Kommentar
09:00 Uhr, 09.01.2026

Deutsche Industrie setzt Ausrufezeichen

Erwähnte Instrumente

Auftragsboom für deutsche Industrie

Nach Angaben von Destatis lag der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im November 2025 um 5,6 % über dem Vormonatswert. Ohne Großaufträge lag das Plus bei 0,7 %. Im Drei-Monats-Vergleich ging es von September bis November um 4,0% aufwärts zu den drei Monaten vor aufwärts. Auch wenn die Zahl noch das Vorjahr betrifft, war das sozusagen ein Auftakt nach Maß. Endlich mal eine Zahl von der deutschen Konjunktur, an der es nichts zu meckern gibt. Die gilt umso mehr, als die anhaltende Konjunkturkrise den Unternehmen weiterhin schwer zusetzt. Nach Angaben des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle ist die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland 2025 wegen der Konjunkturkrise so hoch ausgefallen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Insgesamt habe es 17.604 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gegeben. Das ist die größte Zahl seit 2005. "Selbst im Zuge der großen Finanzkrise 2009 lag die Zahl rund fünf Prozent niedriger", teilte das Institut mit. Insgesamt waren etwa 170.000 Arbeitsplätze von diesen Insolvenzen betroffen. Einen traurigen Rekord vermelden auch die Kommunen in Deutschland. "Die Talfahrt ihrer Finanzen setzt sich fort", so der Deutschen Städte- und Gemeindebund. Im Gesamtjahr 2025 wird es voraussichtlich ein Defizit von 30 Mrd. Euro geben. Gründe dafür seien zum einen eine stagnierende Wirtschaft, was sich in nur leicht wachsenden Steuereinnahmen niederschlage. Überdies steigen die Ausgaben stark. Dafür verantwortlich sind hohe Tarifabschlüsse für die kommunalen Beschäftigten, aber auch stark steigende Kosten für soziale Leistungen.

US-Handelsbilanz deutlich verbessert

Aus den USA gab es Daten zur Handelsbilanz. Im Oktober hat sich das monatliche Defizit nahezu halbiert. Gab es im September noch einen Fehlbetrag von 48,1 Mrd. US-Dollar im Warenhandel, sank dieser im Oktober auf 29,4 Mrd. US-Dollar.

Was lange währt …

Heute könnte endlich das Mercosur-Abkommen in der EU die Hürde im EU-Rat nehmen. Die Vorbehalte Italiens für das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Südamerikas scheinen ausgeräumt. Damit wäre eine qualifizierte Mehrheit erreicht, nach 25 Jahren Verhandlungen wäre das Abkommen unterschriftsreif. Die heutigen Daten beinhalten Zahlen zu Industrieproduktion in Deutschland. Man darf gespannt sein, ob sich die positive Überraschung von gestern in anderer Form wiederholt. Die Konsenserwartung der von Reuters zuvor befragten Volkswirte liegt bei minus 0,4 %. Aber wegen der Jahreswende ist diese Umfrage weniger aussagekräftig als sonst, insofern ist das Überraschungspotential sehr groß. Aus den USA werden Daten zum Arbeitsmarkt im Dezember vorgelegt. Wir erwarten einen nur minimalen Anstieg der Beschäftigung um 50 Tsd. im Monatsvergleich. Die Arbeitslosenquote dürfte damit bei 4,6 % Diese Zahlen dürften sowie die damit verbundene Änderung der Stundenlöhne dürften einen wichtigen Fingerzeit für die Geldpolitik in den USA geben.

Zum PDF-Download


Wichtige Hinweise


Diese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen.

Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt.

Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern.

Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar.

Herausgeber


Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart