Analyse
13:27 Uhr, 24.03.2025

Exklusive stock3 Plus Analyse: Ein möglicher Profiteur künftiger Infrastrukturinvestments?

Trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds hat Patrizia im Geschäftsjahr 2024 ein EBITDA von 45,1 Mio. EUR erzielt, was einem Anstieg von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und im mittleren Bereich der eigenen Prognose liegt.

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Das operative Ergebnis wurde maßgeblich durch strikte Kostendisziplin, höhere sonstige Erträge sowie weiterhin verhaltene Erlöse aus dem Kerngeschäft beeinflusst. Die Assets under Management (AUM) gingen leicht um 1,5 % auf 56,4 Mrd. EUR zurück, stützten sich jedoch auf Ankäufe in Höhe von 1,8 Mrd. EUR und eine steigende Nachfrage im zweiten Halbjahr. Nicht zu vergessen: Patrizia musste im Laufe des Geschäftsjahres 2024 die Prognose senken, da sich die Erholung am Immobilienmarkt weiter nach hinten verschoben hatte. Hoffnung macht jetzt auch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung, welches massive Infrastrukturinvestitionen vorsieht. Ein Steckenpferd von Patrizia.


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Übergangsjahr folgt auf Übergangsjahr

Der den Aktionären zurechenbare Konzerngewinn stieg deutlich auf 12,6 Mio. EUR – nach einem Verlust von 4,3 Mio. EUR im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund schlägt der Vorstand eine Anhebung der Dividende auf 0,35 EUR je Aktie vor – die siebte Erhöhung in Folge. Immerhin entspricht dies einer Rendite von 4,6 % beim aktuellen Aktienkurs von 7,60 EUR.

„Wir haben unsere Kostenbasis im Jahr 2024 sehr effektiv gesteuert“, betonte CFO Martin Praum. „Für 2025 liegt der Fokus weiter auf Effizienz und einer Rückkehr zu organischem Wachstum bei den Assets under Management.“

Die Umsatzerlöse aus Verwaltungs-, Transaktions- und Performance-Gebühren sanken um 15 % auf 264,1 Mio. EUR, vor allem wegen der weiterhin geringen Marktaktivität und Bewertungsanpassungen bei Real Assets. Die Management Fees fielen auf 228,4 Mio. EUR (–9 %), die Performance Fees brachen um satte 54 % ein. Gleichzeitig profitierten die Ergebnisse von sonstigen Erträgen in Höhe von 41,0 Mio. EUR, hauptsächlich aus der Auflösung von Rückstellungen und Dekonsolidierungseffekten.

Patrizia reagierte darauf mit einer konsequenten Verschlankung der Organisation: Die operativen Aufwendungen wurden um 30,0 Mio. EUR auf 250,3 Mio. EUR gesenkt, insbesondere durch einen Personalabbau (887 Mitarbeitende Ende 2024 vs. 971 im Vorjahr).

Strategisch richtet sich das Unternehmen neu aus. Im Rahmen der Strategie 2030 konzentriert sich Patrizia auf fünf Wachstumsfelder – Living, Value Add, europäische Infrastruktur, Re-Infra & Smart City Solutions sowie die Multi-Manager-Plattform Advantage Investment Partners. „Technologie ist ein wichtiger Treiber aller Megatrends“, so CEO Asoka Wöhrmann. „Unsere Fähigkeit, technologiegetriebene Immobilien- und Infrastrukturinvestitionen intelligent zu bündeln, wird uns als bevorzugten Partner für zukunftsorientierte Portfolios positionieren.“

Im Jahr 2024 konnte Patrizia das Fundraising nahezu verdoppeln – auf rund 1,0 Mrd. EUR. Auch 2025 soll diese Dynamik anhalten: Das Unternehmen erwartet ein EBITDA zwischen 40,0 und 60,0 Mio. EUR bei einer Marge zwischen 15,2 % und 20,8 %. Die Assets under Management sollen zum Jahresende auf 58,0 bis 62,0 Mrd. EUR ansteigen – getragen von wieder zunehmender Investitionstätigkeit und einem sich stabilisierenden Zinsumfeld. Bis 2030 sollen neue Mittel in Höhe von rund 30 Mrd. EUR gewonnen werden.

Quelle: Präsentation Patrizia Immobilien

Neben gezielten Investitionen – etwa in eine neue urbane Mobilitätsplattform auf den Philippinen oder digitale Infrastruktur in den USA – bleibt auch die Kapitalstruktur solide: Die Eigenkapitalquote beträgt starke 62,9 %, der Nettofinanzverschuldungsgrad ist mit –85,1 Mio. EUR weiterhin moderat.

Fazit: Ein Blumentopf scheint mit der Patrizia-Aktie kurzfristig nicht zu gewinnen sein. Der Weg ist noch lang und steinig. Aber das Thema Real Assets, also Infrastruktur, Wohnen usw. wird mit Sicherheit ein Comeback erleben. Dafür sorgt die künftig muntere Neuverschuldung der Länder. Boden lässt sich eben nicht beliebig vervielfältigen. Doch die Wartezeit, bis der Boom zurückkehrt, fällt länger aus als erhofft. Langfristig orientierte Anleger können antizyklisch einsteigen. Die Wartezeit wird zunächst mit einer guten Dividende abgegolten.

Jahr 2024 2025e* 2026e*
Umsatz in Mio. EUR 272,00 288,00 308,00
Ergebnis je Aktie in EUR 0,03 0,30 0,40
KGV 252 25 19
Dividende je Aktie in EUR 0,35 0,36 0,37
Dividendenrendite 4,64% 4,77% 4,90%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

PATRIZIA Immobilien AG
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Erstveröffentlichung: Sascha Gebhard, 08:00 Uhr, 24.03.2025

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