ETFs: „Deutschland derzeit angesagt“
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29. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Ölpreis und KI-Bewertungen sind auch im ETF-Handel Top-Themen. Zuletzt sorgte die Nachricht für Unruhe, dass ChatGPT-Entwickler OpenAI nach einem weiteren Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle aussetzt. Größere Abgaben blieben aber aus. Frank Mohr von der Société Générale meldet für Aktien-ETFs insgesamt einen klaren Kaufüberhang. „Allerdings sind US-Aktien nicht mehr so gefragt“, ergänzt er. Ivo Orlemann von der ICF Bank sieht den Schwerpunkt derzeit ohnehin eher bei Goldpreis-Trackern. Und Janis Völker von Lang & Schwarz berichtet von hohen Umsätzen in Krypto-ETNs. „Wer risikofreudig ist, setzt derzeit auf Kryptowährungen.“ DAX, Stoxx Europe 600, S&P 500 und Nasdaq halten sich aktuell auf hohem Niveau, allerdings unter ihren Rekordständen.
Im Handel mit Aktien-ETFs dominieren die Käufe, für USA-ETFs meldet Mohr aber nur noch einen kleinen Kaufüberhang. Ge- und verkauft würden etwa der Invesco MSCI USA (<IE00B60SX170>) und der BNP Paribas Easy S&P 500 (<FR0011550185>). „Bei Nasdaq-ETFs (<IE00B53SZB19>) sehen wir eindeutig mehr Käufe“, bemerkt er. Das gelte auch für globale Aktien.
„Auffällig ist das große Interesse an Deutschland“, erklärt Mohr außerdem. Gekauft würden DAX-Tracker von iShares (<DE0005933931>) und Xtrackers (<LU0274211480>) sowie MDAX-ETFs von Invesco (<E00BHJYDV33>). ShortDAX-ETFs würden verkauft. „Das zeigt: Deutschland ist derzeit angesagt.“
Tech-Zurückhaltung vorbei
Bei den Branchen-ETFs geht es weiter viel um Tech-Werte. In den Portfolios landen Mohr zufolge der iShares S&P 500 Information Technology Sector (<IE00B3WJKG14>) und der Xtrackers MSCI World Information Technology (<IE00BM67HT60>). Auch Völker sieht kaum Verkäufe von Tech- und KI-ETFs „Die meisten Käufer von KI-ETFs dürften eher langfristig investiert sein“, meint er.
Frank Mohr
Weitere umsatzstarke Branchen bei der Société Générale sind die Energie- und die Finanzbranche, mit überwiegend Verkäufen für Energie- und Käufen von Finanz-ETFs. Eher auf den Verkaufslisten stehen Orlemann zufolge derzeit Rüstungs-ETFs. Beispiele: der WisdomTree Europe Defence (<IE0002Y8CX98>) und der VanEck Defense (<IE000YYE6WK5>).
Im Handel mit Anleihen-ETFs stehen Geldmarkt-Tracker einmal mehr im Mittelpunkt. Aber auch auf Staatsanleihen wird Mohr zufolge gesetzt, etwa mit dem Vanguard EUR Eurozone Government Bond (<IE00BH04GL39>) und iShares-ETFs, die globale Staatsanleihen abbilden.
„Richtig viel los“ bei Krypto-Trackern
„Bei uns ist in Krypto-ETNs seit einigen Wochen wieder richtig viel los“, meldet Völker von Lang & Schwarz außerdem. „Schwerpunkt sind Bitcoin und Ethereum, aber auch kleine Coins kommen wieder aus der Versenkung.“ Meist seien es Käufe. Der Bitcoin liegt mit aktuell rund 84.000 US-Dollar weiter deutlich über den Niveaus der Sommermonate um 63.000 US-Dollar.
Goldpreisrückgang zum Einstieg genutzt
Deutlich schwächer zeigt sich Gold. Der Preis für die Feinunze liegt am Dienstagmittag nur noch bei 4.142 US-Dollar, im August waren es kurzzeitig über 4.600 US-Dollar. Bei der ICF sind Gold-ETCs derzeit Umsatzspitzenreiter, meist mit Käufen, etwa des Invesco Physical Gold in währungsgesicherter (<XS2183935274>) und nicht währungsgesicherter Variante (<IE00B579F325>). Ebenfalls fast nur Käufe beobachtet Orlemann für den VanEck Gold Miners-ETF (<IE00BQQP9F84>).
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Von Anna-Maria Borse, 29. September 2026, © Deutsche Börse AG
Über die Autorin
Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.
Feedback und Fragen an live@deutsche-boerse.com
