Erste Annäherung zwischen USA und Iran
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Drohkulisse und Diplomatie
Am Wochenende verhandelten die USA und der Iran in der Schweiz erstmals direkt über ein Friedensabkommen - mit US-Vizepräsident Vance und dem iranischen Außenminister Araghchi am Tisch. Das damit eingeläutete 60-Tage-Fenster stand zunächst im Zeichen des Taktierens, Drohens und wechselseitiger Vorwürfe. Während Vance von Fortschritten sprach, eskalierte Trump parallel verbal und drohte mit Angriffen, sollte der Iran die Hisbollah im Libanon nicht stoppen. Teheran wiederum verkündete die erneute Sperrung der Straße von Hormus und machte Washington für Israels Vorgehen im Libanon verantwortlich. In der Nacht auf Montag wurde dann doch eine Annäherung verkündet. So soll unmittelbar nach dem jetzigen Treffen ein Mechanismus zur Überwachung einer Waffenruhe im Libanon eingerichtet werden. Zudem werden Gespräche auf technischer Ebene über die gesamte Woche weitergeführt. An den Ölmärkten sorg-ten die Nachrichten heute für Erleichterung. Die Brent-Futures fielen auf 79 USD, der niedrigste Stand seit Anfang März.
Wachablöse in der Downing Street scheint entschieden
Auch an den britischen Finanzmärkten könnte die Volatilität in den kommenden Wochen vorerst zunehmen. Denn Premierminister Keir Starmer, der Labour 2024 noch zu einem Wahlsieg geführt hatte, steht nach ersten Gerüchten am Freitag nun wohl tatsächlich vor dem Aus. Dutzende Labour-Abgeordnete sowie auch Regierungsmitglieder forderten laut Medienberichten am Wochenende seinen Rücktritt. Diesen beziehungsweise einen geordneten Übergang könnte Starmer nach nur zwei Jahren im Amt bereits am heutigen Montag ankündigen. Der Wechsel an der Regierungsspitze dürfte von Investoren genau beobachtet werden. Sein interner Rivale Andy Burnham zählt zum linken Flügel der Partei und befürwortet eine proaktive Fiskalpolitik. Die Märkte sehen dies angesichts der hohen Staatsverschuldung von 94 % des BIP und der steigenden Zinsbelastung - das Vereinigte Königreich weist die höchsten Kreditkosten unter den G7-Staaten auf - skeptisch. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen reagierten am Freitag unmittelbar und stiegen im Zuge des globalen Kursrutsches um mehr als 8 Basispunkte, und damit deutlich stärker als jene im Euroraum. Ob die Sorgen berechtigt sind, wird am Ende vor allem davon abhängen, wer unter Burnham Schatzkanzler wird. Ein Kandidat weit links der Mitte wäre für Pfund und Renditen wohl keine gute Nachricht.
Neue Woche, alte Treiber
Neben den Entwicklungen in Nahost wird in der neuen Woche erneut die globale Zinslandschaft im Fokus stehen. EZB-Präsidentin Lagarde dürfte in ihrer heutigen Rede vor dem EU-Parlament Hinweise geben, wie sie die wirtschaftliche Lage im Falle einer zeitnahen Öffnung der Straße von Hormus einschätzt und welche Folgen dies für die Währungshüter haben könnte. Fast noch wichtiger für die Märkte dürften jedoch die am Donnerstag anste-henden PCE-Inflationsdaten für den Monat Mai sein. Sollte sich der Preisdruck in den USA kurz vor der nunmehrigen Vereinbarung deutlich ausgeweitet haben, dürfte dies angesichts des hawkischen Schwenks zahlreicher Fed-Mitglieder für Unruhe an den Märkten sorgen.
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