GODADDY - Wachstumsaktie nur mit dem sechsfachen Cashflow bewertet
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- GoDaddy Inc. - WKN: A14QAF - ISIN: US3802371076 - Kurs: 86,760 $ (NYSE)
GoDaddy versucht diesen Schwenk und das erste Quartal 2026 liefert erste, wenn auch noch fragmentarische Belege dafür, dass die Strategie aufgeht. Skeptiker finden im Zahlenwerk jedoch ebenfalls Anhaltspunkte für ihre Vorbehalte.
Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 6,1 % auf 1,27 Mrd. USD und übertraf damit die Analystenerwartungen von 1,26 Mrd. USD. Das operative Ergebnis legte deutlich stärker zu, um 25,6 % auf 310,5 Mio. USD, während sich die operative Marge um 3,8 Prozentpunkte auf 24,5 % ausweitete. Das normalisierte EBITDA wuchs um 13 % auf 414 Mio. USD, die entsprechende Marge verbesserte sich um 210 Basispunkte auf 33 % und lag damit über der eigenen Prognose. Der Nettogewinn fiel dem Vernehmen nach um 2,2 % auf 214,6 Mio. USD, allerdings enthielt der Vorjahreszeitraum einen einmaligen, nicht zahlungswirksamen Steuerertrag von 34,6 Mio. USD, was den Vergleich verzerrt. Der Free Cashflow wuchs um 15,1 % auf 473,6 Mio. USD; auf Zwölfmonatsbasis liegt er bei 1,68 Mrd. USD bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 11,4 Mrd. USD. Das Multiple liegt auf dieser Basis hier folglich bei 6,7.
Das Segment Applications & Commerce (A&C), das margenstarke Abonnementlösungen bündelt, wuchs um 12 % auf 0,5 Mrd. USD und stellt mittlerweile rund 40 % des Gesamtgeschäfts dar. Die Segmentmarge verbesserte sich um 110 Basispunkte auf 45 %. Das Kernsegment Core Platform, zu dem das Domaingeschäft gehört, wuchs moderater um 3 % auf 769 Mio. USD. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) stieg konzernweit um 6 % auf 4,3 Mrd. USD.
Airo AI Builder: Frühes Signal, viele offene Fragen
Das strategische Herzstück des Quartalsberichts ist Airo AI Builder, eine KI-native Entwicklungsumgebung, mit der Kunden in natürlicher Sprache Websites, Anwendungen und Geschäftsprozesse erstellen können. Das Tool befindet sich seit wenigen Wochen in der Beta-Phase und erzielte nach Unternehmensangaben bereits einen annualisierten Buchungsrun-Rate von mehr als 10 Mio. USD, zusammengesetzt aus Abonnements sowie dem Kauf von Nutzungskrediten. CEO Aman Bhutani zeigte sich sichtlich überzeugt von der frühen Resonanz.
Analysten reagierten auf diesen Datenpunkt mit gezielten Nachfragen. Mehrere Teilnehmer des Earnings Call wollten wissen, wie sich die Unit Economics konkret zusammensetzen, also welcher Anteil auf Abonnements und welcher auf wiederkehrende Kreditkäufe entfällt, und wie die Margenstruktur im Vergleich zum etablierten Produkt Websites + Marketing aussieht. Bhutani und CFO Mark McCaffrey hielten sich bedeckt: Das Produkt sei zu früh in seiner Entwicklung, um belastbare Aussagen zu machen. Auch die Frage, welches Skalierungspotenzial realistischerweise besteht, blieb ohne konkrete Antwort. "Es ist sehr früh. Da wird es noch viele Entwicklungen geben, und wir werden das nicht in dieser Phase festschreiben", so McCaffrey sinngemäß.
Ebenfalls kritisch hinterfragt wurde das Buchungswachstum, das mit 3 % deutlich hinter dem Umsatzwachstum von 6 % zurückblieb. Das Management verwies auf drei temporäre Gegeneffekte: das Auslaufen des .CO-Registry-Vertrags, schwache Aftermarket-Vergleichswerte aus dem Vorjahr sowie Verwässerungseffekte durch ein Promotionsangebot, das im Vorquartal gezielt neue Kunden anlockte. Die Zusicherung, dass Buchungs- und Umsatzwachstum im weiteren Jahresverlauf wieder in etwa parallel verlaufen sollen, nahmen die Analysten zur Kenntnis.
