Analyse

EINHELL – Der Werkzeughersteller sitzt auf einem vollen Lager

Wie es im Halbjahresbericht von Einhell heißt, haben sich die Warenvorräte von 214,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 476,9 Mio. EUR erhöht.

Erwähnte Instrumente

  • Einhell Germany AG - WKN: 565493 - ISIN: DE0005654933 - Kurs: 141,600 € (XETRA)

Der Cashflow ist daher negativ und die Verschuldung deutlich gestiegen. Einhell will damit seinem Ruf treu bleiben stets lieferfähig zu sein. In Vergleichstests schneiden die Einhell Produkte jedenfalls meist recht gut ab und stehen der teureren Konkurrenz kaum noch nach. Dennoch ein Risiko für die Einhell-Aktie?

Konsumlaune trübt sich ein

Die sich eintrübende Konsumlaune ist sicherlich ein Risikofaktor. Mit diesem sehr hohen Warenbestand, der immerhin fast 85 Prozent des Umsatzes aus dem ersten Halbjahr entspricht, hat sich das Management weit aus dem Fenster gelehnt. Einerseits sorgt die Inflation sicherlich für steigende Produktpreise und damit eventuell auch für Windfall-Profits im Warenbestand. Andererseits muss man in einem sich abkühlenden Marktumfeld auch erst einmal alles losbekommen, was man sich so vorgenommen hat.

Im ersten Halbjahr haben die Geschäfte jedenfalls noch auf Rekordniveau gebrummt und die Insider haben wie verrückt eigene Aktien gekauft. Die Bewertung ist auch viel zu einladend, um nicht optimistisch zu sein. Nach sechs Monaten hat der Konzern immerhin schon 9 EUR je Aktie verdient. Im Gesamtjahr sollen es rund 17 EUR werden. Das KGV läge damit bei ca. 8. In den letzten Jahren gab es am deutschen Aktienmarkt zudem nur wenige Unternehmen die stärker in Umsatz und Ertrag gewachsen sind wie Einhell. Das Management jedenfalls weiß, was es tut.

Im kommenden Jahr wird die Serie der starken Gewinnsteigerungen dann voraussichtlich aber auch eine Auszeit nehmen. Zumindest, wenn es nach den Meinungen der Analysten geht. Auch die Konkurrenz von Bosch und Makita hat aktuell schon damit zu kämpfen, dass sich der Absatz rückläufig entwickelt. Einhell ist noch relativ klein und kann mit der eigenen Akkuplattform aber Marktanteile gewinnen, weshalb hier noch „echtes“ Wachstum stattfindet. Insbesondere kleinere Wettbewerber ohne eigene Plattform im Akku-Geschäft sind die Verlierer.

Fazit: Einhell bleibt auf Kurs. Das Management hat das Risiko erhöht mit dem hohen Warenbestand in den Büchern. Dafür hat Einhell keinerlei Lieferprobleme. Der Trend, die Dinge selbst zu machen könnte sich durch die schwache Wirtschaft eventuell sogar noch beschleunigen. Wenn weniger Geld in der Familienkasse verbleibt, dann haben do-it-yourself Aktien in der Vergangenheit jedenfalls eher davon profitiert.

Der Autor hält Aktien von Einhell.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Einhell Germany AG

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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3.

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