Die Woche in Zahlen: Steigende Renditen drücken die Technologiewerte
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Die Woche gehörte den Anleihemärkten. Was dort geschah, bezahlten die Aktienmärkte. Mit der Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen auf 5,30 % und japanischen Langläufern auf Mehrjahreshochs geriet ausgerechnet das teuerste Marktsegment unter Druck: Der Nasdaq 100 verlor 2,5 %, der DAX 1,2 %. Zuflucht suchten Anleger in Gold, das um 5,5 % zulegte, während Brent im Sog der Hormus-Krise 6,6 % gewann.
Wochenbilanz
Was die Woche prägte
Zwei Kräfte zogen durch die Woche und arbeiteten gegeneinander. Auf der einen Seite der ungebremste Investitionshunger der Tech-Konzerne, auf der anderen die Kapitalkosten, die diesen Hunger finanzieren müssen — plus ein Ölpreis, der die Inflationsdebatte offenhält. Die Berichtssaison des US-Einzelhandels lieferte dazu den Realitätscheck von der Nachfrageseite.
Was die Woche prägte
Chart der Woche: Bitcoin +24,6 %
Der auffälligste Kursverlauf der Woche stammt jedoch nicht von den Fluchtwerten, sondern von der volatilsten Anlage überhaupt: Bitcoin legte um 24,6 % auf 78.326 Dollar zu. Der Weg dorthin war holprig — am 18. August ging ein Transfer von 2.398 BTC an die Börse OKX und sorgte kurzzeitig für Verkaufsdruck. Rückenwind kam am 21. August, als das US-Finanzministerium Anleiherückkäufe ankündigte. Trotz des Wochensprungs bleibt die Jahresbilanz mit −10,5 % im Minus: Die Erholung setzte auf einem tiefen Niveau an.
Chart der Woche: Bitcoin +24,6 %
Sektoren im Blick
Getragen wurde die Woche von den defensiven und rohstoffnahen Bereichen. Gesundheit war in beiden Regionen der stärkste Sektor, in Europa wie in den USA mit jeweils 4,3 % — der klarste Gleichklang des Fensters. Auch Rohstoffe und Energie schlossen beidseits des Atlantiks im Plus, letztere in den USA mit 2,8 %, was ohne den Ölpreisanstieg kaum zu erklären wäre. Die Verluste konzentrierten sich dort, wo hohe Bewertungen auf steigende Kapitalkosten treffen: Technologie und Industrie bildeten die Schlusslichter, in den USA mit 3,5 beziehungsweise 3,4 %. Auffällig ist die Lage der Versorger: In Europa gaben sie mit 0,8 % nur moderat nach, in den USA verloren sie 3,5 % und damit so viel wie der Technologiesektor — ein Zinsurteil, kein Konjunkturbefund.
Sektoren im Blick
Aktien im Fokus: Deutschland
In Deutschland lief die Trennlinie mitten durch den Technologiesektor. Infineon verlor 9,3 % und damit am meisten im DAX, belastet vom Renditeanstieg und den schwachen US-Vorgaben; Süss MicroTec gab 12,0 % ab, Elmos Semiconductor 9,6 %. Dass ausgerechnet SAP mit 4,4 % zu den festesten Werten zählte, zeigt, wie selektiv die Verkäufe ausfielen. Ihre eigene Geschichte hatte 1&1: Ein Kaufauftrag von Großaktionär Dommermuth trug die Aktie um 9,5 % nach oben. An der Spitze stand K+S mit 13,7 %. Die Marktbreite blieb dennoch dürftig — im DAX schlossen nur 15 von 40 Werten im Plus.
Aktien im Fokus: Deutschland
Aktien im Fokus: USA
Was in Deutschland die Halbleiter traf, erwischte in den USA die Finanzierungsseite des KI-Booms. Nebius Group verlor 21,1 %, nachdem der Cloud-Anbieter eine Wandelanleihe über 4,5 Milliarden Dollar angekündigt hatte; CoreWeave gab 16,5 % ab, weil die Renditen für KI-Infrastrukturschulden anzogen. Die Rechnung geht offenbar nur auf, solange das Kapital billig bleibt. Den Ausschlag der Woche lieferte ein Wert ohne jeden Bezug zu diesem Thema: Moderna mehr als verdoppelte sich mit einem Plus von 129,2 % nach positiven Phase-3-Daten zum mRNA-Krebsimpfstoff — und erklärt im Alleingang ein gutes Stück der Sektorstärke im Gesundheitsbereich. Estée Lauder gewann 18,4 % nach überraschend starken Quartalszahlen. Im S&P 500 standen 200 Gewinnern 303 Verlierer gegenüber.
Aktien im Fokus: USA
Makro-Überraschungen der Woche
Die Daten der Woche lieferten keinen Grund für steigende Zinsen — sie lieferten den Grund. Der NY Empire State Manufacturing Index sprang im August auf 20,6 Punkte, erwartet worden waren 11; der Philadelphia Fed Index übertraf mit 47,4 Punkten den Konsens von 25 noch deutlicher. Der S&P Global Composite PMI bestätigte das Bild mit 56 gegenüber erwarteten 53,2. Eine derart robuste US-Industrie nimmt jedem Zinssenkungsargument die Grundlage. Aus dem Rahmen fiel allein Australien: Statt eines Beschäftigungsaufbaus von 15.000 Stellen stand im Juli ein Minus von 15.800.
Makro-Überraschungen der Woche
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.