KI im Inneren: Effizienzgewinne mit Fragezeichen
Neben dem Produktgeschäft setzt GoDaddy KI zur internen Kostensenkung ein. Im Kundenservice wurde Airo Care, ein KI-gestütztes Supportsystem, in mehr als 50 Märkten und 20 Sprachen ausgerollt. Erste interne Tests wiesen laut Unternehmensangaben erhebliche Verbesserungen bei Lösungsraten aus, insbesondere in nicht-englischsprachigen Märkten. Auf der Vertriebsseite führt ein KI-Verkaufsagent selbstständig Telefongespräche für kleinere Leads und soll dabei Konversionsraten vergleichbar mit menschlichen Mitarbeitern erreichen.
Diese Angaben basieren ausschließlich auf unternehmenseigenen Messungen und sind von außen schwer zu verifizieren. Analysten stellten die berechtigte Frage, in welchem Umfang die KI-bedingten Effizienzgewinne tatsächlich in die Marge fließen werden und in welchem Umfang sie reinvestiert werden, um das Wachstum zu alimentieren. McCaffrey formulierte die Antwort erwartungsgemäß vorsichtig: Man werde investieren, wenn die Daten einen Return anzeigten, und nicht früher. Für das Airo-AI-Builder-Marketing, das ab dem zweiten Quartal hochgefahren werden soll, seien bereits entsprechende Signale vorhanden. Konkrete Zahlen nannte er nicht.
Parallel dazu treibt GoDaddy den Aufbau seines Agent Name Service (ANS) voran, einer Infrastrukturlösung, die Softwareagenten auf Basis des Domain Name System (DNS) registrierbar und auffindbar machen soll. Das Konzept ist technologisch schlüssig und nutzt GoDaddys Position als weltgrößter Domainregistrar als strategischen Hebel. Die Zahl der bei GoDaddys ANS registrierten Fremdagenten liegt bereits im vierstelligen Bereich. Ob und wann sich daraus ein nennenswerter Umsatzbeitrag ergibt, ließ das Unternehmen offen.
Aktienrückkäufe und Ausblick
Für das zweite Quartal 2026 peilt GoDaddy einen Umsatz zwischen 1,285 und 1,305 Mrd. USD an, was einem Wachstum von rund 6 % entspricht. Die Jahresprognose wurde bestätigt: Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 5,20 und 5,28 Mrd. USD sowie einen Free Cashflow von rund 1,8 Mrd. USD. Im abgelaufenen Quartal wurden 3 Mio. Aktien für 279,7 Mio. USD zurückgekauft; seit 2022 hat GoDaddy den voll verwässerten Aktienbestand um mehr als 31 % reduziert. Die Nettoverschuldung liegt bei 2,6 Mrd. USD, der Verschuldungsgrad bei komfortablen 1,4x des nachlaufenden EBITDA.
Auf die Frage eines Analysten, warum die Aktienrückkäufe im ersten Quartal deutlich unter der Free-Cash-Flow-Generierung lagen und der Kassenbestand auf dem höchsten Stand seit Mitte 2021 notiere, antwortete McCaffrey mit dem Verweis auf die historische Konsistenz des Programms, eine Antwort, die keine war. M&A schloss er nicht aus, nannte jedoch keine Präferenzen.
Fazit: GoDaddy betreibt keine Raketenwissenschaft. Wer künftig im Netz gefunden werden will, der braucht das Unternehmen und auch eine eigene Webseite, sonst verschwindet er in der Flut der Sprachmodelle. Die Bewertung mit dem rund sechsfachen freien Cashflow ist extremst niedrig. Das Unternehmen kauft aggressiv eigene Aktien zurück und kann den Gewinn auf diese Weise in Zukunft weiter zweistellig steigern. Kommt wieder etwas mehr Vertrauen rein, dann ist eine erneute Neubewertung drin. Am ehesten vergleichbar ist das Unternehmen mit der heimischen IONOS.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 4,95 | 5,24 | 5,55 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 8,02 | 9,39 | 10,77 |
| KGV | 11 | 9 | 8 |
| Dividende je Aktie in USD | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Dividendenrendite | 0,00% | 0,00% | 0,00% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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