Kommentar
08:19 Uhr, 23.08.2005

Fällt die 5000er-Marke?

Während in den USA die Berichtssaison geendet hat, berichten in Europa noch einige Werte “aus der 2. Reihe”. Für COMINVEST-Fondsmanager Klaus Breil ist für die nächsten Wochen ein erneuter Angriff auf die 5000er-Marke des DAX vorstellbar, gestützt auf verbesserte Umfrageergebnisse bezüglich eines möglichen Regierungswechsels.

In den USA werden die Verkaufszahlen bestehender Häuser eine Fortsetzung des Immobilien-Booms untermauern. Bei den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter erwartet COMINVEST im Juli nach einem sehr starken Juni eine Verschnaufpause, nach der es im August wieder nach oben gehen sollte, worauf Konjunkturindikatoren wie der Empire Manufacturing oder der Philly Fed hindeuten. Beim endgültigen Wert für das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan erwarten wir keine Revision des vorläufigen Wertes von 92,7.

In Euroland steht die Veröffentlichung wichtiger Konjunktur-Indikatoren auf dem Programm. Sowohl bei den ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und Euroland als auch beim belgischen Zentralbankindikator rechnet COMINVEST mit einem leichten Anstieg im August. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland sollte zumindest sein relativ hohes Vormonatsniveau verteidigen können. In Großbritannien gehen wir bei der CBI-Umfrage für das verarbeitende Gewerbe von einer leichten Verbesserung aus.

Positive Aussichten für den japanischen Topix

Nach einer datenarmen Vorwoche werden in Japan Indizes für den Dienstleistungssektor sowie für die Gesamtindustrie veröffentlicht, wobei COMINVEST robuste Zuwächse im Bereich von 1% gegenüber dem Vormonat erwartet. Der positive Saldo der japanischen Handelsbilanz sollte rund 650-700 Mrd. Yen betragen und damit an die Zahlen der Vormonate anknüpfen. Bei den Konsumentenpreisen gehen wir von einem leichten Anstieg von 0,2% (Kernrate: unverändert) aus. Charttechnisch betrachtet hat der japanische Topix nach der nachhaltigen Überwindung einer Widerstandsmarke bei 1220 im Vergleich zu den anderen global bedeutsamen Indizes die besseren Aussichten.

Neuer Angriff auf die 5000er Marke

Von der Makroseite sehen wir in der nächsten Woche eher Unterstützung für die Aktienmärkte“, sagt COMINVEST-Fondsmanager Klaus Breil. Technisch betrachtet könnten sich in den USA die Konsolidierungserscheinungen fortsetzen. Beim DAX ist dagegen für die nächsten Wochen ein erneuter Angriff auf die 5000er-Marke vorstellbar, was von verbesserten Umfrageergebnissen für einen Regierungswechsel hin zu einer schwarz-gelben Koalition unterstützt wird. „Die Ölpreisentwicklung hängt derzeit von vielen kaum prognostizierbaren Faktoren ab“, so US-Experte Breil. „Dies wären z.B. unerwartete Raffinerie-Schließungen aufgrund notwendiger Reparaturen, der Fortgang der Hurricane-Saison in den USA sowie politische Risiken mit Blick auf das Uran-Programm des Irans.“

In der laufenden Woche wird der Rentenmarkt vornehmlich durch die Daten aus Euroland bestimmt. Von US-amerikanischer Seite werden am Dienstag die Durable Goods Orders, die Auftragseingänge für langlebige Güter, veröffentlicht. Diese werden in Summe zwar schwächer erwartet, ihnen sollte allerdings vor dem Hintergrund des sehr starken Vormonats und den positiven Frühindikatoren kaum Gewicht beigemessen werden. Aus Euroland ist mit positiven Nachrichten zu rechnen. Am Dienstag wird der ZEW Index für die EU und Deutschland veröffentlicht; hier rechnet COMINVEST mit einem weiteren Anstieg. Richtungsweisend in dieser Woche sind allerdings der belgische Zentralbankindikator und der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex, die wir leicht positiv respektive auf hohem Niveau stabil bleibend erwarten. Ausgehend von den anstehenden Zahlen rechnen wir mit einen Rückgang des Bund Futures auf die Marke von 122,50.

Quelle: ADIG

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Über den Experten

Jochen Stanzl
Jochen Stanzl
Chefmarktanalyst CMC Markets

Jochen Stanzl begann seine Karriere in der Finanzdienstleistungsbranche als Mitbegründer der BörseGo AG (jetzt stock3 AG), wo er 18 Jahre lang mit den Marken GodmodeTrader sowie Guidants arbeitete und Marktkommentare und Finanzanalysen erstellte.

Er kam im Jahr 2015 nach Frankfurt zu CMC Markets Deutschland, um seine langjährige Erfahrung einzubringen, mit deren Hilfe er die Finanzmärkte analysiert und aufschlussreiche Stellungnahmen für Medien wie auch für Kunden verfasst. Er ist zu Gast bei TV-Sendern wie Welt, Tagesschau oder n-tv, wird zitiert von Reuters, Handelsblatt oder DPA und sendet seine Einschätzungen über Livestreams auf CMC TV.

Jochen Stanzl verfolgt einen kombinierten Ansatz, der technische und fundamentale Analysen einbezieht. Dabei steht das 123-Muster, Kerzencharts und das Preisverhalten an wichtigen, neuralgischen Punkten im Vordergrund. Jochen Stanzl ist Certified Financial Technician” (CFTe) beim Internationalen Verband der technischen Analysten IFTA.

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