Kommentar
08:37 Uhr, 10.02.2026

EOS: Das Statement ist da

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In Reaktion auf den Short-Seller-Bericht von Grizzly Research weist Electro Optic Systems (EOS) sämtliche Vorwürfe als irreführend, manipulativ und interessengeleitet zurück.

Fundamental verweist EOS auf die starke operative Wende seit 2022: Nach Jahren hoher Kunden- und Produktkonzentration wurde der Vertrieb neu aufgestellt, neue Märkte in Europa und Nordamerika adressiert und mit Hochenergie-Laserwaffen (APOLLO) ein strategisch relevantes CUAS-Produkt kommerzialisiert. Ergebnis ist ein kräftiger Anstieg des unbedingten Auftragsbestands von AUD 136 Mio. (Ende 2024) auf AUD 459 Mio. Ende 2025 – ohne den noch bedingten Korea-Laserauftrag (USD 80 Mio.).

Zu den wichtigsten Auftragseingängen zählen u. a. Slinger-Counter-Drone-Systeme für das niederländische Verteidigungsministerium, ein EUR 71,4 Mio.-Vertrag für eine 100-kW-Laserwaffe (Niederlande), LAND-400-3-Remote-Weapon-Systeme für Australien sowie erste Erfolge in Nordamerika. Die Eröffnung der neuen Laser-Fertigungsstätte in Singapur (Kapazität bis zu 20 Systeme p. a.) unterstreicht den Skalierungsanspruch.

Der von Grizzly kritisierte Korea-Vertrag über Goldrone ist laut EOS transparent als bedingt kommuniziert worden und bewusst nicht im gesicherten Auftragsbestand enthalten. Die Bedingungen (Anzahlung, Letter of Credit) sind noch offen; nennenswerte Vorleistungen habe EOS bislang nicht erbracht. Parallel betont das Management, dass das künftige Wachstum nicht von diesem Einzelprojekt abhängt.

Auch bilanziell sieht sich EOS deutlich gestärkt: Durch den Verkauf der nicht-strategischen EM-Solutions-Sparte (EV AUD 144 Mio., Cashzufluss AUD 158 Mio.) wurde die Nettoverschuldung vollständig abgebaut. Ende 2025 verfügte EOS über AUD 107 Mio. Cash, zusätzlich zu Sicherheiten für Garantien; eine AUD 100 Mio. Kreditlinie steht optional für Wachstum bereit. Der geplante Zukauf von MARSS soll die Software- und C2-Kompetenz im Counter-Drone-Bereich stärken – ein zunehmend kritischer Differenzierungsfaktor.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der Kurseinbruch reflektiert primär Short-Druck und Sentiment aufgrund der zweifellos hohen Bewertung. Operativ sprechen der stark ausgeweitete Auftragsbestand, solide Liquidität und die Positionierung im schnell wachsenden Markt für Drohnenabwehr und Laserwaffen für eine intakte Equity-Story – bei unverändert hoher Projekt- und Umsetzungsvolatilität, wie sie für den Verteidigungssektor typisch ist. Konkrete Details zum Goldrone-Thema mit Anzahlung/Letter of Credit wird es bis März geben. Bis dahin sollte eine Unsicherheit im Markt bleiben. Wir hatten nach mehr als 100 % Kursgewinn ohnehin geraten, die Hälfte der Position (=Einsatz) vom Tisch zu nehmen. Damit kann die Position keinen Verlust mehr produzieren. Für einen Neueinstieg ist es noch zu früh.

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