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14:06 Uhr, 04.08.2026

ETFs: „DAX wieder mehr beachtet“

Dass KI und Öl im ETF-Handel Top-Themen sind, gilt schon länger. Neu ist aber das gewachsene Interesse am DAX. Auch Gold zieht wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich.

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4. August 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Am ETF-Markt geht es einmal mehr um KI, Halbleiter und den Ölpreis. Aber auch der DAX findet mehr Beachtung als üblich. Nach dem Rekord zum Wochenstart hat der DAX am heutigen Dienstagmorgen eine weitere Bestmarke aufgestellt, und zwar bei 26.271 Punkten. In den USA hatten S&P 500 und Dow Jones am gestrigen Montag nur knapp unter ihren Allzeithochs geschlossen.

Halbleiterbranche: Stabilisierung, aber kein Comeback

Nicht ganz so gut sieht es für Tech- und KI-Werte aus. Zwar hat sich der Nasdaq 100 etwas gefangen, liegt aber immer noch rund 6 Prozent unter seinem Rekordwert. Auch der als KI-Index geltende südkoreanische KOSPI hat sich stabilisiert. Die Kursverluste seit dem Rekordhoch summieren sich dennoch auf rund ein Drittel.

Bei der ICF Bank wird der VanEck Semiconductor-ETF (<IE00BMC38736>) rege gehandelt, und zwar gekauft und verkauft, wie Ivo Orlemann berichtet. „Das Volumen in Halbleiter- und KI-lastigen Asien-Indizes ist extrem hoch, mit Zu- und Abflüssen“, berichtet auch Lang & Schwarz-Händler Janis Völker. Hohe Umsätze weise der iShares MSCI Global Semiconductors (<IE000I8KRLL9>) auf. Extrem beliebt bleiben aber auch gehebelte Halbleiter-ETNs, konkret der WisdomTree PHLX Semiconductor 3x Daily Leveraged (<XS3091657729>) und dessen Short-Variante (<XS3091646797>) – bei der Kundschaft von Lang & Schwarz und der ICF Bank.

Südkorea-Crash mit Folgen

Die Risiken gehebelter ETFs zeigt extraETF-Autor Thomas Brummer eindrücklich am aktuellen Beispiel gehebelter südkoreanischer ETFs auf, und zwar der Single-Stock-ETFs auf Samsung Electronics und SK Hynix. „Anfangs ging die Rechnung auf“, erklärt er mit Blick auf die nach Auflegung der ETFs im Mai hohen Kursgewinne. Mit dem Einbruch des KOSPI ging es aber rasant nach unten, der Hebel sei „nach hinten losgegangen“: „Der meistgehandelte dieser Fonds, der KODEX SK Hynix Single Stock Leverage ETF, fiel laut LSGE (London Stock Exchange Group) seit seinem Rekordhoch im Juni um rund 70 Prozent und notiert inzwischen etwa 50 Prozent unter seinem Ausgabepreis.“

DAX-ETFs: Positionierungen und Gewinnmitnahmen

Was den DAX angeht, wird Völker zufolge auf alles gesetzt: klassische DAX-Tracker, aber auch Dividenden- oder andere Strategie-ETFs. Orlemann sieht ebenfalls mehr Handelsaufkommen, meldet aber Abflüsse aus dem Deka DAXplus Maximum Dividend (<DE000ETFL235>). „Interessanterweise hatten wir gerade in deutschen ETFs mehr Verkäufe als Käufe“, berichtet auch Holger Heinrich von der Baader Bank. Abgestoßen werde etwa der Invesco MDAX (<IE00BHJYDV33>). Erhöhte Zuflüsse verzeichne hingegen der in ESG-Aktien aus ganz Europa investierende Amundi MSCI Europe Climate Paris Aligned (<LU2130768844>).

Die höchsten Umsätze weisen aber – wie immer – World- und US-ETFs auf. „Auf internationaler Ebene hatten wir rund 50 Prozent mehr Käufe – bei erhöhten Umsätzen“, bemerkt Heinrich. Gesetzt werde beispielsweise auf den UBS MSCI World Selection (<IE0009W21NT4>) und den iShares MSCI World Value Factor Advanced (<IE000H1H16W5>). Wie fast immer gefragt bei der ICF-Kundschaft: der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders (NL0011683594). Abflüsse meldet Orlemann hingegen aus dem Invesco MSCI World (<IE00B60SX394>).

Bei US-Aktien stehen Heinrich zufolge der Amundi PEA Dow Jones Industrial Average (<LU2572256662>) und der State Street SPDR S&P 400 US Mid Cap (<IE00B4YBJ215>) auf den Einkaufslisten.

Fokus Banken- und Sauberes Wasser

Abgesehen von der Tech- und KI-Branche wird auch auf die Finanzbranche geschaut, wie Völker feststellt. „Die Quartalszahlen waren ja gut“, bemerkt er und meldet Käufe von Banken-ETFs. Ein Favorit der ICF-Kundschaft bleibt der L&G Clean Water (<IE00BK5BC891>).

„Viel Umsatz in gehebelten Öl-ETCs“

Zudem ist Öl weiter Thema. Nach über 100 US-Dollar vor anderthalb Wochen kostet das Barrel Brent jetzt nur noch 85 US-Dollar. Völker meldet viel Umsatz in gehebelten Öl-ETCs auf Brent und WTI, und zwar die Long- und Short-Varianten (<XS2819844387>).

Bei der ICF dreht sich zudem viel um Gold. Der Goldminen-ETF VanEck Gold Miners (<IE00BQQP9F84>) ist sogar Umsatzspitzenreiter. „Allerdings wird er nur verkauft“, ergänzt Orlemann. Für den währungsgesicherten Invesco Physical Gold EUR Hedged (<XS2183935274>) sieht er ebenfalls Abgaben, für die nicht währungsgesicherte Variante (<IE00B579F325>) „fast nur Käufe“. Der Goldpreis bewegt sich seit einigen Wochen seitwärts und liegt am Dienstagmittag bei 4.054 US-Dollar die Feinunze.

Ivo Orlemann

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Von Anna-Maria Borse, 4. August 2026, © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

Feedback und Fragen an live@deutsche-boerse.com