Deutsche Wirtschaft wächst wieder – diese Aktien gehören auf deine Watchlist!
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Deutschlands Wirtschaft hat 2025 die Schrumpfphase beendet. Das BIP stieg um +0,2 %, nach -0,9 % im Jahr 2023 und -0,5 % im Jahr 2024. Das ist kein Aufschwung, sondern eine fragile Stabilisierung. Getragen wird sie vor allem vom Konsum und von staatlichen Ausgaben, während Investitionen und Exporte weiter schwach bleiben. Das Umfeld bleibt schwierig – aber es hat sich verändert.
Solche Phasen sind an der Börse relevant. Wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht weiter verschlechtert, verschieben sich Erwartungen, Bewertungen und Kapitalströme. Besonders sensibel reagieren Unternehmen mit zyklischem Bezug, operativen Hebeln oder klaren Turnaround-Strukturen. Nicht, weil das Wachstum stark ist – sondern weil es nicht mehr negativ ist und es Hoffnung gibt.
In dieser Goldesel Topstory schauen wir zuerst auf die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland und die wichtigsten Konjunkturindikatoren. Danach geht es um die zentralen Wachstumstreiber für 2026 – und darum, welche Branchen davon profitieren könnten. Auf dieser Basis stellen wir sieben Aktien vor, die wir für 2025 für besonders spannend finden, gerade im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld.
Zahlen & Fakten: Wie ist die Stimmung in Deutschland?
Um zu verstehen, ob die aktuelle Stabilisierung nachhaltig ist, müssen wir unter die Oberfläche der reinen Schlagzeilen blicken. Zwei der wichtigsten Gradmesser für die deutsche Wirtschaft sind der ifo Geschäftsklimaindex und der ZEW-Index. Während der ifo Index die reale Stimmung von rund 9.000 Unternehmen misst, spiegelt der ZEW-Index die Erwartungen von Finanzanalysten wider.
Die Grafik verdeutlicht die aktuelle Bodenbildung. Besonders spannend: Der ZEW-Index zeigt bereits einen deutlichen Aufwärtstrend. Das bedeutet, dass die Finanzexperten dem realen Markt einen Schritt voraus sind und auf eine Erholung setzen, während das ifo Geschäftsklima noch eine abwartende Haltung der Unternehmen zeigt.
Der wichtigste Wendepunkt ist jedoch das Ende der zweijährigen Rezession. Nach Rückgängen von -0,9 % (2023) und -0,5 % (2024) ist die Wirtschaft 2025 wieder leicht um 0,2 % gewachsen.
Der Blick auf die langfristige BIP-Entwicklung zeigt, dass die Abwärtsspirale gestoppt wurde. Für Anleger ist das ein entscheidendes Signal: Es herrscht zwar noch kein Hochbetrieb, aber die „Angst vor dem Absturz“ weicht einer vorsichtigen Zuversicht. Wenn die Wirtschaft nicht mehr schrumpft, beginnen Märkte oft damit, die Erholung der kommenden Jahre (2026) bereits heute einzupreisen.
Was steckt hinter dem Comeback – und wo landet das Geld?
Das leichte Wachstum von 0,2 Prozent im Jahr 2025 ist kein Zufall, sondern das Ergebnis mehrerer Faktoren, die sich gegenseitig verstärken. Für Anleger ist entscheidend, wohin das Geld fließt – und welche Branchen davon profitieren.
1. Binnenkonsum als Stütze Nach Jahren mit hoher Inflation und Kaufkraftverlust stabilisieren sich die Reallöhne wieder. Die Tariflohnabschlüsse der vergangenen Monate wirken sich zunehmend positiv auf die Haushaltskassen aus. Gleichzeitig sinkt die Sparquote leicht, weil das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität zurückkehrt. Davon profitieren vor allem konsumnahe Sektoren: Einzelhandel, Freizeitdienstleister und alles, was mit Mobilität zu tun hat.
2. Staatliche Investitionen Die Bundesregierung hat in den vergangenen Monaten mehrere Investitionsprogramme auf den Weg gebracht – von Infrastrukturmodernisierung über Digitalisierung bis hin zu energetischer Gebäudesanierung. Diese Mittel fließen nun schrittweise in die Realwirtschaft. Profiteure sind Bauunternehmen, Industriedienstleister und Spezialisten für nachhaltiges Bauen.
