukturellen Sprung in eine neue Ertragsdimension.
Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte SanDisk einen Umsatz von 3,025 Mrd. USD, ein Plus von 61 % gegenüber dem Vorjahr und klar über den erwarteten 2,67 Mrd. USD. Der Gewinn je Aktie sprang auf 6,20 USD nach 1,22 USD im Vorquartal. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Profitabilität. Die bereinigte Bruttomarge stieg auf 51,1 %, nach 29,9 % im Vorquartal. Der bereinigte operative Gewinn erreichte eine Marge von 37,5 %. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 967 Mio. USD.
Treiber war weniger ein einzelner Markt als eine breite, preisgetriebene Erholung über alle Segmente hinweg. Rechenzentren steuerten 440 Mio. USD bei, ein Zuwachs von 76 % gegenüber dem Vorjahr und 64 % gegenüber dem Vorquartal. Das Edge-Geschäft, das PCs und mobile Geräte umfasst, kam auf 1,678 Mrd. USD. Das Konsumentensegment erzielte 907 Mio. USD, getragen von höherwertigen Produkten und einer spürbaren Verschiebung hin zu Premiumkonfigurationen.
KI verändert den NAND-Markt grundlegend
Im Analystencall machte Konzernchef David Goeckeler deutlich, dass es sich aus seiner Sicht nicht um eine kurzfristige Markterholung handelt. "Künstliche Intelligenz sorgt für einen grundlegenden Nachfragesprung“, sagte er. Insbesondere Inferenzanwendungen erhöhten den Speicherbedarf pro System erheblich. NAND werde damit von einem zyklischen Commodity-Produkt zu einer strategischen Schlüsseltechnologie innerhalb der KI-Infrastruktur.
SanDisk reagiert darauf mit einer Neuausrichtung seiner Geschäftsbeziehungen. Der Konzern verhandelt verstärkt über mehrjährige Lieferverträge mit festen Abnahme- und Preisstrukturen. "Versorgungssicherheit, längere Planungshorizonte und verbindliche Zusagen werden immer wichtiger“, so Goeckeler. Ziel sei es, sich von quartalsweisen Preisverhandlungen zu lösen und Planungssicherheit für beide Seiten zu schaffen.
Finanzchef Luis Visoso ergänzte, dass SanDisk seine Kapazitäten gezielt jenen Kunden zuweise, die bereit seien, solche langfristigen Verpflichtungen einzugehen. Kurzfristige, rein transaktionale Nachfrage verliere an Bedeutung. "Wir priorisieren Kunden, die den Wert langfristiger Partnerschaften erkennen“, sagte Visoso.
Analysten hinterfragen Langfristverträge und Angebotsdisziplin
Mehrere Analysten hakten nach, ob langfristige Verträge in einem Umfeld stark steigender Preise nicht Wachstumschancen begrenzen könnten. Goeckeler räumte ein, dass dies eine Gratwanderung sei. Entscheidend sei jedoch, über den Zyklus hinweg attraktive Renditen zu sichern. Die Nachfrageentwicklung im Rechenzentrum habe sich zuletzt deutlich beschleunigt. Für 2026 rechnet SanDisk inzwischen mit einem Exabyte-Wachstum von über 60 %, deutlich mehr als noch vor wenigen Quartalen.
Besonders aufmerksam verfolgten Analysten Aussagen zum zusätzlichen Speicherbedarf neuer KI-Architekturen. Goeckeler sprach von 75 bis 100 zusätzlichen Exabyte Nachfrage ab 2027, die bislang noch nicht in den offiziellen Planungen enthalten seien. "NAND steht heute im Zentrum der KI-Architektur“, sagte er. Die Architektur entwickle sich rasant weiter, und Speicher spiele dabei eine immer größere Rolle.
Operativ profitiert SanDisk von einer Kombination aus technologischen Fortschritten und strikter Portfoliosteuerung. Die neue BiCS8-Generation liefert höhere Leistung bei niedrigeren Kosten. Gleichzeitig verlagert der Konzern Kapazitäten konsequent in margenstärkere Anwendungen wie Enterprise-SSDs. Niedrigmargige Volumengeschäfte werden bewusst zurückgefahren. Dieser Mixeffekt trug wesentlich zum Margensprung bei.
Auch auf der Kostenseite zeigt sich die Disziplin. Die bereinigten operativen Ausgaben lagen mit 413 Mio. USD unter der eigenen Prognose. Der freie Cashflow belief sich auf 843 Mio. USD, was einer Marge von knapp 28 % entspricht. SanDisk baute die Verschuldung weiter ab und schloss das Quartal mit einer Netto-Cash-Position von 936 Mio. USD ab.
Strategisch wichtig ist zudem die Verlängerung des Joint Ventures mit Kioxia in Yokkaichi und Kitakami bis 2034. Damit sichert sich SanDisk langfristige Produktionskapazitäten für eine der kapitalintensivsten Phasen der Unternehmensgeschichte.
Ausblick zwingt zur Neubewertung
Für das dritte Quartal stellt SanDisk eine bereinigte Bruttomarge von 65 bis 67 % in Aussicht. Margen in dieser Größenordnung galten im NAND-Markt lange als kaum erreichbar. Das Management betont jedoch, dass solche Werte notwendig seien, um die hohen Investitionen in Forschung, Entwicklung und Fertigung zu rechtfertigen.
Die zentrale Botschaft des Calls ist klar: SanDisk sieht sich nicht mehr als zyklischen Speicherzulieferer, sondern als strategischen Partner im KI-Ökosystem. Gelingt es, langfristige Lieferverträge in größerem Umfang zu etablieren, könnte sich die Ertragsqualität nachhaltig verändern.
Fazit: Der Aktienkurs der SanDisk-Aktie hat sich schon mehr als verzehnfacht. Angesichts der rasant steigenden Gewinne ist das in diesem Fall sogar gerechtfertigt. Der Markt kommt nicht hinterher. Die Gewinnschätzungen werden weiter massiv steigen. Nur sehr spekulative Anleger springen jetzt noch auf. Aufgrund der Volatilität rate ich zu kleinen Positionen mit weiten Stoppkursen. Die untenstehenden Gewinnschätzungen sind jetzt völlig veraltet. Die Gewinnprognose für das laufende Jahr könnte eher in Richtung 30 bis 40 USD laufen.
Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.
| Jahr | 2024/25 | 2025/26e* | 2026/27e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 7,36 | 11,27 | 14,66 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 2,99 | 14,33 | 27,36 |
| KGV | 201 | 42 | 22 |
| Dividende je Aktie in USD | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Dividendenrendite | 0,00% | 0,00% | 0,00% |
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*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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Es wird immer toller...
Prognosen von 700 USD und 1.000 USD neu, Vorbörse 660 - 670
Es wäre sehr hilfreich , die laufenden Prognosen des Management in ein KGV, KUV münden zu lassen, um zusehen ob noch Spielraum nach ob en ist.
- der Markt kommt mit der Neubewertung nicht mit... Kurs hat sich schon verzehnfacht - also bitte Berechnung..
Wie hoch sind die Investitionen, werden diese kritisch gesehen und drücken sie den Kurs demnächst nach erster Euphorie ??
M.E. ist scheinbart noch Luft, zumindest vom Sentiment...siehe Micron Technology... analog ?
Beitrag gut, Schlussfolgerung nicht schlüssig...