ETFs: "Tech-Tracker wieder gefragt"
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14. April 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Mit den Ausschlägen an den Märkten ist auch im ETF-Handel viel zu tun. „Die Käufe überwiegen sogar deutlich“, berichtet Frank Mohr von der Société Générale. World- und US-Aktien machten zwar weiterhin den größten Umsatzanteil aus. „Der Anteil europäischer Aktien steigt aber.“ Bei der ICF Bank geht es unverändert viel um Öl- und Gas-ETCs, wie Ivo Orlemann feststellt. „Im Handel mit Aktien-ETFs ist es ruhiger geworden.“
Der Ölpreis war nach Verkündung des Waffenstillstands im Iran-Krieg kurzzeitig auf 93 US-Dollar für das Barrel Brent gefallen, dann aber wieder gestiegen. Am Dienstagmittag liegt der Preis bei knapp 99 US-Dollar.
Extrem viel gehandelt wird Orlemann zufolge der WisdomTree WTI Crude Oil 3x Daily Leveraged-ETC (<IE00BMTM6B32>). Ebenfalls beliebt: der WisdomTree Brent Crude Oil (<JE00B78CGV99>) und der WisdomTree Brent Crude Oil 2x Daily Leveraged (<JE00BDD9QD91>), beides ETCs.
Auch in Öl- und Gas-ETFs geht viel um. Hier werden Mohr zufolge beide Seiten gespielt, mit einem leichten Verkaufsüberhang. Gesetzt werde etwa auf den iShares MSCI World Energy Sector (<IE00BJ5JP105>), abgestoßen der iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas (<DE000A0H08M3>).
Frank Mohr
Schwerpunkt dividendenstarke Aktien
Was breit streuende Aktien-ETFs angeht, sieht Mohr viele Käufe von World- und US-Aktien, etwa mit MSCI World-Tracker von iShares oder Amundi (<IE00B4L5Y983>, <LU2572257124>), dem Amundi Global Equity Quality Income (<LU0832436512>) und dem Vanguard FTSE All-World (<IE00BK5BQT80>). Bei der ICF gibt es einiges an Zuflüssen in den Global X Superdividend (<IE00077FRP95>) und den VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders (<NL0011683594>). Die setzen auf dividendenstarke Aktien aus der ganzen Welt.
Bei US-Aktien stehen Mohr zufolge der iShares S&P 500 (<IE00B5BMR087>) und der State Street SPDR S&P 400 US Mid Cap (<IE00B4YBJ215>) auf den Einkaufslisten. „Auch Nasdaq-ETFs sind gefragt“, ergänzt er. Der Nasdaq 100 hat seit seinem jüngsten Tief Ende März kräftig zugelegt und nähert sich seinem Allzeithoch.
Für europäische Aktien meldet Mohr Käufe und Verkäufe, für deutsche mehr Käufe, für solche aus der Eurozone aber mehr Verkäufe, speziell von Euro Stoxx 50-ETFs. „Schwellenländeraktien sind nicht mehr so gesucht wie Ende 2025 und Anfang 2026“ ergänzt er.
World-ETFs besonders beliebt
Die Zuflüsse in europäische UCITS-ETFs haben sich im März verlangsamt, wie Emittent Amundi berichtet. Zudem richteten ETF-Anlegerinnen und -Anleger ihre Portfolios aufgrund des Iran-Konflikts neu aus. Globale Strategien lagen an der Spitze und verzeichneten mehr als die Hälfte der gesamten Nettozuflüsse (6 Milliarden Euro). Europäische Industrieländer folgten mit einem Plus von 3,7 Milliarden Euro. Aus ETFs auf US-Aktien gab es Mittelabflüsse in Höhe von 543 Millionen Euro. In Schwellenländer flossen netto wegen des stärkeren US-Dollars nur noch 29 Millionen Euro, im Februar waren es noch 9,5 Milliarden Euro.
Tech-Aktien: Kurs auf Allzeithochs
Trotz hoher Umsätze mit Öl- und Gas-ETFs: Im Geschäft mit Branchen-Trackern dominieren einmal mehr Tech-Aktien, wie Mohr berichtet, mit 60 Prozent der Umsätze sogar deutlich. „Meist sind es Käufe.“ Beispiele: der iShares S&P 500 Information Technology Sector (<IE00B3WJKG14>), der Xtrackers MSCI World Information Technology (<IE00BM67HT60>) und der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data (<IE00BGV5VN51>). Alle drei verzeichneten zuletzt Kursgewinne, haben die Höchststände vom November aber noch nicht wieder erreicht.
Eher selten auf den Umsatzlisten von Société Générale und ICF: der VanEck Space Innovators (<IE000YU9K6K2>) mit Zugang zu Unternehmen aus der Raumfahrtindustrie. „Das dürfte wohl an der Mondumrundung liegen“, bemerkt Mohr. Der ETF wurde im Juni 2022 aufgelegt, der Kurs hat sich seitdem mehr als vervierfacht.
Geldmarkt-Produkte: „Im Cash-Management etabliert“
Der Handel mit Anleihen-ETFs steht derzeit im Schatten. „Mit rund 12 Prozent liegt der Anteil weit unter dem üblichen Drittel“, stellt Mohr fest. Ganz oben auf den Umsatzlisten finden sich Geldmarkt-Tracker, etwa die von Amundi (<FR0010510800>) oder Xtrackers (<LU0290358497>). „Geldmarkt-ETFs haben sich im Cash-Management etabliert.“
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Von Anna-Maria Borse, 14. April 2026, © Deutsche Börse AG
Über die Autorin
Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.
Feedback und Fragen an live@deutsche-boerse.com