3. Industrie- und Investitionszyklus Der dritte Hebel ist noch der unsicherste: Wenn Unternehmen wieder Vertrauen in die Zukunft fassen, steigen die Investitionsausgaben (Capex). Noch ist die Zurückhaltung groß, aber die Auftragsbücher im Maschinenbau zeigen erste Stabilisierungstendenzen. Sollte dieser Zyklus 2026 tatsächlich drehen, profitieren Maschinenbauer, Autozulieferer und Industrieausrüster überproportional.
Sieben deutsche Aktien für die Watchlist 2026
AUTO1: Stabilisierung im Geschäft, Bewegung in der Aktie
AUTO1 betreibt eine digitale Plattform für den An- und Verkauf von Gebrauchtwagen in Europa. Das Unternehmen kauft Fahrzeuge von Privatpersonen und Händlern an, vermarktet sie über eine eigene B2B-Plattform weiter und verkauft einen Teil der Fahrzeuge über die Endkundenmarke Autohero direkt an Verbraucher. Das Geschäftsmodell ist stark volumengetrieben und sensibel gegenüber Konsumlaune.
Nach den starken Schwankungen der vergangenen Jahre liegt der strategische Fokus klar auf Effizienz und Margenverbesserung statt auf aggressiver Expansion. Ein zentraler Baustein ist der technologische Ausbau, unter anderem durch die KI-gestützte Fahrzeugprüfung AUTO1 CAT, die schrittweise auf weitere europäische Standorte ausgeweitet wird.
Operativ zeigte sich die beständige Entwicklung zuletzt im dritten Quartal 2025. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 5,2 % auf 1,6 Milliarden EUR. Das bereinigte EBITDA lag bei 28,5 Millionen EUR, die Bruttogewinnmarge verbesserte sich auf 10,1 %. Wachstumstreiber blieb das Retail-Geschäft über Autohero, das bei den verkauften Einheiten erneut zweistellig zulegen konnte. Fundamental bleibt AUTO1 ein Unternehmen mit operativem Hebel über Effizienz und Margen, zugleich aber klar abhängig von Konjunktur, Zinsen und Verbraucherstimmung. Der nächste wichtige Termin sind die Jahreszahlen 2025 Ende Februar, insbesondere mit Blick auf den Ausblick für 2026.
Die Aktie war zuletzt stark volatil. Diese Schwankungen haben wir bei Goldesel Premium für einen Rebound-Trade genutzt. Nach einem Rücksetzer erfolgte der Einstieg bei 26,50 EUR am 8. Januar, fünf Tage später wurden bei 30,76 EUR Teilgewinne realisiert. Der Trade brachte einen schönen Gewinn von 392 EUR, der Restbestand bleibt investiert.
Chart
Mit dem Einstieg im Goldesel Trading Depot haben wir einen guten Zeitpunkt erwischt. Tendenziell hätte man die Aktie bereits ab der Unterstützung von rund 22,50 EUR aufsammeln können. Die Aktie ist anschließend wieder bis an die Hochs gelaufen und reagiert hier aktuell.
Mögliche Einstiegsszenarien wären ein Rücklauf in Richtung der 200-Tagelinie, der Trendlinie, einem Ausbruch über die Hochs bei 31,50 oder einem erneuten Rücklauf zur Unterstützung bei 22,50 EUR.
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Vonovia: Mietwachstum rückt wieder in den Fokus
Vonovia ist Europas größter Wohnimmobilienkonzern mit Schwerpunkt auf deutschen Ballungsräumen. Das Geschäftsmodell basiert auf stabilen Mieteinnahmen, ergänzt um wohnungsnahe Dienstleistungen. Nach der Zinswende standen 2024 und 2025 klar im Zeichen von Bilanzstärkung, Schuldenabbau und Portfolioanpassungen. Dieses Kapitel ist weitgehend abgearbeitet, operativ rückt das Kerngeschäft wieder stärker in den Vordergrund.
Zuletzt setzte Vonovia mehrere wichtige Signale. Der Verkauf von rund 3000 Wohnungen in Berlin wurde leicht über Buchwert abgeschlossen und zeigt, dass Transaktionen wieder zu tragfähigen Preisen möglich sind. Gleichzeitig bestätigte Moody’s das Baa1-Rating mit stabilem Ausblick und verwies auf die hohe Vermietungsquote sowie die disziplinierte Finanzpolitik. Beides stärkt die Position.
