Fastly explodiert über 100 %, Apple unter Druck & kranke neue Steuer geplant?
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In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Aktientalk” unseres Goldesels Michael Flender und Daniel von Investflow sprechen unsere beiden Experten über die zwischenzeitlich dreistellige Kursexplosion bei Fastly, einen der schlechtesten Handelstage für die Apple-Aktie seit Jahren und über die anhantende Schwäche im Software-Sektor.
Außerdem geht es um ein geplantes neues Steuergesetz aus den Niederlanden, das es für private Anlegern weitestgehend sinnfrei machen würde, am Kapitalmarkt zu investieren.
Letztlich stellen wir euch noch die Zahlen von McDonald’s vor und blicken auf eine extreme Volatilität bei der Aktie von Shopify nach an sich guten Zahlen.
Welche kranke Steuer in den Niederlanden geplant ist, warum Fastly so explodiert ist und wie die Zahlen bei McDonald’s ausgefallen sind, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Ausgabe bei Apple Podcast, Spotify oder direkt bei Youtube.
Einen extrem turbulenten Markt-Abschnitt hinter uns: Angst und Panik schwappen von Sektor zu Sektor, Technologieaktien bleiben unter Druck, gleichzeitig gibt es Ausreißer nach oben – und ganz oben auf der Ärgerliste steht ein Steuerentwurf aus den Niederlanden, der für Anleger das Gegenteil von langfristigem Sparen bedeuten könnte. Das sind die wichtigsten Themen dieser Woche, aufgeteilt, erklärt und mit praktischen Überlegungen versehen.
Marktstimmung: Angst ist zurück, aber das kann auch Chancen schaffen
Der Fear & Greed Index nähert sich wieder dem Angst-Bereich. Das ist zwar psychologisch unangenehm, historisch aber oft der Moment, in dem sich später überdurchschnittliche Chancen auftun. Gleichzeitig erleben wir ein sehr heterogenes Bild: klassische „sichere“ Werte wie Walmart, Caterpillar oder John Deere laufen weiterhin stark, während Software- und Plattformtitel unter hohem Druck stehen.
Ein weiterer Treiber der Nervosität ist die Debatte um KI-Automatisierung. Aussagen von Branchenführern sorgen für Schlagzeilen – etwa die Einschätzung, dass viele Büroaufgaben in den kommenden 12 bis 18 Monaten automatisierbar wären. Das erzeugt Ängste bezüglich Jobs, Steuereinnahmen und gesamtem wirtschaftlichen Gleichgewicht. Gleichzeitig investiert die Wirtschaft massiv in Cloud- und KI-Infrastruktur, was auf der anderen Seite Gewinner schafft.
KI-Hype: Übertreibung oder Realität? Was wirklich zählt
Zwischen Panik und Euphorie gilt es nüchtern zu bleiben. Einige Punkte zur Einordnung:
- Adaption ist real: Unternehmen nutzen heute mehr KI-Tools und Cloud-Dienste denn je. Das schafft kurz- und mittelfristig Nachfrage nach Infrastruktur, Services und Integration.
- Haftung und Regulierung: KI-Anwendungen werfen rechtliche Fragen auf – wer haftet bei Fehlern? Gerade in Bereichen wie Steuer-, Gehalts- oder Buchhaltungssoftware ist das nicht trivial.
- Automatisierung erzeugt auch neue Aufgaben: Historisch gesehen führt Effizienzsteigerung nicht zwangsläufig zu weniger Arbeit insgesamt. Hier kann man das Jevons-Paradoxon herangezogen werden. Effizienzsteigerung kann die Nachfrage so stark erhöhen, dass der Verbrauch steigt. Übertragen auf KI: Tools machen bestimmte Prozesse günstiger – und Unternehmen nutzen sie, um neue Projekte anzustoßen. Das kann Beratungs- und Implementierungsbedarf erhöhen.
- Kurzfristige Disruption vs. langfristiger Wandel: Manche Jobs werden ersetzt, andere verändert. Wer in Unternehmen Verantwortung trägt, sollte die Implementierung überwachen und Compliance, Datensicherheit und Governance priorisieren.
Gewinner und Verlierer der Woche – die Highlights
Fastly: von „ausgebrannt“ zum Turnaround, über 100 %-Anstieg nach Zahlen
Fastly lieferte ein Zahlenwerk ab, das Investoren überraschte und die Aktie die letzten Tage massiv antrieb. Kerndaten und Erkenntnisse:
- Umsatzwachstum: Im Q4 rund +23 % (gegenüber Vorjahr).
- Gross Margin: Ein deutlicher Sprung – von etwa 53,4 % auf rund 61,4 %.
- Non-GAAP Operating Income: Wechsel von einem kleinen Verlust (−2,8 Mio.) auf einen Gewinn von etwa +21,2 Mio. USD.
