Gold: "Hoffnung auf Deeskalation"
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16. April 2026. FRANKFURT (Xetra-Gold). Auch in der nunmehr siebten Woche seit Beginn der Eskalation der Kampfhandlungen im Nahen Osten beherrscht die dortige Lage die Schlagzeilen und die Marktstimmung. An den Finanzmärkten macht sich trotz der zunächst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan am vergangenen Wochenende immer mehr die Hoffnung breit, dass es weiterhin möglich sein dürfte, einen Modus Vivendi zu finden, der ein Ende der Kampfhandlungen ermöglicht.
Erholung der Finanzmärkte: Aktien, Euro und Rohstoffe im Fokus
Dies hat zur Folge, dass viele Assets auf ein Niveau zurückgekehrt sind, auf dem sie zu Beginn der Kampfhandlungen im Nahen Osten notierten: Beispielsweise gilt dies für die US-Aktienmärkte, die auch durch einen guten Start in die Quartalsberichtssaison unterstützt wurden, und somit teilweise gestern neue Allzeithochs erklimmen konnten. Auch der Kurs des Euros zum US-Dollar wurde zuletzt mit knapp über 1,18 US-Dollar je Euro wieder dort gehandelt, wo er Ende Februar stand. Die Goldpreise haben es hingegen noch nicht ganz geschafft, ihre Verluste seit Anfang März wieder wettzumachen – schließlich notierten sie damals noch über 5.100 US-Dollar je Unze.
Steigende Rohstoffpreise treiben Zinserwartungen und Anleiherenditen
Dies dürfte primär daran liegen, dass die steigenden Preise für Erdöl und Erdgas und einige weitere Rohstoffe an den Terminmärkten steigende Zinserhöhungserwartungen für viele Notenbanken zur Folge hatten, weshalb auch die Renditen der Staatsanleihen deutlich über dem Niveau von Ende Februar verharren. Dieses Narrativ wurde auch durch den starken Anstieg des US-Verbraucherpreisindex von 2,4 Prozent im Vormonat auf 3,3 Prozent im März zuletzt noch einmal unterstrichen. Wie schon häufig an dieser Stelle „beklagt“ wirken höhere Renditen meist dämpfend auf die Goldpreise, schließlich zahlt das Edelmetall weder Zins noch Dividende (dafür glänzt es aber schön…).
Goldpreis: trotz Schwankungen leichte Erholung
Nichtsdestotrotz notieren die Goldpreise erneut moderat höher als heute vor einer Woche: Handelten sie am Donnerstagmorgen vergangener Woche bei 4.715 US-Dollar, überwanden sie bereits gleichtägig kurz die Marke von 4.800. Nach einem Wochenschluss bei rund 4.750 rutschten die Notierungen zu Handelsbeginn am Montag kurzzeitig ab, da die Ölpreise aufgrund der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, die Straße von Hormus durch das US-Militär zu sperren, stark angezogen hatten. Mit 4.645 US-Dollar wurde das Wochentief markiert, dies war aber nur von kurzer Dauer. Mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung der Verhandlungen zur Einstellung der Kampfhandlungen kletterten die Notierungen des edelsten aller Metalle am gestrigen Mittwoch bis auf 4.871, bevor es wieder leicht südwärts ging. Die Goldpreise werden beim Schreiben dieser Zeilen am Donnerstagmorgen bei rund 4.830 US-Dollar gehandelt.
Xetra-Gold folgt Aufwärtstrend mit moderaten Zugewinnen
Der Xetra-Gold-Preis legte in den vergangenen Tagen ebenfalls zu: Während der üblichen Handelszeiten ging es von 130,20 Euro pro Gramm zum Handelsauftakt am vergangenen Donnerstagmorgen auf etwa 131,75 zum gleichtägigen Handelsschluss. Die Notierungen fielen dann am Montag talwärts auf 129,15, woraufhin es bis gestern dann wieder retour gen erneut 131,75 ging. Heute Morgen dürfte Xetra-Gold bei rund 131,50 Euro in den Handelstag starten.
Aussicht auf neue Gespräche könnte Gold weiter stärken
Meldungen über die geplante Weiterführung der Gespräche zwischen den USA und dem Iran hatten zuletzt die Stimmung an den Märkten aufgehellt. Sollten diese tatsächlich stattfinden und der Weg Richtung Deeskalation weiter beschritten werden, könnte dies den Goldpreisen aufgrund der Erwartung möglicherweise mittelfristig wieder sinkender Ölpreise und Renditen weiteren Rückenwind verleihen.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Wochenende.
Über den Analyst
Von Michael Blumenroth, 16. April 2026 © Deutsche Börse AG