Operativ dürfte in den kommenden Jahren vor allem das Mietwachstum treiben. Der anhaltende Wohnungsmangel in vielen deutschen Metropolen ermöglicht organische Mietsteigerungen von rund 5 % bis 2028. Ergänzend setzt Vonovia auf die „Second-Vonovia“-Strategie, bei der Dienstleistungen wie Verwaltung, Handwerker- und Energielösungen stärker monetarisiert werden sollen. Ziel sind zusätzliche Erlöse mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz.
Auch von Analystenseite hat sich das Bild zuletzt aufgehellt. Die Deutsche Bank hob das Kursziel auf 35 EUR an und bestätigte die Kaufempfehlung, im Marktkonsens liegt das durchschnittliche Kursziel aktuell bei rund 32 EUR.
Risiken bleiben: Politische Eingriffe könnten das Mietwachstum bremsen, während steigende Finanzierungskosten die Entschuldung erschweren würden.
Chart
Vonovia hat im Wochenchart wieder mustergültig auf die Unterstützung zwischen 23,75 und 24,30 EUR reagiert. Nach der Erholung der Aktie seit 2023 bis auf rund 34 EUR hat sich allerdings wieder ein Abwärtstrend etwabliert, der von der 50- und 200-Wochenlinie gedeckelt wird. Mittelfristig wäre ein Ausbruch über die gleitenden Durchschnitte spannend. Langfristig muss die 34 EUR-Marke überwunden werden.
Deutsche Börse: Die stille Gewinnerin jeder Marktphase
Die Deutsche Börse ist weit mehr als nur der Betreiber der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Konzern hat sich zu einem diversifizierten Finanzinfrastruktur-Anbieter entwickelt, der an nahezu jeder Transaktion im europäischen Kapitalmarkt mitverdient – von Aktienhandel über Derivate bis hin zu Daten und Indizes. Das Geschäftsmodell ist dabei weitgehend unabhängig davon, ob die Kurse steigen oder fallen: Entscheidend ist, dass gehandelt wird.
Genau hier liegt der Bezug zur deutschen Konjunktur. Wenn die Wirtschaft stabilisiert und das Anlegervertrauen zurückkehrt, steigen typischerweise Handelsvolumina und Kapitalmarktaktivitäten. Mehr Börsengänge, mehr Unternehmensanleihen, mehr Absicherungsgeschäfte – all das treibt die Erträge der Deutschen Börse. Gleichzeitig profitiert der Konzern von strukturellen Trends wie dem wachsenden Bedarf an Echtzeit-Daten, ESG-Indizes und der zunehmenden Digitalisierung des Finanzwesens.
Operativ liefert die Deutsche Börse beständig ab. Im dritten Quartal 2025 stieg der Nettoerlös (ohne Treasury-Ergebnis) um 7 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro, das EBITDA legte sogar um 16 Prozent auf 639 Millionen Euro zu. Der Nettogewinn erreichte 473 Millionen Euro bei einem Ergebnis je Aktie von 2,78 Euro. Für das Gesamtjahr 2025 bestätigte das Management die Prognose von rund 5,2 Milliarden Euro Nettoerlös und 2,7 Milliarden Euro EBITDA.
Für Anleger ist die Deutsche Börse ein defensiver Qualitätswert mit Wachstumsprofil. Die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells ist beeindruckend: Die operativen Kosten blieben zuletzt stabil, während die Erträge deutlich stiegen. Risiken liegen vor allem in regulatorischen Eingriffen und einem möglichen Rückgang der Marktvolatilität. Doch als Profiteur einer wieder aktiveren Kapitalmarktlandschaft in Deutschland und Europa gehört die Aktie auf die Watchlist.
Chart
Die Deutsche Börse hat von ihren Höchstkursen deutlich korrigiert. Die Price-Action im Chart ist zuletzt eher uneinheitlich und die Aktie steuert wieder auf die Verlaufstiefs bei 202 EUR zu. Sollten die Tiefs nicht halten liegt der nächste Unterstützungsbereich bei etwa 194 EUR. Für einen nachhaltigen Umschwung braucht es Kurse über 232 EUR.
Steico – Spezialist für nachhaltiges Bauen
Als Marktführer für Holzfaser-Dämmstoffe ist Steico ein Paradebeispiel für ein Unternehmen, das direkt von der Kombination aus staatlichen Modernisierungsauflagen und einer Erholung der Bauwirtschaft profitiert. Nachdem der Sektor zwei Jahre lang unter hohen Zinsen und Materialkosten gelitten hat, hellt sich das Bild für 2026 nun deutlich auf.