- RPO (Remaining Performance Obligations): Sprung um rund +55 % – ein Indikator für zukünftige, wiederkehrende Umsätze.
- Marktkapitalisierung: Nach dem Absturz zuvor nur noch im niedrigen Milliardenbereich, daher war Platz für eine große prozentuale Reaktion.
Der Grund für die Rallye liegt auf der Hand. Fastly war stark abgestraft, die Short-Quote war hoch – positive Überraschungen können dann zu schnellen Short-Squeezes führen. Außerdem profitiert Fastly vom erhöhten Bedarf an Security- und Edge-Networking-Lösungen, insbesondere im Kontext wachsender KI- und Web-Services.
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Apple: schwacher Tag wegen Regulierungs- und Produktnews
Apple erlitt einen der schlechtesten Handelstage seit Monaten. Zwei Headlines spielten eine Rolle:
- Ein Brief von Regulierungsbehörden, der Apple vorwirft, bestimmte Newsquellen zu bevorzugen, was Debatten um Plattformneutralität anstößt.
- Die Verzögerung eines Siri-Updates auf Mai oder später – als Signal, dass Produkt-Roadmaps nicht immer planmäßig laufen.
Beides sind keine existenziellen Probleme für Apple, wohl aber Anlass für Gewinnmitnahmen. In einem Markt, der sowieso jede schlechte Nachricht hart bestraft, reichen solche Meldungen, um kurzfristig Druck auszuüben.
McDonald’s: starkes Quartal – günstiges Menü als Wachstumstreiber
McDonald’s überzeugte mit einem sehr soliden Quartal, u. a.:
- Umsatz +10 % (rund 7 Mrd. USD).
- Revenues aus Franchisenehmern +9 %, Company-owned Restaurants +10 %.
- Operating Income +10 % von 2,9 auf 3,15 Mrd. USD; Net Income +7 % von 2 auf 2,16 Mrd. USD.
Die Einführung günstiger Menüs spielte im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld eine wichtige Rolle, denn dies ermöglichte auch einkommensschwächeren Schichten, weiter die Restaurants zu besuchen.
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Wer schon Aktionär bei McDonald’s oder ähnlichen Dividendenaktien ist, der kann seine Dividenden und seine Performance perfekt mit unserem Partner Parqet tracken. Schaut euch die umfangreichen und weitgehend kostenfreien Services von Parqet gerne mal an.
Shopify & Softwaresektor: weiter unter Druck
Der Softwaresektor bleibt angeschlagen. Shopify erlebte extreme Volatilität (vorbörslich +10 % auf −1 % und starke Intraday-Bewegungen in Folge von Nachrichten und Analystenkommentaren). Generell gilt:
- Hoch bewertete Softwaretitel sind besonders anfällig, wenn Wachstumssorgen und KI-Ängste zusammentreffen.
- Viele Anleger rotieren in „sichere“ Industriesektoren.
- Für langfristige Anleger bieten starke Einbrüche Chancen – vorausgesetzt die Geschäftsmodelle sind robust.
Niederlande plant Steuer auf Buchgewinne
Die niederländische Debatte um eine Reform der Box-3-Besteuerung hat die Gemüter erhitzt. Kurz zusammengefasst das geplante Modell:
- Ein System, das prinzipiell auch nicht realisierte Kursgewinne (z. B. Aktien, ETFs, Kryptowährungen) einem jährlichen Steuersatz unterwerfen könnte.
- Geplanter Eingangssteuersatz in den Entwürfen: rund 36 %.
- Der Grundfreibetrag ist in den Niederlanden mit 1.800 EUR auch sehr niedrig.
- Immobilien und Startups wurden in den Details anders behandelt – dort könnte die Steuer erst bei Veräußerung fällig werden.
Warum das problematisch ist:
- Liquiditätsproblem: Wenn eine Aktie oder ein Bitcoin im Jahresverlauf stark an Wert gewinnt, wird Steuer fällig – auch wenn kein Verkauf stattgefunden hat. Anleger müssten häufig verkaufen, um die Steuer zu begleichen. Das zerstört den Zinseszinseffekt.
- Asymmetrie: Steuern werden auf Buchgewinne erhoben, aber Verluste werden nicht automatisch kompensiert. Das belastet gerade volatile Vermögenswerte.
- Kapitalflucht und Vermögensverlagerung: Solche Regeln erhöhen den Anreiz, sein Vermögen eher ins Ausland zu verlagern.
Das ist nicht nur ein fiskalpolitisches Problem, sondern ein Signalrisiko für die Kapitalbildung in einem Land. Es bleibt abzuwarten, wie die Gesetzgebung final aussieht; aktuell wurde aber mit dem parlamentarischen Schritt die Debatte stark vorangetrieben. Sollte das Modell kommen, geht natürlich auch die Angst mit einher, dass deutsche Politiker auf ähnlich dumme Ideen kommen könnten.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.
