Die Macht des Weltalls: Ein Trend hebt ab
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Private Investoren und sinkende Startkosten für Raketen treiben Innovation und Skalierung voran und machen Raumfahrt zunehmend zu einem relevanten Investmentthema.
Ob globale Satelliten-Netzwerke für Breitbandinternet oder die Vorbereitung neuer Mondmissionen – die kommerzielle Nutzung des Orbits nimmt deutlich Fahrt auf. Es geht dabei nicht mehr nur um Visionen, sondern um Infrastruktur, industrielle Wertschöpfung und strategische Souveränität. Auch das Bundesministerium der Verteidigung hat angekündigt, bis zum Jahr 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro für Raumfahrt und Weltraumsicherheit bereitzustellen. Laut einer Studie von McKinsey & Company und dem World Economic Forum wächst die globale Raumfahrtökonomie jährlich um rund neun Prozent und könnte sich bis 2035 auf 1,8 Billionen US-Dollar verdreifachen – ein Niveau, das mit der Halbleiterbranche vergleichbar ist. Über 60 Prozent des erwarteten Wachstums bis 2035 entfallen laut World Economic Forum auf Datenkommunikation. Bereits jetzt werden laut BryceTech 2025 über 90 Prozent der Raumfahrzeuge für die Kommunikation verwendet.
Wer heute den Blick auf die Branche richtet, erkennt somit ein Ökosystem im Aufbau mit langfristigem Potenzial, aber auch mit erheblichen Risiken.
Die Flaggschiffe des Orbits
Ein Blick auf die Schwergewichte der Branche zeigt, dass ein Großteil der Wertschöpfung weiterhin bei etablierten Konzernen liegt. Airbus etwa ist mit seinen Ariane-Systemen und Satellitenlösungen ein zentraler Pfeiler der europäischen Raumfahrtindustrie. Boeing bleibt ein bedeutender Partner bei bemannten
Raumfahrtprogrammen und der NASA-Mondmission. Die Thales Group ergänzt dieses Feld über Thales Alenia Space mit Kommunikations-, Erdbeobachtungs- und Wissenschaftssatelliten.
Die Rebellen der Raketentechnik
Parallel dazu haben neue Anbieter das Geschäftsmodell Raumfahrt grundlegend verändert. SpaceX hat mit wiederverwendbaren Trägersystemen die Startkosten signifikant gesenkt und sich mit Starlink ein eigenes, vertikal integriertes Geschäftsmodell aufgebaut. Anfang 2026 befanden sich bereits rund 10.000 Starlink-Satelliten im Orbit, was nahezu 60 Prozent aller aktiven Satelliten entspricht. Umso größer ist nun die Spannung unter Anlegerinnen und Anlegern, da ein Börsengang von SpaceX noch im Laufe des Jahres 2026 erwartet wird.
Neben SpaceX, das vor allem mit Satelliteninternet und günstigen Raketenstarts Maßstäbe setzt, positionieren sich auch andere Anbieter mit individuellen Schwerpunkten im Markt. Blue Origin investiert langfristig in Trägersysteme und Mondlogistik, während Rocket Lab sich auf kleinere Satellitenstarts spezialisiert und damit einen wachsenden Markt adressiert.
Kritisch zu betrachten ist jedoch: Viele dieser Geschäftsmodelle sind kapitalintensiv, technologisch anspruchsvoll und stark von regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig. Profitabilität ist – mit Ausnahme weniger Segmente – noch kein Branchenstandard. Bewertungen basieren häufig auf zukünftigen
Skalierungserwartungen und weniger auf stabilen Cashflows.
Die Wächter der Infrastruktur
Neben den sichtbaren Startanbietern existiert ein weniger öffentliches, aber strategisch relevantes Segment: Sensorik, Verteidigungstechnologie und Kommunikationssicherung. RTX liefert zentrale Komponenten für Aufklärungs- und Sensorsysteme. Kratos Defense ist im Bereich Satellitenkommunikation und
Cyber-Sicherheit aktiv und leitet derzeit gemeinsam mit dem US-Verteidigungsministerium ein 1,45-Milliarden-US-DollarProjekt für Hyperschallversuche. Ein erheblicher Teil der Umsätze dieser Unternehmen stammt aus staatlichen Verteidigungsbudgets. Das bedeutet Planbarkeit, aber auch politische Abhängigkeit und haushaltspolitische Risiken.
Deutschland im Hyperantrieb
Den krönenden Abschluss bildet die deutsche Raumfahrtallianz. Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB SE zeigt mit seinen Navigations- und Klimasatelliten eindrucksvoll, wie man globale Standards bei der Erderkundung setzt. Den nötigen Schub liefert MTU Aero Engines, deren Hochleistungskomponenten das Herzstück europäischer Raketentriebwerke bilden und den Weg in den Orbit erst ermöglichen. Der dynamische Newcomer Isar Aerospace entwickelt mit der Spectrum-Rakete ein privat finanziertes Trägersystem in München. Dennoch bleibt die europäische Startinfrastruktur aktuell strukturell hinter der US-amerikanischen Wettbewerbsdynamik. Skalierung, Geschwindigkeit und privates Risikokapital sind dort deutlich ausgeprägter. Als Vergleich: In Q3 2025 gab es laut Daten von BryceTech in den USA 47 Orbitalstarts, während es in Europa lediglich zwei gab. Der Standort Europa muss daher Effizienz, regulatorische
Geschwindigkeit und Kapitalzugang verbessern, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit – das Erwachen einer neuen Ära
Was wir erleben, ist mehr als ein technisches Abenteuer – es ist der Beginn einer neuen globalen Wirtschaftsordnung. Anwendungen wie Hochgeschwindigkeitsinternet aus dem Orbit, präzise Klimadaten oder industrielle Produktion in der Schwerelosigkeit zeigen das enorme Potenzial des Weltraums. Die Reise hat gerade erst begonnen: Mit bemannten Mondmissionen und dem Ausbau der Infrastruktur im All wächst der Markt rasant. Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das: Trotz Volatilität bietet die „New Space“-Ökonomie enormes langfristiges Wachstumspotenzial.
Deutschland ist bereit, eine Führungsrolle in dieser Allianz zu übernehmen. Gerade jetzt zählt Mut und Weitblick – denn die Macht ist mit jenen, die den Blick über den Horizont richten und rechtzeitig an Bord sind, wenn die Menschheit ihren nächsten großen Sprung wagt.
Internet: www.hsbc-zertifikate.de







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