Dass das Unternehmen operativ bereits geliefert hat, unterstreichen die vor wenigen Tagen (am 12. Januar 2026) präsentierten vorläufigen Geschäftszahlen für 2025:
- EBIT-Überraschung: Mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 35,9 Mio. € konnte Steico die eigene Prognose (30 bis 35 Mio. €) sowie die Erwartungen vieler Analysten übertreffen.
- Stabile Margen: Trotz eines schwierigen Marktumfelds wurde eine solide EBIT-Quote von 9,4 % erzielt.
- Wachstum voraus: Für 2026 rechnen Experten in Steicos Kernmarkt Westeuropa nach der langen Durststrecke wieder mit einer spürbar anziehenden Bauleistung von über 2 %.
Die Aktie notiert aktuell weiterhin mit einem deutlichen Abschlag zum Buchwert (KBV 2025e: 0,8x), was sie zu einem spannenden Turnaround-Kandidaten macht. Wenn der Industrie- und Bauzyklus 2026 wieder an Fahrt gewinnt, verfügt Steico durch seine starke Marktposition und die effiziente Kostenstruktur über einen massiven Hebel auf die Gewinne.
Chart
Bei Goldesel warten wir auf den Turnaround bei Steico schon eine gefühlte Ewigkeit – aber er lässt weiter auf sich warten. Die Range im Wochenchart zwischen 17 und 27,60 EUR konnte bisher nicht überwunden werden. Darüber könnte es dann zügig in Richtung 38,50 EUR gehen. Wer an die Wende beim Baustoffspezialisten glaubt, kann auch schon über der 50-Tagelinie und dem letzten Hochpunkt bei 22,70 EUR einsteigen.
Sixt: Premiumanbieter mit Konsumhebel
Sixt ist Deutschlands führender Mobilitätsanbieter und hat sich vom klassischen Autovermieter zu einem integrierten Mobilitätskonzern entwickelt. Neben der Kernsparte Autovermietung umfasst das Angebot heute auch Carsharing, Ride-Hailing und Abo-Modelle – alles gebündelt in einer App. Mit einem Premiumanteil von 55 Prozent in der Flotte positioniert sich Sixt bewusst im oberen Marktsegment.
Der Bezug zur deutschen Konjunktur ist direkt: Wenn die Konsumlaune steigt und Menschen wieder mehr reisen – geschäftlich wie privat –, profitiert Sixt überproportional. Hinzu kommt das strukturelle Wachstum im US-Markt, wo Sixt seit Jahren Marktanteile gewinnt. Die Kombination aus zyklischem Hebel und internationaler Expansion macht die Aktie besonders interessant.
Die Zahlen sprechen für sich. In den ersten neun Monaten 2025 stieg der Umsatz um rund 8 Prozent, das Ergebnis vor Steuern (EBT) legte um mehr als 23 Prozent zu. Das dritte Quartal 2025 war das zweitstärkste der Unternehmensgeschichte mit einer EBT-Marge von 19,5 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Umsatz von rund 4,25 Milliarden Euro und eine EBT-Marge von etwa 10 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 8,4 Prozent aus dem Vorjahr.
CFO Franz Weinberger betonte zuletzt die „strikt gesteuerte Flotte“, die Sixt auch in einem schwächeren Umfeld profitabel hält. Risiken bleiben die Abhängigkeit von Restwerten der Fahrzeuge und ein möglicher Konjunktureinbruch, der das Reiseaufkommen dämpfen würde. Doch für Anleger, die auf eine Erholung des Konsums in Deutschland und Europa setzen, ist Sixt ein spannender Hebel mit nachgewiesener operativer Stärke.
Chart
Der steile Anstieg bei Sixt zu Beginn des Jahres wurde schnell und heftig an der 200-Tagelinie und dem Widerstand bei 57 EUR abgewürgt. Die Aktie hat nun wieder zur 50-Tagelinie und der kleinen Unterstützung bei rund 53 EUR zurückgesetzt – hier bleibt die Reaktion zunächst abzuwarten. Bei positiver Reaktion kann man den Einstieg suchen.
