EZB: KI dämpft Ausblick für Beschäftigung
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Großunternehmen des Euroraums rechnen nach Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer nur schwachen Beschäftigungsentwicklung. Wie die EZB im Ergebnis einer im Vorfeld der jüngsten EZB-Ratssitzung angestellten Umfrage mitteilte, liegt das unter anderem am zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). "Im Fokus standen Kostensenkungen und die zunehmende KI-gestützte Optimierung von Arbeitsprozessen", heißt es in der EZB-Veröffentlichung.
Firmen in Teilen des verarbeitenden Gewerbes, insbesondere in der Chemie- und Automobilindustrie und vor allem in den Kernländern des Euroraums, bauten weiterhin in beträchtlichem Umfang Stellen ab. Grund seien eine anhaltend schwache Nachfrage, hohe Kosten und die sich verschärfende Importkonkurrenz gewesen.
"Unternehmen in diesen Sektoren konsolidierten die Produktion, verlagerten Funktionen in kostengünstigere Regionen und restrukturierten Verwaltungs- sowie F&E-Stellen. Dabei setzten sie auf KI-Tools und Automatisierung, um Effizienzgewinne zu erzielen", heißt es weiter. Im Gegensatz dazu hätten Kontakte im konsumnahen Dienstleistungssektor, insbesondere im Gastgewerbe und im Luftverkehr, einen Beschäftigungsanstieg aufgrund der wachsenden Nachfrage gemeldet.
In den meisten anderen Sektoren berichteten Kontakte demnach von einer eher stabilen Beschäftigung. "Die zunehmende Integration von KI in Arbeitsprozesse hatte es Unternehmen teilweise ermöglicht zu wachsen, ohne mehr Personal zu benötigen. KI gestaltete zudem einige Verwaltungsaufgaben um und ersetzte sie, was zu einem schwierigen Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen führte", so die EZB.
Bei vielen spezialisierten Positionen bestanden laut dem Bericht jedoch weiterhin Schwierigkeiten bei der Personalsuche, insbesondere in Sektoren wie Energie, Bau, Cybersicherheit, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. "Die Vermittlung von Zeitarbeitskräften scheint die Talsohle erreicht zu haben, wie Personalvermittlungsagenturen berichteten." Die Zahl der Festanstellungen sei jedoch weiter gesunken. Für 2026 rechneten die Unternehmen mit einer Rückkehr zu einem moderaten Stellenaufbau aus. "Es gab jedoch keine klaren Anzeichen dafür, dass dieser bereits begonnen hat."
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
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