FIRST SOLAR: Umsatz sinkt – doch die Marge springt auf Rekordniveau
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Weniger Umsatz, aber deutlich mehr Gewinn: First Solar zeigt im zweiten Quartal 2026, dass Volumen nicht alles ist. Die bereinigte EBITDA-Marge klettert auf 61 %, während die Guidance unverändert bleibt.
First Solar meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 1,06 Mrd. USD, ein Rückgang von 4 % gegenüber dem Vorjahresquartal und damit praktisch auf Höhe der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,06 Mrd. USD. Der Rückgang erklärt sich vor allem aus niedrigeren Erlösen im Zusammenhang mit Kundenvertragsauflösungen, die nur teilweise durch ein höheres Drittparteien-Modulvolumen ausgeglichen wurden. Das GAAP-EPS steigt von 3,18 USD auf 3,92 USD, ein Plus von 23 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Analystenkonsens von 2,90 USD ist üblicherweise auf bereinigter Basis gefasst, weshalb ein direkter Vergleich mit Vorsicht zu genießen ist; die Richtung ist gleichwohl eindeutig. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 2,7 % höher.
Das eigentlich Bemerkenswerte liegt unterhalb der Umsatzlinie. Die Bruttomarge verbessert sich von 45,6 % im Vorjahresquartal auf 57,3 %, ein Sprung, der zeigt, dass First Solar trotz geringerer Erlöse erheblich profitabler produziert. Das bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) steigt auf 644 Mio. USD, entsprechend einer bereinigten EBITDA-Marge von 61 % nach 51 % im Vorjahresquartal. Zu beachten ist allerdings, dass im Vorjahresquartal noch 29 Mio. USD an Section-45X-Steuerkreditabschlägen das bereinigte EBITDA belasteten. Im laufenden Quartal fällt dieser Posten weg, was die Verbesserung teilweise erklärt: Ohne diesen Effekt wäre der Margenanstieg weniger ausgeprägt, bliebe aber substanziell.
Meilenstein und Backlog als Rückenwind
CEO Mark Widmar verweist darauf, dass First Solar im Quartal die Marke von 100 GW kumulativer Modulverkäufe weltweit überschritten hat. Wichtiger für die Investmentstory ist der Auftragsbestand: 45,1 GW kontrahierter Verkäufe bis 2030 geben dem Unternehmen eine ungewöhnlich lange Sichtweite. Dieser Backlog signalisiert, dass die Nachfrage nach First Solars Dünnschichttechnologie, die ohne chinesische Siliziumlieferketten auskommt, strukturell intakt ist, auch wenn einzelne Quartale durch Vertragsauflösungen belastet werden können.
Die Nettoliquidität sinkt von 2,4 Mrd. USD zum Jahresende 2025 auf 1,7 Mrd. USD zum 30. Juni 2026. Der Rückgang ist auf saisonalen Betriebskapitalbedarf und Investitionen in die neue Fertigungsanlage in South Carolina zurückzuführen: kein Alarmsignal, aber ein Hinweis darauf, dass die Expansionsphase Kapital bindet.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die Jahresprognose 2026 bleibt in allen Punkten unverändert: First Solar hält an einem Umsatzkorridor von 4,9 Mrd. bis 5,2 Mrd. USD und einem bereinigten EBITDA von 2,6 Mrd. bis 2,8 Mrd. USD fest. Eine bestätigte Guidance nach einem starken Halbjahr ist grundsätzlich positiv: Sie signalisiert, dass das Management keine Überraschungen in der zweiten Jahreshälfte erwartet, aber auch keinen Spielraum für eine Anhebung sieht. Für das dritte Quartal erwartet First Solar ein bereinigtes EBITDA zwischen 625 Mio. und 775 Mio. USD, was eine gewisse sequenzielle Bandbreite andeutet. Der Analystenkonsens für das Gesamtjahr 2026 liegt bei einem EPS von 17,69 USD, den die Guidance-Bestätigung plausibel erscheinen lässt, ohne ihn explizit zu untermauern. Offen bleibt, wie sich Änderungen im US-Politikumfeld rund um Zölle und den Inflation Reduction Act auf die zweite Jahreshälfte auswirken; das Management stellt seine Prognose ausdrücklich unter die Annahme, dass das aktuelle Umfeld stabil bleibt.
Tagesschlusskurse der First Solar-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 5,22 Mrd. USD | 5,08 Mrd. USD | 5,93 Mrd. USD |
| EPS | 14,21 USD | 17,69 USD | 24,05 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Die bereinigte EBITDA-Marge von 61 % ist das prägende Signal dieses Quartals: First Solar wächst gerade nicht beim Umsatz, verdient aber je verkauftem Modul deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Der wegfallende 45X-Kreditabschlag und die verbesserte Kostenstruktur tragen dazu bei, was den Glanz nicht grundsätzlich schmälert, aber eine nüchterne Einordnung verlangt. Der 45,1-GW-Backlog und die bestätigte Jahresprognose liefern der Anlagethese solide Unterstützung, eine Guidance-Anhebung, die den Kurs nachhaltig treiben könnte, bleibt jedoch aus. Beim aktuellen KGV von rund 13 auf GAAP-Basis ist die Bewertung moderat, und die Zahlen rechtfertigen die erste positive Kursreaktion.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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