Basler – High-Tech Hebel auf den Industriezyklus
Wenn Unternehmen wieder investieren, ist Basler oft einer der ersten Profiteure. Der Weltmarktführer für Industrie-Kameras liefert die „Augen“ für die moderne Fabrikautomation – ein Schlüsselthema für die Effizienzsteigerung der deutschen Industrie. Basler hat ein beeindruckendes Jahr 2025 hinter sich und konnte die Erwartungen mehrfach übertreffen:
- Prognose-Rallye: Nachdem Basler bereits im Sommer die Ziele angehoben hatte, folgte im November eine weitere Erhöhung. Für das Gesamtjahr 2025 wird nun ein Umsatz zwischen 220 und 225 Mio. € erwartet (vorher max. 215 Mio. €).
- Deutliches Gewinnplus: Das Vorsteuerergebnis (EBT) verbesserte sich in den ersten neun Monaten 2025 massiv auf 13,4 Mio. €, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von -4,9 Mio. € zu Buche stand. Die EBT-Marge kletterte damit deutlich in den positiven Bereich.
- Wachstumstreiber 2026: Experten erwarten für 2026 eine Fortsetzung des Aufwärtstrends mit einem prognostizierten Umsatzplus von rund 10 % und einer weiter steigenden Profitabilität (EBITDA-Marge Richtung 18-19 %).
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Frisches Kapital und neues Vertrauen
Ein starkes Signal für Anleger gab es zum Jahreswechsel 2025/2026: Der neue Vorstandsvorsitzende Hardy Mehl, der das Amt zum 1. Januar übernommen hat, kaufte Mitte Januar 2026 für über 275.000 € eigene Aktien. Solche Insiderkäufe zum Amtsantritt unterstreichen das Vertrauen in die neue Wachstumsphase des Unternehmens.
Basler ist die klassische Wahl für Anleger, die auf eine Renaissance der deutschen Industrie setzen. Durch das abgeschlossene Sparprogramm ist das Unternehmen deutlich schlanker und profitabler geworden. Sobald die globale Investitionsbereitschaft 2026 weiter anzieht, bietet die Aktie einen enormen operativen Hebel.
Chart
Auch Basler haben wir zuletzt erfolgreich gehandelt und unsere Experten sind sich einig: hier steckt noch weiteres Potential in der Aktie. Die Bewertung ist weiter niedrig und die charttechnische Verfassung attraktiv. Bei einem Ausbruch über 17 EUR könnte sich die Aktie wieder auf den Weg zu den Verlaufshochs knapp unter 20 EUR machen.
Long bei weiterer Stärke über 17 EUR mit Stop unter 16 EUR – Ziel 19 bzw. 19,90 EUR.
Wacker Chemie – Spezialist für die Chemie der Zukunft
Wacker Chemie ist ein Paradebeispiel für ein Unternehmen, das sich in einem schwierigen Umfeld neu erfindet. Während die klassische Chemiebranche noch mit hohen Energiekosten und schwacher Nachfrage kämpft, setzt Wacker konsequent auf Hochtechnologie: ultra-reines Polysilizium für die Halbleiterindustrie und Silicone für E-Mobilität und Erneuerbare Energien.
Das Jahr 2025 markiert für den Konzern voraussichtlich die Talsohle. Aufgrund niedrigerer Preise und einer schwachen Auslastung musste Wacker seine Prognose im Jahresverlauf nach unten korrigieren:
- Operative Zahlen 2025: Der Umsatz wird am unteren Ende der Spanne von 5,5 bis 5,9 Mrd. € erwartet. Das EBITDA wird in der unteren Hälfte der Zielspanne von 500 bis 700 Mio. € gesehen.
- Lichtblick 2026: Analysten erwarten für das kommende Jahr eine deutliche Erholung. Das EBITDA soll laut Schätzungen wieder auf rund 750 Mio. € ansteigen, getragen durch ein striktes Kosteneinsparprogramm, das im ersten Quartal 2026 voll greifen soll.
Das Herzstück der neuen Wachstumsstrategie ist das Werk in Burghausen. Wacker hat dort über 300 Mio. EUR in eine neue Produktionslinie für ultra-reines Halbleiter-Polysilizium investiert – das größte Einzelprojekt der letzten zehn Jahre.
- Marktführerschaft: Wacker ist der einzige Produzent in Europa und weltweit führend bei diesem Schlüsselrohstoff für modernste Computerchips und KI-Anwendungen.
