Kommentar
14:59 Uhr, 21.04.2026

ETFs: Statt Rohstoffe jetzt lieber Tech-Aktien

Erst Gold und Silber, dann Öl und Gas – und jetzt sind wieder Technologieaktien im Mittelpunkt des Geschehens. Denn das Thema Künstliche Intelligenz treibt die Börsen an. Gold-ETCs stehen jetzt tendenziell auf den Verkaufslisten.

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21. April 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Iran-Krieg bestimmt die Märkte weiter, auch den ETF-Handel. Wichtiger als Öl, Gas, Gold und Silber ist jetzt aber die KI-Euphorie, die zurück ist. Janis Völker von Lang & Schwarz sieht großes Interesse an Technologie- und Halbleiter-ETFs. „Rohstoff-Tracker spielen keine so große Rolle mehr“, berichtet er. Auch laut Ivo Orlemann von der ICF Bank ist das Interesse an Ölpreis-ETCs zurückgegangen. „Gold-ETCs werden sogar jetzt meist verkauft“, stellt er fest.

Im Handel mit Aktien-ETFs ist bei der ICF weiter der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders (<NL0011683594>) ein Renner. Der setzt auf gute Dividendenzahler und kommt auf Zwölfmonatssicht auf ein Kursplus von 35 Prozent. Ebenfalls beliebt: ein klassischer DAX-ETF (<DE000ETFL060>). Bei Lang & Schwarz geht es aktuell meist um die großen Indizes, mit vielen Käufen. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 waren am Freitag auf neue Allzeithochs gestiegen, getrieben vom neu erwachten Optimismus rund um KI.

2026 glänzen Schwellenländer

Der deutsche Aktienmarkt schneidet im internationalen Vergleich dieses Jahr schlecht ab, wie Zahlen der ETF-Plattform justETF zeigen. DAX-Tracker kommen zwar nur auf ein kleines Minus von 0,6 Prozent. Damit steht Deutschland aber auf Platz vier der Flop-Liste, der Liste mit den schlechtesten Länderindizes. Noch größere Verluste weisen nur Indonesien (minus 16 Prozent), Indien (minus 8 Prozent) und China (minus 2 Prozent) auf. Auf der Gewinnerseite steht Südkorea oben (plus 53 Prozent), gefolgt von Taiwan (plus 30 Prozent), Brasilien und der Türkei (jeweils plus 29 Prozent).

IT- und Halbleiter-Aktien gefragt

Im Handel mit Branchen-ETFs sind Tech-Tracker wie der iShares S&P 500 Information Technology Sector (<IE00B3WJKG14>) jetzt wieder stark gesucht, wie Völker feststellt. Auch Produkte mit Hebel gingen gut weg, konkret der Leverage Shares 4x Long Semiconductors-ETN (<XS2779861082>). Der bildet den NYSE Semiconductor Index mit Hebel vier ab.

Die ICF-Kundschaft setzt weiter gerne auf den L&G Clean Water (<IE00BK5BC891>). Der investiert in Unternehmen, die im Bereich sauberes Wasser aktiv sind, etwa durch die Bereitstellung entsprechender Technik. Auch der VanEck Rare Earth and Strategic Metals (<IE0002PG6CA6>) ist weiter gesucht.

Öl: Weniger Positionierungen

Ruhiger geworden ist es im Geschäft mit Rohstoff-ETCs. „Ölpreis-ETCs sind noch nachgefragt, aber weniger als zuvor. Bei Produkten auf Gold und Silber ist nicht mehr viel los“, stellt Völker fest. Bei der ICF ist der lange extrem umsatzstarke WisdomTree WTI Crude Oil 3x Daily Leveraged-ETC (IE00BMTM6B32) auf der Umsatzliste auf den neunten Platz gerutscht. Einiges an Handelsaufkommen gibt es noch im WisdomTree WTI Crude Oil (<GB00B15KXV33>) und im BNPP Brent Crude Oil (<DE000PS701L2>). Der Ölpreis war mit der kurzzeitigen Öffnung der Straße von Hormus auf 90 US-Dollar für ein Barrel Brent gefallen, jetzt sind es wieder 95 US-Dollar.

Der Goldpreis wird seit einigen Wochen um 4.700 US-Dollar die Unze gehandelt, aktuell sind es 4.780 US-Dollar. Hier überwiegen Orlemann zufolge die Abgaben, etwa des WisdomTree Physical Swiss Gold (<JE00B588CD74>), Invesco Physical Gold EUR Hedged (<XS2183935274>) und WisdomTree Core Physical Gold (<JE00BN2CJ301>).

Kleine Erholung im Krypto-Markt

Zudem macht sich der jüngste Anstieg der Kryptowährungen bemerkbar. „Seit rund anderthalb Wochen sehen wir vermehrt Nachfrage nach Krypto-ETNs“, meldet Völker. Klar im Fokus: der Bitcoin, gefolgt von Ethereum. „Die kleineren Coins spielen keine Rolle.“ Auch Orlemann meldet etwas mehr Käufe. Besonders gefragt bei der ICF ist der Invesco Physical Bitcoin (<XS2376095068>). Der Bitcoin wird aktuell um 76.000 US-Dollar gehandelt nach im Tief unter 61.000 US-Dollar im Februar. Im Allzeithoch im Oktober vergangenen Jahres waren es allerdings fast 126.000 US-Dollar.

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Von Anna-Maria Borse, 21. April 2026, © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

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