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17:55 Uhr, 14.01.2026

Gaskrise: Anfang März droht die Katastrophe!

Die Füllstände der deutschen Gasspeicher sinken rapide. Bereits Anfang März könnte das Erdgas ausgehen, wenn sich die Witterung ungünstig entwickelt und die Importe nicht deutlich steigen.

Es ist eine Katastrophe für die deutsche Wirtschaft, die sich seit Monaten abzeichnet, und nun immer konkreter wird: Bei einer ungünstigen Entwicklung der Witterung könnten die deutschen Gasspeicher bereits Anfang März völlig leer sein. Dies zeigt eine Modellierung des weiteren Verlaufs der Gasspeicher-Füllstände, die exklusiv für diesen Artikel angefertigt wurde.

Füllstand liegt noch bei 45 %

Bereits im Sommer 2025 lag der Füllstand der deutschen Gasspeicher mit 76,7 % im Hoch deutlich niedriger als ein Jahr zuvor, als die Gasspeicher mit bis zu 98,3 % kurzzeitig fast komplett gefüllt waren. Verantwortlich für den niedrigeren Füllstand vor Beginn der aktuellen Heizsaison war der Winter im Vorjahr, der mit kurzen, aber heftigen Kälteperioden den Erdgas-Verbrauch deutlich steigen ließ.

Seit Mitte November fallen die Füllstände der Gasspeicher nun deutlich, was vor allem an der kalten Witterung und einem weiterhin bestehenden Versorgungsengpass liegt: Durch den Wegfall von Erdgas-Importen aus Russland kommt aktuell vor allem Gas aus Norwegen und den Niederlanden nach Deutschland sowie LNG-Gas über neu eingerichtete Terminals. In den vergangenen Monaten sind die Importe von Erdgas zwar gestiegen, allerdings wurde immer noch deutlich weniger importiert, als bei einer ungünstigen Entwicklung der Witterung eigentlich notwendig wäre. Gleichzeitig liegt der Erdgas-Verbrauch inzwischen wieder auf einem vergleichbaren Niveau wie vor Russlands Angriff auf die Ukraine Anfang 2022.

Inzwischen ist der Füllstand der deutschen Gasspeicher auf rund 45 % gesunken. Sofern die Abnahme in den kommenden Wochen im gleichen Tempo wie im Vorjahr erfolgt, schrammt Deutschland nur haarscharf an einer wirtschaftlichen Katastrophe vorbei: In diesem Fall würde der Füllstand der Gasspeicher Ende März gerade noch bei 1,9 % liegen. Dies zeigt die grüne Linie in der folgenden Grafik, die eine Modellierung der möglichen Entwicklung in den kommenden Monaten auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur und eigenen Prognosen abbildet.

Bereits Anfang März droht die Katastrophe

Sollte sich die Witterung in den kommenden Wochen ungünstig entwickeln, könnte es noch viel schlimmer kommen: Dann könnte das Erdgas bereits Anfang März ausgehen. Dies zeigt die violette Linie in der obigen Grafik, die auf Daten aus früheren Jahren mit ungünstiger Witterung basiert und einen möglichen, sehr ungünstigen weiteren Verlauf der Gasspeicher-Füllstände zeigt.

In einem optimistischen Szenario mit milder Witterung (blaue Linie) würden die Füllstände zwar weiter sinken, aber Ende März noch immer bei mehr als 20 % liegen. Dies würde Entwarnung für den aktuellen Winter bedeuten. Allerdings müssten dann die Gasspeicher in den kommenden Monaten deutlich stärker als üblich aufgefüllt werden, um eine Krise epischen Ausmaßes im Winter 2026/27 zu vermeiden.

Fazit: Bei einer ungünstigen Witterung und unzureichenden Importen geht Deutschland bereits Anfang März das Erdgas aus. Dies könnte zu einem schweren wirtschaftlichen Schock führen, da verschiedene Industriezweige auf Erdgas als Energiequelle angewiesen sind. Mögliche Folgen wären Produktionsstopps, Kurzarbeit, ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit und Lieferkettenprobleme. Haushalte und die kritische Infrastruktur würden zwar priorisiert versorgt, allerdings sind auch hier Engpässe nicht völlig auszuschließen. Versorgungswirtschaft und Politik müssen in den kommenden Wochen sämtliche Hebel in Bewegung setzen, um eine Versorgungskrise abzuwenden. Andernfalls könnte die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft nahtlos in eine wirtschaftliche Katastrophe übergehen. Auch wenn die Krise im aktuellen Winter noch vermieden wird, sind die Ausgangsbedingungen für den Winter 2026/27 denkbar schlecht. Ohne stark steigende Erdgasimporte in den kommenden Monaten dürfte sich eine Krise im kommenden Winter kaum vermeiden lassen. Aktuell üben sich die Verantwortlichen allerdings noch in Beschwichtigungsversuchen, wie auch ein Tweet des Chefs der Bundesnetzagentur vom Sonntag zeigt.

1 Kommentar

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  • TaxManBavaria
    TaxManBavaria

    ok, aber vielleicht hätte man in dem hier dargestellten Artikel mal die Aussage des Herrn Müller überprüfen sollen. Der Artikel macht so keinen Sinn, da er möglicherweise (RECHERCHIEREN!) einen wichtigen Hebel ignoriert.

    18:04 Uhr, 14.01.