- Wachstumsziel: Bis 2030 plant der Konzern, seinen Umsatz mit Halbleiterkunden im Vergleich zu 2024 zu verdoppeln. Die Kapazitäten für Produkte höchster Qualität steigen durch die neue Anlage um über 50 %.
Mit einer Dividendenrendite von aktuell rund 3,5 % bietet die Aktie zudem eine attraktive Komponente für Einkommensinvestoren, auch wenn Analysten für 2026 aufgrund des 2025er Verlusts eine Kürzung nicht ausschließen. Wer jedoch auf den Industrie-Rebound und den langfristigen KI-Boom setzen möchte, findet in Wacker Chemie einen technologisch unersetzlichen Player mit starkem Aufwärtspotenzial für 2026.
Chart
Wacker Chemie ist im Wochenchart an einem extrem spannenden Bereich angelangt. Die Unterstützung geht bis ins Jahr 2016 zurück. Mit einer Ausnahme während Corona konnte die Aktie hier in der Vergangenheit immer wieder drehen.
Aktuell befindet sich die Aktie in einer Bodenbildungsphase, die mit einem Schlusskurs über 73,60 EUR abgeschlossen werden könnte. Die Abwärtstrendlinie wurde schon gebrochen.
Long bei einem Schlusskurs über 73,60 EUR, Stop unter dem SMA50 bei 66,50 EUR – die ersten Ziele liegen bei 88 und in der Widerstandszone zwischen 94 und 100 EUR. Das vorgestellte Szenario lässt sich auch mit einem K.O.-Zertifikat der HSBC, WKN: HT0PB1 (2,95er Hebel) umsetzen.
Fazit: Erste grüne Triebe – aber noch kein Frühling
Deutschlands Wirtschaft hat die Rezession hinter sich gelassen, doch von einem echten Aufschwung kann noch keine Rede sein. Das Wachstum von 0,2 Prozent ist fragil und hängt stark von Konsum und staatlichen Ausgaben ab. Für Anleger bedeutet das: selektiv vorgehen und auf Unternehmen setzen, die von den konkreten Wachstumstreibern profitieren – ohne auf einen breiten Boom angewiesen zu sein.
- Binnenkonsum im Fokus: Mobilitätsanbieter und Plattformen im Konsumgüterbereich profitieren direkt von steigender Kauflaune. Bei anziehender Nachfrage wirken operative Hebel überproportional auf die Gewinne.
- Staatliche Impulse nutzen: Unternehmen im Bereich Bau, energetische Sanierung und Wohnungswirtschaft sind Nutznießer der staatlichen Investitionsprogramme und des strukturellen Wohnungsmangels.
- Industriezyklus beobachten: Zulieferer für Fabrikautomation und Spezialchemie bieten Exposure auf einen möglichen Capex-Aufschwung. Hier ist das Timing entscheidend, aber das Aufwärtspotenzial erheblich.
Die Top-3-Aktien für die Watchlist
| Aktie | Wachstumshebel | Warum spannend? |
|---|---|---|
| Deutsche Börse | Kapitalmarktaktivität | Defensiver Qualitätswert mit strukturellem Wachstum, skaliert bei steigenden Handelsvolumina, +16 % EBITDA-Wachstum in Q3 |
| Sixt | Binnenkonsum & Mobilität | Zweitstärkstes Quartal der Geschichte, 19,5 % EBT-Marge, profitiert direkt von Reise- und Konsumerholung |
| Steico | Staatliche Investitionen | Turnaround-Kandidat mit Bewertungsabschlag (KBV 0,8x), EBIT-Überraschung in 2025, Marktführer bei Holzfaser-Dämmstoffen |
Der Blick nach vorne stimmt vorsichtig optimistisch. Die EU-Kommission erwartet für Deutschland 2026 ein spürbareres Wachstum, der ZEW-Index zeigt bereits nach oben. Wenn sich diese Erwartungen bestätigen, dürften gerade Nebenwerte und zyklische Titel überproportional profitieren.
Entscheidend bleibt, die Risiken im Blick zu behalten: Exportdruck durch Handelskonflikte, eine mögliche Verschärfung der geopolitischen Lage und die weiterhin schwache Investitionstätigkeit der Unternehmen könnten die Erholung bremsen. Doch wer antizyklisch denkt und selektiv investiert, findet in diesem Umfeld attraktive Chancen.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Steico.
