Drei Fragen an Bernecker
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• Ist die Zeit, mit Nachkäufen zuzuschlagen?
Der 10%-DAX-Einbruch in 2 ½ Tagen als Folge des Irankriegs ist absolviert. Ab rund 23.000 Punkten beginnt die Bodenbildung. Sie ist gekennzeichnet von zwei großen Gaps. Daraus entstehen volatile Kurse in den nächsten Tagen bis zu einer zweiten Stabilisierung. Beides zusammen ist dann die Ausgangsbasis für Investments über den Sommer hinweg. Wie im Krieg üblich, gehören Überraschungen dazu, positiv wie negativ. Also: Keine Eile!
• Wie sehen Sie Volkswagens Gewinneinbruch?
VW muss zum dritten Mal in seiner Börsengeschichte (ab 1962) saniert werden. Beim ersten Mal gelang dies durch den abrupten Wandel vom Käfer zum Golf. Im zweiten Fall schaffte dies Ferdinand Piech mit einer sehr konsequenten Kostenpolitik unter dem Stichwort „Lopez“. Der dritte Versuch steht nun unter dem Vorzeichen des vorauseilenden Gehorsams zur Ampel-Politik einerseits und der absolut roten Mehrheit in allen Gremien: Vorstand, Aufsichtsrat und Betriebsrat. Der Umbau von VW ist deshalb eine politische Frage. Die Sanierung wird sicherlich gelingen, wofür die technische Grundlage steht, aber dies braucht Zeit.
• Wird die Inflation zurückkommen?
Ein Comeback der Inflation zeichnet sich dadurch ab, dass der Ölpreis nachhaltig höher liegen wird als bisher angenommen. Auf den Durchschnittswert kommt es dann an. Dieses Risiko ist begrenzt, aber nicht zu ignorieren. Ob die EZB darauf frühzeitig reagieren muss, ist sehr fraglich. Denn ein voreiliger Zinsschritt enthält nachhaltige psychologische Folgen. Gefordert ist deshalb eine ruhige Hand im EZB-Rat und keine Hektik.
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