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20:10 Uhr, 22.08.2026

Die Woche in Zahlen: Steigende Renditen drücken die Technologiewerte

Die Rendite dreißigjähriger US-Anleihen kletterte auf 5,30 Prozent und riss den Nasdaq 100 um 2,5 Prozent nach unten, Gold legte im Gegenzug 5,5 Prozent zu.

Die Woche gehörte den Anleihemärkten. Was dort geschah, bezahlten die Aktienmärkte. Mit der Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen auf 5,30 % und japanischen Langläufern auf Mehrjahreshochs geriet ausgerechnet das teuerste Marktsegment unter Druck: Der Nasdaq 100 verlor 2,5 %, der DAX 1,2 %. Zuflucht suchten Anleger in Gold, das um 5,5 % zulegte, während Brent im Sog der Hormus-Krise 6,6 % gewann.

Wochenbilanz – Die Woche in Zahlen

Wochenbilanz

Was die Woche prägte

Zwei Kräfte zogen durch die Woche und arbeiteten gegeneinander. Auf der einen Seite der ungebremste Investitionshunger der Tech-Konzerne, auf der anderen die Kapitalkosten, die diesen Hunger finanzieren müssen — plus ein Ölpreis, der die Inflationsdebatte offenhält. Die Berichtssaison des US-Einzelhandels lieferte dazu den Realitätscheck von der Nachfrageseite.

Was die Woche prägte – Die Woche in Zahlen

Was die Woche prägte

Chart der Woche: Bitcoin +24,6 %

Der auffälligste Kursverlauf der Woche stammt jedoch nicht von den Fluchtwerten, sondern von der volatilsten Anlage überhaupt: Bitcoin legte um 24,6 % auf 78.326 Dollar zu. Der Weg dorthin war holprig — am 18. August ging ein Transfer von 2.398 BTC an die Börse OKX und sorgte kurzzeitig für Verkaufsdruck. Rückenwind kam am 21. August, als das US-Finanzministerium Anleiherückkäufe ankündigte. Trotz des Wochensprungs bleibt die Jahresbilanz mit −10,5 % im Minus: Die Erholung setzte auf einem tiefen Niveau an.

Chart der Woche: Bitcoin +24,6 % – Die Woche in Zahlen

Chart der Woche: Bitcoin +24,6 %

Sektoren im Blick

Getragen wurde die Woche von den defensiven und rohstoffnahen Bereichen. Gesundheit war in beiden Regionen der stärkste Sektor, in Europa wie in den USA mit jeweils 4,3 % — der klarste Gleichklang des Fensters. Auch Rohstoffe und Energie schlossen beidseits des Atlantiks im Plus, letztere in den USA mit 2,8 %, was ohne den Ölpreisanstieg kaum zu erklären wäre. Die Verluste konzentrierten sich dort, wo hohe Bewertungen auf steigende Kapitalkosten treffen: Technologie und Industrie bildeten die Schlusslichter, in den USA mit 3,5 beziehungsweise 3,4 %. Auffällig ist die Lage der Versorger: In Europa gaben sie mit 0,8 % nur moderat nach, in den USA verloren sie 3,5 % und damit so viel wie der Technologiesektor — ein Zinsurteil, kein Konjunkturbefund.

Sektoren im Blick – Die Woche in Zahlen

Sektoren im Blick

Aktien im Fokus: Deutschland

In Deutschland lief die Trennlinie mitten durch den Technologiesektor. Infineon verlor 9,3 % und damit am meisten im DAX, belastet vom Renditeanstieg und den schwachen US-Vorgaben; Süss MicroTec gab 12,0 % ab, Elmos Semiconductor 9,6 %. Dass ausgerechnet SAP mit 4,4 % zu den festesten Werten zählte, zeigt, wie selektiv die Verkäufe ausfielen. Ihre eigene Geschichte hatte 1&1: Ein Kaufauftrag von Großaktionär Dommermuth trug die Aktie um 9,5 % nach oben. An der Spitze stand K+S mit 13,7 %. Die Marktbreite blieb dennoch dürftig — im DAX schlossen nur 15 von 40 Werten im Plus.

Aktien im Fokus: Deutschland – Die Woche in Zahlen

Aktien im Fokus: Deutschland

Aktien im Fokus: USA

Was in Deutschland die Halbleiter traf, erwischte in den USA die Finanzierungsseite des KI-Booms. Nebius Group verlor 21,1 %, nachdem der Cloud-Anbieter eine Wandelanleihe über 4,5 Milliarden Dollar angekündigt hatte; CoreWeave gab 16,5 % ab, weil die Renditen für KI-Infrastrukturschulden anzogen. Die Rechnung geht offenbar nur auf, solange das Kapital billig bleibt. Den Ausschlag der Woche lieferte ein Wert ohne jeden Bezug zu diesem Thema: Moderna mehr als verdoppelte sich mit einem Plus von 129,2 % nach positiven Phase-3-Daten zum mRNA-Krebsimpfstoff — und erklärt im Alleingang ein gutes Stück der Sektorstärke im Gesundheitsbereich. Estée Lauder gewann 18,4 % nach überraschend starken Quartalszahlen. Im S&P 500 standen 200 Gewinnern 303 Verlierer gegenüber.

Aktien im Fokus: USA – Die Woche in Zahlen

Aktien im Fokus: USA

Makro-Überraschungen der Woche

Die Daten der Woche lieferten keinen Grund für steigende Zinsen — sie lieferten den Grund. Der NY Empire State Manufacturing Index sprang im August auf 20,6 Punkte, erwartet worden waren 11; der Philadelphia Fed Index übertraf mit 47,4 Punkten den Konsens von 25 noch deutlicher. Der S&P Global Composite PMI bestätigte das Bild mit 56 gegenüber erwarteten 53,2. Eine derart robuste US-Industrie nimmt jedem Zinssenkungsargument die Grundlage. Aus dem Rahmen fiel allein Australien: Statt eines Beschäftigungsaufbaus von 15.000 Stellen stand im Juli ein Minus von 15.800.

Makro-Überraschungen der Woche – Die Woche in Zahlen

Makro-Überraschungen der Woche

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.